Beiträge von Schorsch

    Ich könnte es überlesen haben, aber falls nicht, scheinst Du die Wohngeldstelle nicht informiert zu haben?


    An Deiner Stelle würde ich zusehen, dass Du das machst, hingehst und wenn irgend möglich eine Rückzahlung des Wohngeldes noch in diesem Monat zu erreichen versuchst. Nach Rechtsprechung des Bundessozialgerichts ist auch eine später zurückgeforderte Sozialleistung Einkommen, das das Arbeitslosengeld II mindert , wenn derartige Gelder erst in einem späteren Monat zurückgefordert werden.

    Die Wahrheit ist schlicht, dass Du keinerlei Versuche unternommen hast, Deine bestehende Berufsausbildung anerkennen zu lassen das auch nicht willst oder wolltest und eine erste Ausbildung unstreitig hast.


    Es ist zudem sehr unwahrscheinlich, dass Deine persönliche Meinung zur Frage, ob Dein Abschluss in irgendeiner Weise in Dt. verwertbar ist, tatsächlich die komplexe Rechtsfrage beantwortet, ob Dein Abschluss im rechtlichen Sinn anerkennungsfähig sein könnte.


    Um Dein Bäckerbeispiel zu verwenden: Brötchenbackkenntnisse wären für eine Anerkennung verzichtbar, wenn genug Anderes da ist. Hinzu kommt, dass Elemente nachgelernt werden können.


    Zuwandernde Ärzte und Ingenieure haben im Regelfall auch keine Ahnung von den deutschen Rechtsvorschriften/Standards ihrer Profession - das schließt eine Anerkennung nicht automatisch aus.

    Du kannst jedenfalls auf goodwill-basis anfragen. Ich würde als Argumentationshilfe ausreichend Dokumaterial mitbringen, damit man die Kosten realistisch beziffern kann.


    Es ist auch denkbar, dass die Kostenübernahme irgendwo in den Details der Vereinbarung zur Maßnahme verborgen sind - oder das Gegenteil.

    Die Vorgehensweise des Jobcenters ist rechtlich völlig richtig.


    Deine Tochter hat kopfanteilig für ihre Kosten der Unterkunft aufzukommen. Bedeutet, sie muss aus ihrem Ausbildungslohn für die Miete mitaufkommen.


    Das ist auch genau das für was ein Ausbildungslohn nun einmal gezahlt wird - um davon zu leben.


    Auch die Anrechnung des Kindergeldes bei den Eltern ist rechtlich zutreffend. Kindergeld ist gesetzlich Einkommen der Eltern. Falls das Kind sich nicht selbst versorgen kann, macht das Zweite Sozialgesetzbuch eine Ausnahme von dem Gedanken und erlaubt es, dass das Geld direkt für das Kind angerechnet wird.


    Sobald das Geld aber nicht mehr für den Bedarf des Kindes gebraucht wird, da dieses sich mit seinem übrigen Einkommen selbst versorgen kann, zählt es rechtlich wieder als Einkommen der Eltern.

    Logik des Gesetzes:

    Das SGB II baut auf dem Gedanken auf, dass Alg II nur ein Zuschuss zum sonstigen Einkommen und Vermögen ist. Steht Jemandem hier und jetzt Geld aus irgend einer Form von Einkommen zur Verfügung, kann er davon leben, braucht also keinen Zuschuss vom Staat.


    Das Guthaben ist Dir in 2019 zugeflossen, steht Dir also hier und jetzt zum davon Leben zur Verfügung.


    Letztendlich liegen die 133 Euro auch klar unter dem. was das Jobcenter in 2018 in Summe gezahlt hat - wir kommen also auch gar nicht zu der Diskussion, ob man über die Ausnahme in § 22 Absatz 3 SGB II hier vom Behaltendürfen ausgehen kann.

    Streng genommen ist die Frage nach dem geregelten Einkommen finanziell relevant und das kostenlose Konto ist eine geldwerte Leistung.


    Rein praktisch gesehen prüfen viele der Banken gerade zu Beginn tatsächlich, ob monatliche Zahlungen eingehen. Ein Teil der kostenlosen Girokonten verlangt sogar ausdrücklich im Vertrag, dass es sich um das Gehaltskonto handeln muss und ein monatlicher Mindestbetrag darüber gehen muss.


    Wenn Du nicht gerade planst, für längere Zeit beim Jobcenter zu verweilen, ist allein der drohende bürokratische Aufwand, falls die Bank prüft, nachfragt und dann mahnt und kündigt, das Ganze nicht wert.

    Die Auskunft könnte durchaus richtig sein. Der Rest Deiner Geschichte macht allerdings keinen Sinn.


    Wenn Du kein Alg II - also "laufende Leistungen nach dem Zweiten Sozialgesetzbuch - bekommst, sondern von Ersparnissen lebst, bist Du ohnehin nicht beim Jobcenter.


    Die werden Dir dann auch keine Maßnahmen vom Jobcenter bezahlt.


    Dann wäre aber gegebenenfalls die Agentur für Arbeit für Dich zuständig. Das ist eine völlig andere Behörde.


    Gerade *wenn* man nicht beim Jobcenter ist, trotzdem arbeitslos und arbeitssuchend ist (etc.) kann die Agentur für Arbeit Maßnahmen anbieten.


    Mit den Maßnahmen ist im Regelfall eine Krankenversicherung und Plegeversicherung verbunden (teils auch noch sonstiges wie z.B. Fahrgeld, Verpflegungsgeld etc., das kann variieren).


    Nur gilt bei der Agentur für Arbeit: Wenn Du arbeitest, bist Du nicht mehr arbeitslos. Dann ist die Agentur für Arbeit nicht mehr zuständig und die Maßnahme endet. Genauer: die Arbeit muss einige Grundanforderungen erreichen, insb. muss eine bestimmte Stundenzahl erreicht sein. Ansonsten kann es denkbar sein, dass weiterhin als Arbeitslos gilst. Näheres kannst Du bei der Agentur für Arbeit erfragen, falls meine Vermutung wie die Diinge wirklich sind, ungefähr richtig sein sollte.

    Als Student ist es bei der Arbeitsmarktlage in weiten Teilen Deutschlands momentan üblicherweise nicht schwer, kurzfristig einen ungelernten Job (oder besser) zur Überbrückung bis zum Job im Studienberuf zu finden.


    Sehr viele Studenten (und auch andere Jobsuchende) haben in solchen Situationen geistige Scheuklappen auf und verweigern sich dem Gedanken, dass man durchaus auch erst einen Übergangsjob annehmen kann um dann entspannt nach "Was Richtigem" weiterzusuchen. Selbst in Teilzeit reicht das nicht selten zusammen mit Wohngeld.


    Es hat einige Vorteile - man ist z.B. beim Jobcenter raus und sucht über die Agentur für Arbeit Jobs. Rentenanwartschaften, Lebenserfahrung - oft genug auch mehr Geld.

    So wie Du die Situation schilderst, klingt es verdächtig nach "Quatsch".


    Bedeutet: Es ist rein von der Schilderung her nicht unwahrscheinlich, dass Deine Eltern Dir in irgend einem Punkt Unsinn erzählen. Sei es, weil sie es selbst nicht verstehen, sei es, weil Sie Dir nicht Alles bzw. nicht zu allem die volle Wahrheit mitteilen, sei es, weil Du es nicht voll verstanden hast.


    Deine Schilderungen enthalten v.a. nicht die geringste Information, warum das Arbeitslosengeld 2 eingestellt wurde.


    Alles andere wäre "eigentlich" völlig egal. Arbeitslosengeld II ist unpfändbar. Sobald das Thema Arbeitslosengeld geklärt ist, könnte sich Dein Vater beim Amt eine P-Kontenbescheinigung ausstellen lassen, sein Konto kurzfristig in ein P-Konto umstellen lassen und schon ist der Rest eigentlich egal.

    Noch einfacher in praktischer Hinsicht: Das Arbeitslosengeld 2 wird auf Dein Konto oder eines Deiner Mutter überwiesen. Da Sozialleistungen nicht pfändbar sind, ist das rechtlich kein Problem, da keine Umgehung der Pfändung des Kontos Deines Vaters.


    Bedeutet für Dich: Als Erstes benötigst Du richtige und vollständige Infos oder Hilfe von außen. Sei es, dass Du erst einmal mit Deinen Eltern zum Jobcenter marschierst und dort alles besprichst, sei es, dass Du eine Sozialberatung vor Ort findest (nicht überall vorhanden), sei es, dass Deine Eltern sich einen Beratungshilfeschein holen und zum nächsten Sozialrechtler gehen.


    Viel Erfolg!

    Ja, Widerspruch kann sinnvoll sein.


    Die Rechtslage dazu ist in der Rechtsprechung zwar nicht vollständig und in jedem Detail geklärt. Genau deshalb ist ein Widerspruch in solchen Fällen allerdings regelmäßig sinnvoll.


    Es ist aber rechtslogisch gesehen nicht abwegig, schlicht auf die Exmatrikulation abzustellen, denn das Gesetz geht dem Wortlaut und Grundansatz beim Vollzeitstudium vom formellen Status (Exmatrikuliert/Nicht Exmatrikuliert) aus.


    Hinzu kommt, dass bei derartigen Statusfragen das Gesetz grundsätzlich tagesaktuell greift. Bedeutet: selbst wenn man auf den späteren Tag des Eintragens der letzten Note abstellen will statt auf den Tag der Exmatrikulation dies immer noch nicht bedeutet, dass für die übrigen Tage des Monats kein Anspruch besteht.

    Alg II ist unpfändbar.


    Jobcenter können aber statt dessen in gewissem Umfang monatlich aufrechnen. Das geht dem Grunde nach auch bei Wechsel des Jobcenters.

    Wie viel monatlich aufgerechnet werden kann, steht im Erstattungsbescheid oder einem gesonderten Aufrechnungsbescheid. Maximal ist es aber 30 % Deines Regelbedarfs, üblicherweise bei einem einzigen simplen Erstattungsbescheid aber nur 10 % (Dateils lasse ich mal weg - es ist einfacher für Dich, im Bescheid nachzuschauen).

    Es wird nicht als Einkommen angerechnet, so lange es sauber nachgewiesen wird.


    Allerdings wird der Erlös durch den Vermögenstausch zu anrechenbarem Vermögen. Das Auto ist nicht anrechenbares Vermögen nach § 12 Absatz 3 SGB II. Geld ist nicht auf diese Weise geschützt.


    Das wird vermutlich keinen Unterschied machen. Falls Du aber doch durch den Verkaufserlös die Vermögensfreibeträge nach § 12 Absatz 2 SGB II sprengen solltest, *dann* würde es im Ergebnis "angerechnet".

    Vom Grundgedanken her stimmt es.


    Es gibt noch zusätzliche Vorteile. Insbesondere macht der Unterschied bei der Rente mit der Zeit einiges aus. Mag jetzt unwichtig klingen, ist aber später ziemlich aufwändig oder kostspielig, den Unterschied wieder reinzuwirtschaften.


    Außerdem kann man bei Jobs mit über 400 Brutto monatlich alle "Werbungskosten" absetzen. Bei Jobs bis 400 Euro sind die Werbungskosten auf den Grundfreibetrag von 100 Euro gekappt.

    Du solltest jedenfalls Deine Scheuklappen ablegen und unbedingt vollständige und wahrheitsgemäße Angaben machen.


    Ihr beantragt mit diesen Angaben Geld vom Staat. Du bist bei unvollständigen Angaben praktisch automatisch bei Ordnungswidrigkeiten wenn nicht bei Betrug. Für kindisches Herumgetrotze ist an so einem Punkt kein Raum. Du stehst direkt an der Schwelle zur Kriminalität mit vierstelligen Geldsummen (oder höher) in so einem Fall wenn Du Unsinn baust.


    Bei rund 1700 Euro durch Kindergeld und Einkommen solltet ihr ohnehin erst einmal prüfen. ob nicht Kinderzuschlag, Wohngeld und ein Umstellen der Steuerklasse eine Lösung für Euer Problem sein kann.