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Mehrbedarf Schwangerschaft

schwagrere frau bei aerztin mit stetoskop

Mehrbedarf für werdende Mütter nach der 12. SW

Dieser Mehrbedarf wird an alle erwerbsfähigen und hilfebedürftigen Mütter ab der 13. Schwangerschaftswoche gezahlt und beträgt 17% der maßgeblichen Regelleistung (ausgehend vom Eck-Regelsatz von 432 Euro ab 01.01.2020 sind das 73,44 Euro monatlich). Sollte die “Erwerbsfähigkeit” nicht gegeben sein (Sozialgeld Empfänger unter 15 Jahren) so wird der Mehrbedarf trotzdem gezahlt und berechnet sich an der altersentsprechenden Regelleistung der Schwangeren.

Das Wichtigste in Kürze

Anspruch und Anspruchsdauer

Um den Anspruch zu erfüllen, wird das Jobcenter einen Nachweis über die Schwangerschaft verlangen, beispielsweise durch ärztliches Attest oder eine Hebamme. Der Anspruch beginnt mit Ablauf der 12. Schwangerschaftswoche, also rechnerisch mit dem 85. Tag der Schwangerschaft und endet mit dem tatsächlichen Geburtstermin. Danach hat das Neugeborene einen eigenen Anspruch auf den Regelsatz für Kinder.

Wichtig: Der Mehrbedarf bei Schwangerschaft wir nur auf Antrag erbracht. Es muss also ein aktiver Antrag beim Jobcenter gestellt werden. Einen Muster Antrag finden Sie weiter unten auf dieser Seite zum Download als PDF oder Word-Datei.

Höhe der Leistungen

Die Höhe des Mehrbedarfs bei Schwangerschaft richtet sich zunächst nach der maßgeblichen Regelleistung. Dabei beträgt der volle Regelbedarf nach § 20 SGB II ab 01.01.2020 432 Euro.

  • Alleinstehende: 17% von der 100%igen Regelleistung (73,44 Euro für 2020/ 72,08 Euro bis 2019)
  • volljährige Angehörige einer Bedarfsgemeinschaft: 17% der 90%igen Regelleistung (66,10 Euro für 2020 / 64,94 Euro bis 2019)
  • sonstige erwerbsfähige Angehörige der Bedarfsgemeinschaft: 17% der 80%igen (maßgeblichen) Regelleistung (58,75 Euro für 2020 / 57,67 Euro bis 2019)

Sinn und Zweck dieses Mehrbedarfs ist, die besonderen Kosten, die werdenden Müttern mit der Schwangerschaft entstehen, aufzufangen. Hierzu zählen beispielsweise die Körperpflege, zusätzliche Fahrtkosten sowie erhöhter Informationsbedarf. Entgegen der im Internet verbreiteten Meinung, Schwangere hätten aufgrund von Besonderheiten bei der Kost einen Anspruch auf den Mehrbedarf für Ernährung – eine Schwangerschaft ist keine Krankheit, somit steht dieser Zuschlag den werdenden Müttern nicht zu.

Weitere Leistungen

Zusätzlich können Schwangere den Sonderbedarf nach § 23 Abs. 3 SGB II zur Erstausstattungen für Bekleidung einschließlich bei Schwangerschaft und Geburt  beantragen. Weitere Informationen: Erstausstattung. Mit dieser Hilfe, die ebenfalls nur auf Antrag (ca. 2-3 Monate vor dem Entbindungstermin) gewährt wird, erhalten Betroffene Leistungen beispielsweise für Umstandskleidung, Wickelmöbel, spezielle Unterwäsche, Windeln, Hygieneartikel etc.

Antrag auf Mehrbedarf bei Schwangerschaft und Erstausstattung (Muster)

Vorname + Nachname
Straße + Hausnummer
PLZ + Wohnort

An das Jobcenter …
Straße + Hausnummer
PLZ + Ort

Datum: TT.MM.JJJJ

Antrag auf Mehrbedarf bei Schwangerschaft und einmalige Beihilfen
Nummer der Bedarfsgemeinschaft

Sehr geehrte Damen und Herren,

mit heutigem Datum beantrage ich den Mehrbedarf bei Schwangerschaft nach § 21 Abs. 2 SGB II. Als Nachweis füge ich diesem Antrag eine Kopie des Mutterpasses bei.

Darüber hinaus beantrage ich gleichzeitig einmalige Beihilfen nach § 21 Abs. 3 SGB II zur Beschaffung von Umstandskleidung sowie der Babyerstausstattung.

Mit freundlichen Grüßen

(Unterschrift)

Nach der Geburt – Kindergeld, Elterngeld und Unterhalt

Nach der Entbindung wiederum haben die Mütter Anspruch auf Kindergeld sowie das Elterngeld (wird aber in voller Höhe als Einkommen auf Hartz IV angerechnet, sofern die Mutter/ Eltern vor der Geburt des Kindes nicht erwerbstätig waren – ansonsten kann ein Eltergeldfreibetrag nach § 10 BEEG von 300 Euro geltend gemacht werden).

Übernimmt die Mutter nach der Geburt die Pflege und Erziehung alleine, hat sie zudem einen Anspruch auf den Mehrbedarf für Alleinerziehende. Zu beachten ist, dass im Falle der alleinigen Erziehung durch die Mutter der Vater des Kindes zum Kindesunterhalt verpflichtet ist, welcher sich nach der Düsseldorfer Tabelle richtet (Sollte kein Unterhalt fließen, sollte der Unterhaltsvorschuss durch das Jugendamt geprüft werden.

Bis zum 3. Lebensjahr hat die Mutter sogar Anspruch auf den Betreuungsunterhalt. Allerdings wird Unterhalt in voller Höhe als bedarfsdeckendes Einkommen des Kindes auf Hartz IV Leistungen angerechnet.

Ausführliche Informationen zum Unterhalt finden Sie auf unterhalt.net.

Letzte Aktualisierung: 06.04.2020

Titelbild: EmiliaUngur