Langzeitarbeitslose müssen geduldig sein

Langzeitarbeitslose müssen geduldig sein

Angesichts der Wartezeiten von zwei und mehr Jahren müssen Langzeitarbeitslose in Berlin, abhängig vom Bezirk, schon sehr geduldig sein. Denn so lange dauert es, bis in der Bundeshauptstadt ein Widerspruch gegen den Hartz-IV-Bescheid bearbeitet wird. Das bekommt vor allem das Sozialgericht zu spüren. „Rechtswidrige Untätigkeit“ lautet hier die Einschätzung der Lage.

Insgesamt sind es in den zwölf Berliner Jobcentern 50.000 Widersprüche, die unbearbeitet auf den Schreibtischen und in den Aktenschränken liegen. Damit dürfte es sich noch ein wenig hinziehen, ehe von Entspannung die Rede sein kann. Berliner Hartz-IV-Empfänger müssen laut Statistik mit Zeiten von zehn Monaten bis zu drei Jahren rechnen – im Schnitt sind es nach neuesten Daten sieben Monate.

Das ist nicht nur den Betroffenen, sondern auch den Politikern in der Bundeshauptstadt zu lang. Der Vorschlag, Probleme direkt mit dem Sachbearbeiter zu besprechen, um so Zeit zu sparen, lässt sich allerdings nicht verwirklichen, da die Bundesagentur für Arbeit damit nicht einverstanden ist. Mehr und besser qualifiziertes Personal bleibt vorerst der einzig gangbare Weg. Um das Ziel von sechs Monaten zu erreichen, sind in Berlin Mitte beispielsweise 13 neue Kräfte eingestellt worden.

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