Kinderarmut kennt kein Nord-Süd-Gefälle

Der Weltkindertag am 20. September wurde nicht nur für bunte Nachmittage mit Spiel, Spaß, Spannung, Kaffee und Kuchen genutzt. In vielen Orten verwiesen Behörden und Vereine auch auf die Situation der Kinder vor Ort. Ein Blick auf die Zahlen, die zumeist nur lokal veröffentlicht wurden, zeigt: Von einem Nord-Süd-Gefälle kann keine Rede sein. Kinderarmut ist überall in der Bundesrepublik präsent, auch wenn viele Zahlen gerne hin- und hergeschoben werden, um ein schöneres Bild zu malen.

In Rosenheim beispielsweise gilt jedes achte Kind bis 15 Jahren als sozial bedürftig. Dieser Wert alleine sagt aber noch nichts darüber aus, wie es tatsächlich um die soziale Lage der Jungen und Mädchen bestellt ist. Denn tatsächlich, so der Sozialreport der Stadt, ist jedes sechste Kind arm. Gleichzeitig belegen die Statistiken, dass der Anteil der Kinder an den Hilfeempfängern der Stadt steigt.

Ähnlich sieht es in der Nähe von Hamburg aus. Der Kinderschutzbund Stormarn hat zum Weltkindertag Bilanz gezogen: Jedes zwölfte Kind in der Region lebt von Hartz IV. In Zahlen ausgedrückt sind das 3.500 Kinder, wobei der Kinderschutzbund von einem doppelt so hohen Wert ausgeht. Das liegt unter anderem daran, dass Kinder von Eltern, die nur Niedriglöhne beziehen, gar nicht in den offiziellen Listen auftauchen. Auch der erweiterte Kinderzuschlag hat die Ergebnisse deutlich verschoben – nicht zum Positiven. Denn mehr Geld haben die Kinder bzw. Eltern damit nicht zur Verfügung. Ingo Loeding vom Kinderschutzbund warnt daher: „Finanziell benachteiligten Kinder droht der Ausschluss aus weiten Teilen des sozialen und kulturellen Lebens.“

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