Beiträge von Schorsch

    Genau genommen kannst Du allein für Dich Leistungen beantragen, auch wenn ihr eine Bedarfsgemeinschaft seid.


    Das ändert nichts daran, dass Deine Freundin ihre Daten liefern muss und Dein Bedarf nach den Regeln für eine Bedarfsgemeinschaft berechnet wird. Der berechnete Anteil für Deine Freundin wird dann nicht gezahlt.


    Genauso könntet ihr erst einen Antrag für Euch beide stellen und nach Bewilligung verzichtet Deine Freundin auf ihre Leistungen.


    In beiden Fällen muss Deine Freundin dann keine Arbeit aufnehmen. Im ersten Fall muss sie auch nicht beim Jobcenter vorsprechen.

    Du hast einen Vermögensfreibetrag von Lebensalter mal 150 Euro. Mindestens allerdings 3100 Euro.


    Dazu kommen dann nocheinmal 750 Euro.


    Falls Du den Freibetrag zu keinem Zeitpunkt geknackt haben solltest, ist es vermutlich banal.


    Nachmelden mit einem netten Brief, dass Du den Bausparvertrag leider völlig vergessen hast...fertig.

    Schlimmstenfalls gäbe es ein kleineres Bußgeld.


    Falls Du hingegen wider Erwarten wegen dem Geld aus dem Bausparvertrag Deine Vermögensfreibeträge überschritten hättest, müsste man tiefer in die Prüfung einsteigen.


    Verbergen kannst Du es übrigens ohnehin nicht. Das Bausparkonto nebst Zinsen werden beim Bundeszentralamt für Steuern gemeldet und sind daher auf Dauer nicht verbergbar.

    Die 54 Euro sind bereits der niedrigste denkbare Zuzahlungsbetrag.


    Chronisch Kranke, die Sozialleistungen beziehen, zahlen 53,52 jährlich. Sobald Du diesen Betrag erreicht hast, kannst Du Dich von allen weiteren Zuzahlungen befreien lassen (so noch nicht geschehen).


    Es geht wirklich nicht mehr niedriger. Da musst Du leider durch.

    Halten wir das Ganze doch einmal praktisch:

    5 Tage Regelbedarf sind keine 75 Euro.


    Außerdem sind diese 5 Tage vorbei und für die Gegenwart bekommst Du Geld.


    Hinzu kommt, dass die Weihnachtszeit für Wohnungslose eigentlich praktisch als die "günstigste" gilt, da es an allen Ecken und Enden Geschenke, Armenspeisungen etc. gibt.


    Du kannst zwar Klage einreichen. Es macht kaum Aufwand. So lange Du das Gericht nicht mit sinnlosen Schreiben zumüllst, hält das den Fall für einige Monate offen und Du kannst schauen, ob Du die Beteiligten überzeugen kannst, dass Du 5 Tage früher vor Ort warst.


    Du kannst es auch lassen. Das ist ebenfalls nicht das Ende der Fahnenstange. Du kannst später einen Überprüfungsantrag stellen - aber auch dann wirst Du sinnvolle Nachweise dafür brauchen, dass Du vor Ort warst. .

    Die gesetzliche Änderung, dass Bildungs- und Teilhabeleistungen keinen zusätzlichen Antrag benötigen, sondern mit dem Weiterbewilligungsantrag automatisch als gestellt gelten, ist erst vor recht kurzer Zeit eingeführt worden (2019?).


    Davor musste ein gesonderter Antrag gestellt werden.


    Die Information stand jahrelang im Formular "Weiterbewilligungsantrag" und in den gängigen Infobroschüren zum Arbeitslosengeld II.

    So wie Du es Dir vorstellst, wird es nicht funktionieren. Deine Zahlungen an Mutter und Kind sind Einkommen der Beiden und werden auf die Leistungen des Jobcenters angerechnet. Die 150 Euro an zusätzlichen Mitteln für die Wohnung müssen rechtlich gesehen ebenfalls angerechnet werden.


    Falls Deine Ehefrau mit Kind bei Antragstellung in einer Wohnung wohnt, deren Miete unangemessen hoch ist, passiert üblicherweise Folgendes: Sie wird aufgefordert werden, die Miete zu senken, z.B. durch Umzug, wenn sich keine andere Möglichkeit findet. Kommt sie dem nicht nach, wird das Geld für die Kosten der Unterkunft auf das angemessene Maß (das sind üblicherweise die örtlichen Mietobergrenzen) abgesenkt.


    Falls die Antragstellung beim Jobcenter vor der Anmietung einer Wohnung erfolgen sollte, sieht es noch einmal anders aus. Das Jobcenter wird dann direkt die Anmietung prüfen. Falls die Miete nicht angemessen ist, wird dann von Anfang an nur die angemessene Miete anerkannt werden.


    Theoretisch könntest Du die Wohnung unter Deinem Namen anmieten, die Miete komplett zahlen und den beiden zur Verfügung stellen. Dann bekämen sie keine Leistungen für die Unterkunft, aber die Höhe der Miete wäre ansonsten egal. Falls ihr aber nicht gerade in einer Gegen mit sehr günstigen Mieten lebt, ist das vermutlich rein finanziell ausgeschlossen.


    Zum Unterhalt:

    Falls Du genug verdienen würdest, würdest Du auch Deiner Exfrau voraussichtlich Unterhalt schulden. Nur geht der Unterhalt an Euer Kind vor.

    Ich kenne real genug Fälle, in denen die MEB nicht erstellt wurde.


    Ich male mal ein simples Bild:


    Bürger möchte Mehrbedarf vom Jobcenter, da er laut Arzt seine Ernährung umstellen muss.


    Jobcenter lehnt direkt ab, da Erkrankung klar unter jene fällt, die laut Rechtsprechung mit dem Regelbedarf abgedeckt werden können (auch wenn es einiges an Organisation, selbst kochen und viel Zeit erfordert).


    Wir sind in einer Metropole mit SG. Bürger fährt beim SG vorbei und disktiert schnell mal eine Klage.


    Gericht möchte auf Nummer Sicher gehen, dass kein untypischer Ausnahmefall vorliegt, der doch einen Anspruch begründen könnte, und fordert ärztlichen Ernährungsplan an.


    Muss nicht so sein, aber ich kann bestätigen, dass es derartige Fälle durchaus ohne vorheriges Ausfüllen der MEB zum SG schaffen können.

    Damit wir vor dem SG landen, hat das Jobcenter vermutlich abgelehnt. Läge also nicht fern, dass es gar kein ärztliches Attest gibt - oder das Attest aus Behördensicht rechtlich bedeutet, dass es eben keinen Anspruch auf Mehrbedarf gibt.


    Gewollt ist laut Greg ein "Ernährungsplan, der bestätigt, dass ein Mehrbedarf nötig ist". Klingt etwas unrund formuliert, dürfte aber m.E. ein fachärztlicher Ernährungsplan oder ein Attest sein, das hier gewollt ist. Klarstellung, ob er sich hier ungenau ausgedrückt hat, müsste von Greg kommen.

    Hallo Du,


    der Aufwand für einen Weiterbewilligungsantrag mit Formular "WBA" ist doch auch nicht größer, als sich hier im Forum zu registrieren und dann diese Frage zu tippen.


    Warum also überhaupt das Grübeln?


    Formular ausdrucken, ausfüllen, unterschreiben und ans Jobcenter schicken, falls Du nicht ohnehin online Deinen Weiterbewilligungsantrag stellst,


    Falls es Veränderungen gab, die sich auf die Leistungen auswirken, musst Du sie so oder so melden. Das ist vom Weiterbewilligungsantrag unabhängig.

    Die Fälle, in denen rechtlich ein Mehrbedarf für kostenaufwändige Ernährung besteht, sind sehr eng angesetzt.


    Sehr oft glauben die Betroffenen, sie hätten einen Anspruch, obwohl es rechtlich schlicht nicht so ist.


    Da Du bereits beim Sozialgericht bist, ist die Antwort auf Deine Frage aber wirklich einfach:


    Das Sozialgericht fordert aussagekräftige medizinische Nachweise. Die bekommst Du von Deinem Arzt, falls Du sie noch nicht hast. Oder eben nicht.

    Lebenspraktische Ansage:


    Viele - nicht alle - Banken geben bei Vorliegen eines Hochschulabschlusses und solider Schufa problemlos einen Microkredit über ein paar tausend Euro.


    Selbst wenn das Jobcenter Dir einen Satz günstiger Businesskleidung und einen Fototermin spendiert, reden wir von einem Geldbetrag von 300-400 Euro würde ich mal schätzen.


    Das ist kein Betrag, der Dir wirklich auffallen wird, sobald Du eingestellt bist.


    Es kann also eine Überlegung wert sein, Dir ein bis zwei Sätze hochwertige Businesskleidung (die Du mit Einstellung ja ohnehin anschaffen müsstest) gebraucht oder neu per Kredit zu kaufen und beim Fototermin auch nicht zu sehr zu sparen.


    Viele Jobcenter betreiben gerade aktiv keine Arbeitsvermittlung für den allgemeinen Markt oder haben Personal in andere Bereiche abgezogen. Es ist also nicht auszuschließen, dass ein Antrag für Bewerbungsbemühungen eine Weile dauert. Die entstehende Verzögerung ist es ggf. nicht wert. Letzteres musst Du aber für Dich einschätzen und entscheiden.