Hartz IV Mehrbedarf fĂŒr Warmwasser

Mehrbedarf dezentrale Warmwasseraufbereitung

Warmwasser - Durchlauferhitzer - BadezimmerWird Warmwasser in Hartz IV Haushalten dezentral aufbereitet, also mittels eines Durchlauferhitzers, Warmwasserboilers, Gastherme etc., sind diese Kosten hierfĂŒr nicht im Regelbedarf enthalten. Stattdessen erhalten Haushalte zur Deckung der Kosten fĂŒr die dezentrale Warmwassererzeugung ein Mehrbedarf, der zusĂ€tzlich zur Regelleistung gezahlt wird.

Höhe des Mehrbedarfs

Die Höhe der Pauschale ergibt sich aus dem maßgeblichen Regelbedarf nach § 20 SGB II sowie den dazugehörigen ProzentsĂ€tzen aus § 21 Abs. 7 SGB II, die vom Alter des Leistungsbeziehers abhĂ€ngig sind oder es sich um eine Bedarfsgemeinschaft handelt.

Wird der Regelsatz erhöht, so erhöhen sich auch dementsprechend die ZuschlĂ€ge. Demnach kann fĂŒr die Warmwasserkosten eine Mehrbedarf Pauschale in folgender Höhe beantragt werden (ausgehend vom Regelbedarf ab 2018 – 416 Euro):

 

RegelbedarfWer?ProzentsatzPauschale
416 €VolljĂ€hrige/ Alleinstehende2,30%9,57€
374 €volljĂ€hrige Partner der Bedarfsgemeinschaft2,30%8,60 €
332 €VolljĂ€hrige unter 25 Jahren2,30%7,64 €
316 €Kinder 15 – 18 Jahre1,40%4,42 €
296 €Kinder 7 – 14 Jahre1,20%3,55 €
240 €Kinder 0 – 6 Jahre0,80%1,92 €

Beispiel: Eltern und 2 Kinder (11 und 15 Jahre alt)

Vater: 374 Euro x 2,30% = 8,60 Euro
Mutter: 374 Euro x 2,30% = 8,60 Euro
Kind 1: 316 Euro x 1,40% = 4,42 Euro
Kind 2: 296 Euro x 1,20% = 3,55 Euro

Insgesamt hat die Familie einen Anspruch auf einen monatlichen Mehrbedarf fĂŒr Warmwasser in Höhe von 25,17 Euro.

Unterdeckung trotz Zuschlag

Die MehrbedarfszuschlĂ€ge sind allerdings geringer als die realen Kosten, die fĂŒr Energie zur Warmwasseraufbereitung aufgewendet werden mĂŒssen.

Beispiel mit der Annahme, dass eine Kilowattstunde (1 kWh) Strom 0,30 Euro kostet, was im Jahr 2018 realistisch ist. Bei einer vierköpfigen Familie geht man bei einem Durchlauferhitzer von einem Verbrauch von etwa 1.800 kWh aus. Nach Verbrauch wĂŒrde sich also ein Zahlbetrag von 1.800 x 0,30 = 540 Euro Stromkosten jĂ€hrlich ergeben, monatlich also 45 Euro. Der Mehrbedarf fĂŒr den Strom bei dezentraler Warmwasseraufbereitung betrĂ€gt – wie oben in der Tabelle berechnet – lediglich 25,17 Euro und deckt damit gerade mal ein wenig mehr als die HĂ€lfte der tatsĂ€chlichen Kosten.

Hintergrund des Warmwasserzuschlags

Sofern die Heißwasseraufbereitung lokal in der Wohnung (und nicht zentral) des Hartz IV Leistungsbeziehers erfolgt, werden diese Kosten nicht ĂŒber die Leistungen der Unterkunft und Heizung nach § 22 SGB abgedeckt, mit der Folge, dass der Leistungsbezieher diese aus dem Regelbedarf bestreiten mĂŒsste, da Strom und Gas bereits in diesem eingerechnet sind.

Voraussetzungen fĂŒr den Zuschlag

Diesen Mehrbedarf fĂŒr die dezentrale Warmwasser Aufbereitung können nur Hartz IV LeistungsempfĂ€nger erhalten, bei denen die Warmwasserkosten nicht bereits mit den Kosten der Unterkunft und Heizung (KdU) abgedeckt sind.

Es bedarf eines schriftlichen Antrags, bei dem auch eine Bescheinigung des Vermieters beigelegt ist, dass die Warmwasseraufbereitung in der Wohnung dezentral und nicht ĂŒber die Zentralheizung erfolgt.

Ferner muss der Leistungsbezieher diese selbst mit dem Versorger (Stromanbieter, Gaswerk), und nicht ĂŒber die Nebenkosten an den Vermieter, abrechnen, denn Miete und Nebenkosten werden ĂŒblicherweise direkt vom Jobcenter an den Vermieter gezahlt.

Abweichender Bedarf zum Mehrbedarfsanspruch

Dass die Kosten niedriger als der Mehrbedarfszuschlag sind, ist zwar möglich aber auch aufgrund der gestiegenen Energiepreise recht unwahrscheinlich. In der Regel werden die tatsÀchlichen Kosten der dezentralen Warmwasseraufbereitung deutlich höher als die Pauschalen sein, wie auch das obige Berechnungsbeispiel zeigt. EinzellfallabhÀngig kann also der tatsÀchliche Verbrauch zugrunde gelegt und vom Jobcenter erstattet werden.

Allerdings gestaltet sich hier der Nachweis als sehr schwierig, da der Leistungsbezieher hier die Kosten anhand von Werten fĂŒr die Warmwasseraufbereitung vorlegen mĂŒsste. Der genaue Verbrauchswert fĂŒr Strom bei einem Durchlauferhitzer oder Boiler – Gas bei einer Gastherme – mĂŒsste gemessen und mitgeteilt werden.

Grundsicherung im Alter und Hilfe zum Lebensunterhalt

In diesem Fall wird der Mehrbedarf fĂŒr dezentrale Warmwassererzeugung nicht nach dem SGB II gewĂ€hrt. Die Regelungen fĂŒr Beziher von Grundsicherung im Alter oder bei Erwerbsminderung bzw. Hilfe zum Lebensunterhalt finden sich im § 30 Abs. 7 SGB XII. Die Höhe sowie die sonstigen Voraussetzungen sind denen bei Hartz IV Bezug identisch.

Letzte Aktualisierung: 11.10.2018

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