Hartz IV für den Lehrernachwuchs

Hartz IV für den Lehrernachwuchs

Wohin die Arbeitsmarktreformen führen können und welch seltsame Blüten Hartz IV mitunter treiben kann, zeigt sich auch in den Sommerferien.

Dann nämlich, wenn junge Pädagogen, die sich etliche Jahre an den Universitäten der Republik um die Ohren geschlagen haben, um einen guten Posten als Lehrer zu bekommen. Und in den Sommermonaten zur Ferienzeit dürfen sie dann auf gut deutsch gesagt „stempeln gehen“ und Hartz IV beantragen.

Das ist natürlich nicht überall und für alle jungen Lehrer der Fall. Aber schon von Saisonbedingter Arbeitslosigkeit bei Lehrkörpern zu sprechen, hinterlässt einen faden Beigeschmack. In NRW und Baden-Württemberg werden junge Lehrer vielfach die Zeit der Ferien über freigestellt, so dass ihnen nicht viel anderes übrig bleibt, als einen Antrag auf Arbeitslosengeld zu stellen.

Dass die Pädagogen nach den Ferien in der Regel wieder eingestellt werden, ist da nur ein schwacher Trost. In der Realität stellt sich die Situation so dar, dass diese Verhaltensweise der genannten Länder auch bei der Bundesagentur für Arbeit auf Unverständnis stößt.

Lehrern befristete Verträge anzubieten, ist vermutlich nicht gerade der richtige Schritt, um den Mangel an Lehrern im ganzen Bundesgebiet schnellstmöglich wieder auszugleichen und das Bildungsniveau auf den erhofften Level zu bringen.

Unter den gut 7000 Lehrern, die laut BA in der Ferienzeit arbeitslos gemeldet sind, machen etwa 5400 Berufseinsteiger den Löwenanteil aus. Kein guter Anreiz, um Lehrer werden zu wollen.

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