Zimmerverbot für angemessen Wohnraum

Zimmerverbot für angemessen Wohnraum

Hartz IV hat schon zu manchen Maßnahmen geführt, die man nur schwerlich nachvollziehen kann. In der langen Liste der Fauxpas der Arbeitsagenturen ganz vorne stehen dürfte das Zimmerverbot, mit dem angemessener Wohnraum geschaffen werden soll.

Die Wohnung einer 49jährigen Lehrerin aus Löbau, die sie zusammen mit ihrem 17jährigen Sohn bewohnt, hat eine Fläche von 81 Quadratmetern. Die Arbeitsagentur sagt nun, die Wohnung ist zu groß, maximal 60 Quadratmeter sind zulässig. Eine neue, kleinere Wohnung lässt sich in Löbau allerdings nicht finden. Für die Arbeitsagentur und die Wohnungsverwaltung kein Problem. Sie verhängen ein Zimmerverbot und fordern die Empfängerin von Arbeitslosengeld II auf, ein Zimmer zu räumen und die Heizung abzuschalten. Betreten und genutzt werden darf der Raum ab sofort nicht mehr.

Alle drei Wochen kommt nun ein Mitarbeiter der Arbeitsagentur und kontrolliert, ob das Verbot eingehalten wird. Stellt sich bei der Überprüfung heraus, dass die 49jährige das Zimmer genutzt und die Heizung eingeschaltet hat, muss sie die Miete nachzahlen. Sie steht allerdings nicht alleine da. In Löbau wurde bereits 95 Mal ein Zimmerverbot verhängt.

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