Arbeitslosenzahl so niedrig wie seit 14 Jahren nicht – allerdings mehr „Aufstocker“

Arbeitslosenzahl so niedrig wie seit 14 Jahren nicht – allerdings mehr „Aufstocker“

Erfreuliche Nachrichten vom Arbeitsmarkt. Die Zahl der Arbeitslosen ist kurz vor Winterbeginn überraschend stark und auf den niedrigsten Stand seit 14 Jahren gesunken. Dagegen ist die Zahl der Erwerbstätigen, die auf zusätzliche Hilfe aus dem Arbeitslosengeld II angewiesen sind, verhältnismäßig stark angestiegen.

Besonders die gute Konjunktur ist nach Angaben der Bundesagentur für Arbeit die Hauptursache für den niedrigsten Stand der Arbeitslosigkeit seit 14 Jahren. Und trotz der erwarteten Abschwächung des Wirtschaftswachstums rechnet die Bundesagentur für Arbeit auch für 2008 mit einem deutlichen Rückgang der Arbeitslosigkeit. Weise: “Wir sind sicher, dass der Arbeitsmarkt für 2008 noch eine gute Qualität hat.“ Man rechne für das nächste Jahr mit durchschnittlich 3,5 Millionen Arbeitslosen.

Aktuell waren im November 3,378 Millionen Arbeitslose registriert. Das teilte die Bundesagentur für Arbeit am Donnerstag in Nürnberg mit. Zuletzt war die Arbeitslosenzahl im Juni 1993 so niedrig. Gegenüber Oktober ging die Arbeitslosenzahl um 55.000 zurück. Im gleichen Zeitraum des Vorjahres registrierte man sogar noch 617.000 Arbeitslose mehr. Die Arbeitslosenquote liegt damit aktuell bei 8,1 Prozent.

Der Chef der Bundesagentur für Arbeit, Frank-Jürgen Weise, zeigte sich auch für den Winter optimistisch. Nach den Berechnungen der Bundesagentur für Arbeit werde man wohl nicht über die Vier-Millionen-Marke kommen. Dies hänge allerdings auch von der Witterung ab, so Weise weiter.

Von dem starken Rückgang der Arbeitslosigkeit konnten nach Angaben der BA im Besonderen die jüngeren und älteren Arbeitslosen profitieren. Bei den unter 25-Jährigen sank die Arbeitslosigkeit binnen der Jahresfrist um 19 Prozent. Bei den über 55-Jährigen konnte man sogar einen Rückgang um 21 Prozent verzeichnen. Des Weitren werde die Nachfrage nach Mitarbeitern weiter ansteigen, so Weise. Der Bundesagentur für Arbeit seien derzeit etwa 942.000 offene Stellen bekannt.

Dabei finden immer mehr Menschen eine reguläre Beschäftigung. Den Berechnungen der Bundesagentur für Arbeit nach gab es im September 27,45 Millionen sozialversicherungspflichtige Beschäftigte. Damit wuchs die Zahl der sozialversicherungspflichtigen Beschäftigungen gegenüber dem Vorjahr um 577.000. Dabei zeige sich, dass sich der Beschäftigungszuwachs durch fast alle Branchen ziehe. Einzig im Kredit- und Versicherungsgewerbe sowie im öffentlichen Dienst gebe es weniger Arbeitsplätze, wie es hieß.

Allerdings gab es auch weniger erfreuliche Zahlen zu vermelden. Denn immer mehr Erwerbstätige sind offenbar auf ergänzende Hilfe aus Hartz IV angewiesen. Es gebe derzeit etwa 550.000 Menschen, welche trotz sozialversicherungspflichtiger Beschäftigung zusätzlich auf Arbeitslosengeld II angewiesen seien, so Bundesagentur für Arbeits-Vorstandsmitglied Heinrich Alt. Das seien rund 20 Prozent mehr als noch im Vorjahr.

Angesichts dieser Zahlen sei es dem Deutschen Gewerkschaftsbund nach offensichtlich, dass das Arbeitslosengeld II von immer mehr Arbeitgebern als “Lohnergänzung“ ausgenutzt werde.

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