ALG II: Aufregung um Arge-Callcenter

ALG II: Aufregung um Arge-Callcenter

Was aus dem Pforzheim-Enzkreis in dieser Woche berichtet wurde, wird auch in anderen Teilen Deutschlands von den Behörden und Städten geprüft.

So spielen etliche Argen mit dem Gedanken, die telefonische Erreichbarkeit für die Kunden- also die Arbeitslosengeld II-Bezieher – in gewisser Weise zu beschneiden. So müssen die Hartz IV-ler in Pforzheim etwa inzwischen eine gebührenpflichtige Hotline wählen, die sie zu den Mitarbeitern eines Callcenters oder Sevice-Centers, wie es das Jobcenter nennt, führt.

Gerade der Name ist für die Pressestelle ein wesentlicher Unterschied, denn die Mitarbeiter am Telefon seien speziell für diesen Einsatz geschult. Dass die Anrufer mit Anspruch auf Hartz IV nicht genau wissen, welche Kosten für einen Anruf bei der Arge anfallen, ist nur ein Grund für die Unzufriedenheit von Interessenverbänden mit der neuen Situation.

Immerhin schreibt der Gesetzgeber kostenlose Beratung vor. Schwerer ins Gewicht fällt jedoch wohl eher, dass es den Kunden der Argen durch solche Umstellungen weiter erschwert wird, den direkten Kontakt zum zuständigen Sachbearbeiter zu finden. Für die Vertreter der Argen ist gerade dies der Grund für die Schaffung solcher Service-Einheiten.

Denn so könne den Anrufern deutlich effizienter und schneller als bisher geholfen werden. Hartz IV-Bezieher, die auf die Einhaltung der Schweigepflicht verzichten, sollen so am Ende sogar schneller Auskunft erhalten als bisher. Kritiker sehen in den neuen Plänen eher einen Schritt in Richtung Anonymität.

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