Mehrbedarf Schwangerschaft

Schwangere legt H√§nde um BauchMehrbedarf f√ľr werdende M√ľtter nach der 12. SW

Dieser Mehrbedarf wird an alle erwerbsf√§higen und hilfebed√ľrftigen M√ľtter ab der 13. Schwangerschaftswoche gezahlt und betr√§gt 17% der ma√ügeblichen Regelleistung (geht man also beispielsweise von 416 Euro¬†Regelbedarf aus, betr√ľge der Mehrbedarf 70,72 Euro¬†monatlich. Sollte die „Erwerbsf√§higkeit“ nicht gegeben sein (Sozialgeld Empf√§nger unter 15 Jahren) so wird der Mehrbedarf trotzdem gezahlt und berechnet sich an der altersentsprechenden Regelleistung der Schwangeren.

Anspruch und Anspruchsdauer

Um den Anspruch zu erf√ľllen, muss nat√ľrlich eine Schwangerschaft vorliegen. Hierzu kann das Jobcenter verlangen, dass diese durch √§rztliches Attest oder eine Hebamme best√§tigt wird. Der Anspruch beginnt mit Ablauf der 12. Schwangerschaftswoche, also rechnerisch mit dem 85. Tag der Schwangerschaft und endet mit dem tats√§chlichen Geburtstermin.

Höhe der Leistungen

Die Höhe des Mehrbedarfs bei Schwangerschaft richtet sich zunächst nach der maßgeblichen Regelleistung. Dabei beträgt der volle Regelbedarf nach § 20 SGB II ab 2018 416 Euro.

  • Alleinstehende: 17% von der 100%igen Regelleistung (70,72 Euro)
  • vollj√§hrige Angeh√∂rige einer Bedarfsgemeinschaft: 17% der 90%igen Regelleistung (63,58 Euro)
  • sonstige erwerbsf√§hige Angeh√∂rige der Bedarfsgemeinschaft: 17% der 80%igen (ma√ügeblichen) Regelleistung (56,44 Euro)

Sinn und Zweck dieses Mehrbedarfs ist, die besonderen Kosten, die werdenden M√ľttern mit der Schwangerschaft entstehen, aufzufangen. Hierzu z√§hlen beispielsweise die K√∂rperpflege, zus√§tzliche Fahrtkosten sowie erh√∂hter Informationsbedarf. Entgegen der im Internet verbreiteten Meinung, Schwangere h√§tten aufgrund von Besonderheiten bei der Kost einen Anspruch auf den Mehrbedarf f√ľr Ern√§hrung – eine Schwangerschaft ist keine Krankheit, somit steht dieser Zuschlag den werdenden M√ľttern nicht zu.

Weitere Leistungen

Zus√§tzlich k√∂nnen Schwangere den Sonderbedarf nach¬†¬ß 23 Abs. 3 SGB II¬†zur¬†Erstausstattungen f√ľr Bekleidung einschlie√ülich bei Schwangerschaft und Geburt ¬†beantragen. Weitere Informationen: Erstausstattung. Mit dieser Hilfe, die ebenfalls nur auf Antrag (ca. 2-3 Monate vor dem Entbindungstermin) gew√§hrt wird, erhalten Betroffene Leistungen beispielsweise f√ľr Umstandskleidung, Wickelm√∂bel, spezielle Unterw√§sche, Windeln, Hygieneartikel etc.

Nach der Geburt

Nach der Entbindung wiederum haben die M√ľtter Anspruch auf Kindergeld sowie das Elterngeld (wird aber in voller H√∂he als Einkommen auf Hartz IV angerechnet, sofern die Mutter/ Eltern vor der Geburt des Kindes nicht erwerbst√§tig waren – ansonsten kann ein Eltergeldfreibetrag nach ¬ß 10 BEEG von 300 Euro geltend gemacht werden).

√úbernimmt die Mutter nach der Geburt die Pflege und Erziehung alleine, hat sie zudem einen Anspruch auf den Mehrbedarf f√ľr Alleinerziehende. Zu beachten ist, dass im Falle der alleinigen Erziehung durch die Mutter der Vater des Kindes zum Kindesunterhalt verpflichtet ist, welcher sich nach der D√ľsseldorfer Tabelle richtet. Bis zum 3. Lebensjahr hat die Mutter sogar Anspruch auf den Betreuungsunterhalt. Allerdings wird Unterhalt in voller H√∂he auf Hartz IV Leistungen angerchnet. Ausf√ľrhliche Informationen zum Unterhalt finden Sie auf unterhalt.net.

Letzte Aktualisierung: 18.01.2018

1 Stern2 Sterne3 Sterne4 Sterne5 Sterne
3,84 von 5 Punkten, basierend auf 56 abgegebenen Stimmen.
Loading...