Inflation: Preissteigerungen treffen besonders Hartz-IV-Empfänger

Der Regelsatz von Hartz-IV in Höhe von 345 Euro ist 2003 berechnet worden. Die starke Inflation hat nun allerdings gerade für Hartz-IV-Empfänger drastische Folgen. Die Kaufkraft der Leistungsempfänger hat um 26 Euro abgenommen. Damit liegt der Verlust sogar weit höher, als bislang angenommen. Ursprünglich ging man von einem Verlust der Kaufkraft von 16 Euro aus.

Aktuelle Zahlen des Statistikers Hans Wolfgang Brachinger zeigen laut einem Bericht von “Welt Online“ deutlich, dass im Besonderen die Armen der Gesellschaft stärker von der Inflation betroffen sind, als bisher bekannt. Hartz IV Empfänger, welche laut Regelsatz Leistungen in Höhe von monatlich 345 Euro erhalten, haben zum Beispiel seit 2003 satte 26 Euro ihrer Kaufkraft eingebüßt.

Brachinger hatte im Auftrag des ZDF-Magazins “Frontal 21“ einen neuen spezifischen Preisindex für Hartz-IV-Empfänger berechnet. Dieser beinhaltet die 30 wichtigsten Waren- und Dienstleistungsgruppen nach ihren Ausgabenanteilen gewichtet. Laut dieses Preisindex liegt die Kaufkraftentwertung für Hartz-IV-Betroffene von Januar 2003 bis Oktober 2007 bei 7,5 Prozent. Diese Entwicklung entspricht in etwa auch der Entwicklung der offiziellen Verbraucherpreise und liegt nicht, wie ursprünglich eigentlich angenommen, deutlich darunter.

Brachinger ist daher der Meinung, dass man künftig bei der Anpassung von Hartz-IV seinen neuen Index berücksichtigen sollte und Hartz-IV nicht, wie bisher, an die Rentenentwicklung zu koppeln. Brachinger zu “Welt Online“: Ausgerechnet bei den sozial Schwächsten ist der Anpassungsmechanismus bisher völlig unzureichend.“

Der Paritätische Wohlfahrtsverband, der bislang von einem Verlust der Kaufkraft von 16 Euro ausging, forderte angesichts dieser neuen Zahlen nun auch eine größere Anpassung der Regelsätze. Wie der Hauptgeschäftsführer des Verbandes, Ulrich Schneider, sagte, werde eine Anpassung der Hartz-IV-Sätze, angesichts der neuen Zahlen, immer dringlicher.

Schneider betonte zwar, dass man mit der Regierung hier auch schon im Gespräch sei, allerdings sei der Diskurs jedoch durch den Wechsel an der Spitze des Bundesministeriums für Arbeit und Soziales ins Stocken geraten. Der damalige Minister Franz Müntefering habe ihnen allerdings bereits positive Signale gegeben, man müsse nun allerdings die Position seines Nachfolgers Olaf Scholz abwarten, so Schneider weiter.

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Das Ministerium ließ dazu laut dem Bericht verlauten, dass man derzeit untersuche, ob bei Hartz-IV “Änderungsbedarf“ bestehe. Müntefering habe zwar angestrebt, bis November neue Zahlen vorzulegen, allerdings habe sich dies nun durch Wechsel an der Spitze verzögert.