Hartz-IV-Skandal: Amt zahlt Miete für verschimmeltes Kellerquartier

Hartz-IV-Skandal: Amt zahlt Miete für verschimmeltes Kellerquartier

Eine günstige Wohnung zu finden, die den Vorgaben der Behörden entspricht, ist für Hartz-IV-Empfänger nicht immer leicht. Insbesondere in Großstädten wie Hamburg dauert die Suche meist etwas länger. Umso glücklicher sind Betroffene, die endlich eine Zusage erhalten. Wenn sich die Wohnung dann aber als Kellerloch herausstellt, voller Schimmel und wesentlich kleiner als angegeben, fühlt man sich zu Recht über Ohr gehauen. Zahlt das Amt dann auch noch die überteuerte Miete, ist der Skandal perfekt.

Die Bild-Zeitung verweist aktuell auf einen solchen Fall und bezieht sich selbst auf das Hamburger Straßenmagazin „Hinz&Kunzt“. In der Jubiläumsausgabe – die Nummer 200 – wird von einer Frau berichtet, die zusammen mit einer Freundin und deren Tochter auf einen skrupellosen Vermieter hereingefallen ist. Versprochen wurden drei Zimmer mit insgesamt 70 Quadratmeter in Eibeck für 520 Euro. Die Freude war groß, bis man die vermeintliche Wohnung zum ersten Mal sah: Es war ein Keller, klein, ungemütlich und dank Schimmel gesundheitsgefährdend. Auch die anderen Bewohner im Haus waren ähnlich betrogen worden. Der Nachbar sollte eine 40 Quadratmeter-Wohnung erhalten, die tatsächlich aber nur 21qm hat.

Beschwerden brachten nichts. Der Vermieter, eine Gesellschaft, die sich mit Wohnungen für Hartz-IV-Empfänger rühmt, erklärte dazu nur, man solle froh sein, eine Wohnung zu haben. Schließlich bezahle das Amt. Die ARGE weiß, dass die Miete für die Unterkünfte völlig überzogen ist, fühlt sich aber nicht zuständig. Vertragspartner seien Mieter und Vermieter. Eine rechtliche Handhabe gebe es nicht. Immerhin hat sich das Bezirksamt nun eingeschaltet und um Stellungnahme des Vermieters gebeten. Die beiden Frauen und das Kind leben jetzt in einer Notunterkunft, in der sie sich wohler fühlen als in dem Kellerverschlag.

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