Arbeitslosenzahl leicht rückläufig

Arbeitslosenzahl leicht rückläufig

Die Zahl der Arbeitslosen ist nach Angaben der Bundesagentur für Arbeit (BA) im November leicht zurückgegangen. Das gilt für sowohl für die saisonbereinigte als auch die unbereinigte Statistik. Saisonbereinigt hatten 3,422 Millionen Menschen keine Arbeit, damit 7.000 weniger als einen Monat zuvor. Wäre der Wert anhand der alten Zählweise bestimmt worden, hätte die BA 10.000 Arbeitslose mehr melden müssen. In der unbereinigten Statistik stehen 3,215 Millionen Menschen ohne Job. Im Vergleich zum Oktober sind das 13.000 weniger. Mit Blick auf den November 2008 verbuchte die BA allerdings 227.000 Arbeitslose mehr.

„Die Auswirkungen auf Arbeitslosigkeit und Beschäftigung sind weit weniger dramatisch als zunächst von vielen befürchtetet“, zog BA-Chef Frank-Jürgen Weise trotz der wenig erfreulichen Zahlen eine recht positive Zwischenbilanz. Die neue Arbeitsministerin, Ursula von der Leyen, ist zwar zufrieden, warnt aber vor zu viel Optimismus: „Die Talsohle ist noch keineswegs durchschritten.“ Die stabile Entwicklung sei unter anderem der Kurzarbeit zu verdanken. Auf Entlassungen im großen Stil gebe es derzeit keine Hinweise. Stattdessen würden die Unternehmen ihre Fachkräfte horten. Commerzbank-Experte Eckart Tuchtfeld bestätigt diese Einschätzung: „Man muss feststellen, dass Unternehmen doch stärker an ihren Beschäftigten festhalten“.

Dennoch sehen die Prognosen für die kommenden Monate eher düster aus. Wirtschaftsforscher sehen die Zahl der Arbeitslosen in den Wintermonaten deutlich steigen. Die OECD spricht von einer Millionen Arbeitslosen mehr innerhalb der kommenden zwei Jahre. Als Ursachen nennt Holger Schäfer vom Institut der deutschen Wirtschaft (IW) die Tatsache, dass das Produktionsniveau von 2008 so schnell nicht wieder erreicht werden könne, und die Befürchtung, dass die Kurzarbeit das Problem nicht dauerhaft abfedere.

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