Arbeitsgruppe präsentiert Sanktions-Broschüre

Arbeitsgruppe präsentiert Sanktions-Broschüre

Bei den Menschen im Lande ist längst angekommen, dass es sich bei den Sanktionen, die Hartz IV-Empfängern drohen, keineswegs um Kleinigkeiten handelt.

Was die so genannte Arbeitsgruppe Sanktionen, deren Initiator die Kampange gegen Hartz IV aus der Bundeshauptstadt ist, nun aber in ihrer Broschüre vorstellt, setzt für viele Kritiker dem ganzen Modell erst die Krone auf. Zehn persönliche Schicksale werden dargestellt, die erkennen lassen, wie schwerwiegend die Eingriffe von Behördenseite sein können.

Die Zahlungen des Regelsatzes bei Hartz IV in Höhe von 351 Euro an sich sind kaum ausreichend. Ungleich schlimmer, wenn dann teilweise oder sogar gänzlich als Sanktionsmaßnahme Bezüge gestrichen werden durch die Argen. Dies geht laut Broschüre im Einzelnen so weit, dass Hartz IV-ler mit schweren Erkrankungen ohne Kenntnisnahme durch die Arge-Mitarbeiter immer wieder in Maßnahmen und Ein-Euro-Jobs vermittelt werden sollen.

Argumente der Betroffenen werden immer öfter aus Sicht der Arbeitsgruppe gar nicht erst angehört, trotz Vorlage der Krankschreibungen und Atteste. Dass es sich beim Fall der Hartz IV-Empfängerin, die sich lieber für den Weg in die Prostitution als den behördlichen Gang nach Canossa entscheidet, ist gewisslich eine Ausnahme. Lässt aber andererseits erkennen, mit welcher Verzweiflung viele der Bedürftigen ihrer Lage als Empfänger von Hartz IV begegnen.