Die Linke und Pflüger kritisieren Wowereits Äußerungen

Die Linke und Pflüger kritisieren Wowereits Äußerungen

Der regierende Bürgermeister von Berlin, Klaus Wowereit (SPD), hatte sich gegen eine Erhöhung des Hartz-IV-Regelsatzes ausgesprochen. Insbesondere für eine bestimmte Äußerung erntete Wowereit nun Kritik.

Der Linke-Chef Klaus Lederer sagte am Mittwoch, dass in Berlin inzwischen 500.000 Menschen auf Arbeitslosengeld II angewiesen seien. Somit sei die auf Hartz-IV-Bezug beruhende Armut damit inzwischen eine schlimme Massenerscheinung, so Lederer.

Dem, so Lederer, könne man nicht mit “Stammtischargumenten“ wie dem Hinweis auf die Unfähigkeit zum Umgang mit Geld begegnen. Klaus Wowereit hatte gegenüber der Zeitschrift “Super-Illu“ gesagt, dass es keinen Nutzen habe, Familien mit mehr Geldern zu unterstützen, die eigentlich nicht mit Geld umgehen könnten und sich vom Konsum berauschen ließen.

Lederer ist der Auffassung, dass eine Erhöhung des Hartz-IV-Regelsatz auf 420 Euro dringend nötig ist. Und selbst 420 Euro seien keine Grundlage für große Sprünge, so Lederer. Allerdings würde diese Erhöhung auf 420 Euro vielen Familien in Berlin dabei helfen, ihren Kindern eine vernünftige Schulausstattung kaufen zu können.

Auch der CDU-Fraktionschef Friedbert Pflüger zeigte wenig Verständnis für die Äußerungen des regierenden Bürgermeisters von Berlin. Pflüger bezeichnete die Äußerungen Wowereits als “dümmliche und ignorante Pauschalisierungen“. Zwar, so Pflüger, gebe es mit Sicherheit Sozialmissbrauch, aber das wäre noch lange nicht die Regel. Wowereit komme offenbar zu selten mit Betroffenen Hartz-IV-Empfängern in Berührung. Lieber hätte er ein paar Worte zu einer umfassenden Hartz-IV-Reform gehört, so Pflüger.

Friedbert Pflüger setzt sich für ein Gutscheinsystem ein. Damit, so Pflüger, sei sichergestellt, dass Leistungen für Kinder auch bei den Kindern ankämen.

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