Schueler Ferienjob und zusaetzlich Nebenjob - anrechnungsfrei ja oder nein

  • Hallo zusammen,


    ich bin Frührentnerin. Meine Tochte bezieht Harz4, weil sie über 15 Jahre alt ist und ihr Vater sich weigert, Unterhalt zu zahlen. Soweit so gut.
    Da im Harz4 Satz kein Taschengeld für Jugendliche vorgesehen ist, geht meine Tochter einem Minijob nach und verdient monatlich bis zu 100,-€ dazu, anrechnungsfrei. Soweit alles in Ordnung.
    Nun habe ich vor den Sommerferien angefragt, ob sie ihr Taschengeld zusätzlich durch einen Fereinjob aufbessern darf und dieses Geld ebenfalls anrechnungsfrei ist.
    Mir wurde daraufhin von der Sachbearbeiterin versichert, dass der Nebenjob und der Ferienjob zwei verschiedene Dinge sind, die sie beide unabhängig voneinander wahrnehmen darf und die ihr im vorgeschriebenen Rahmen auch nicht angerechnet würden.
    Da es sich bei dieser Sache um den gleichen Arbeitgeber handelte, habe ich also auch das abgeklärt. Die Sachbearbeiterin hat daraufhin, so ihre Aussage mir gegenüber, Rücksprache mit der Rechtsabteilung gehalten. Dem nach war auch das kein Problem. Meine Tocher saß mit am Telefon, welches laut gestellt war, und hat auch gehört, wie die Sachbearbeiterin ihr grünes Licht gab.
    Zusätzlich hatte ich die Sachbearbeiterin gefragt, ob es ein Problem geben kann, wenn ein neuer Sachbearbeiter kommt. Sie hat das deutlich verneint und mir gesagt, dass sie die Akte meiner Tochter für ihre nachkommende Kollegin so hinterlässt, dass für uns keine neuen Probleme dadurch entstehen.
    Dann aber wechselten die Sachbearbeiter im Verlaufe der Ferien. Nun musste ich den Folgeantrag zur Weiterbewilligung einreichen, hörte aber von der neuen Sachbearbeiterin nichts.
    Weil immer noch kein Bescheid erfolgte, rief ich also da an und fragte nach der Sachlage.


    Nun plötzlich gilt das alles nicht mehr, was mir die vorangegangene Sachbearbeiterin zugesagt hatte und das Geld aus dem Ferienjob soll nun plötzlich doch dem Einkommen meiner Tochter angerechnet werden.
    Ich verstehe das nicht und es ist mir schleierhaft, wie die Aussagen zweier Sachbearbeiterinnen sich derart widersprechen können.
    Meine Hoffnung ist, dass hier im Forum jemand ist, der mir dazu etwas sagen kann.


    MfG :confused:

  • Hallo,


    die Aussagen beider SB sind bedingt richtig. Nachfolgend ein Auszug aus den Fachlichen Hinweisen ( "Dienstanweisung" ) zu § 11-11b SGB II


    (11.127) Differenzberechnung


    6) Die Privilegierung führt dazu, dass die Bruttoeinnahme (§ 2 Abs. 1 Alg II-V) bis zu 1.200,00 EUR nicht als Einkommen berück-sichtigt wird. Der übersteigende Anteil des Einkommens unterliegt dann den üblichen Vorschriften zur Berücksichtigung von Einkom-men. In diesem Fall sind die Absetzbeträge nach § 11b Abs. 1 Satz 1 Nr. 1 und 2 (Steuern, SV-Beiträge), die auf den privilegierten Betrag entfallen, durch eine fiktive Nettolohnberechnung (z. B. In-ternet) zu ermitteln. Das zu berücksichtigende Bruttoentgelt ist so-dann um die Differenz zwischen den tatsächlichen Abzügen und den durch die fiktive Berechnung ermittelten Abzügen zu bereinigen.


    Du solltest deinen Leistungsbescheid von einer Erwerbsloseninitiative überprüfen lassen.


    wevell

  • Hallo wevel,


    also ich habe mittlerweile Eigeninitiative gestartet und in einer Email eine umfangreiche Stellungnahme zur Sache niedergeschrieben. In dieser Stellungnahme habe ich den gesamten Vorgang Schritt für Schritt dokumentiert.


    Die Hauptfragen waren hier:


    1. Darf man als Schülerin mit 17 Jahren einen Abgabefreien Nebenjob haben, und wie hoch darf das Abgabe freie Einkommen sein.


    - Das ist mit ja zu beantworten, und sie darf bis zu 100,-€ monatlich abgabefrei dazuverdienen.


    2. Darf man als Schülerin dann zusätzlich noch einen Ferienjob haben, auch wenn man schon einen Nebenjob mit 100,-€ monatlich macht,
    und nochmals 1200,-€ in dem vorgegebenen Zeitrahmen von 4 Wochen innerhalb der Sommerferien dazu verdienen.


    - Das wurde mir nun mit einem klaren "Ja" vom Jobcenter bestätigt. Da es sich bei dem Nebenjob und bei dem Ferienjob um zwei
    voneinander ganz unabhängige Dinge handelt, darf man Beides machen. So wurde mir nun mitgeteilt. Bedingung ist halt, dass man sich
    genauestens an den Zeitplan hält und an die Vorgaben von jeweils maximal 1200,-€, also insgesamt 2400,-€


    3. Musste die Frage gestellt und beantwortet werden, ob das auch dann möglich ist, wenn der Arbeitgeber dieser beiden Jobformen
    jeweils der gleiche ist. So war es nämlich in userem Fall. Meine Tochter hatte den gleichen Arbeitgeber für beide Jobs.


    Auch das wurde mir mittlerweile bestätigt und genehmigt. Ich hätte auch nicht gewusst, warum man dafür zwei verschiedene Arbeit-
    geber hätte vorweisen müssen.


    Somit hat sich die Frage also nun schon beantwortet. Allerdings erst, nachdem ich sehr deutlich, schriftlich darauf hingewiesen hatte, dass ich gezwungen bin, mich in aller Beharrlichkeit aktiv persönlich um diese Angelegenheit kümmern zu müssen, sofern unsere Sachbearbeiterin wegen ihrer vielen Arbeit keine Zeit finden sollte, unsere Akte zu bearbeiten, da ich mich dann in meiner Existenz unmittelbar ernsthaft bedroht fühlen würde.
    Für diesen Fall hatte ich schriftlich darum gebeten, mir den Vorgesetzten zu nennen, und auch die Sachbearbeiterin zu finden, die mir zuvor zugesichert hatte, dass das alles seine Richtigkeit hat, und meine Tochter das machen darf, um ein entsprechendes Gespräch zu führen.


    Also, trotzdem vielen Dank für die Antwort.


    Ach so, und ich würde doch aber trotzdem jedem Harz 4 Empfänger dazu raten, solche Dinge persönlich mit dem Sachbearbeiter zu besprechen, bevor die Arbeit anfängt.


    MfG GuteFrage :-)

  • Hallo,


    Ach so, und ich würde doch aber trotzdem jedem Harz 4 Empfänger dazu raten, solche Dinge persönlich mit dem Sachbearbeiter zu besprechen, bevor die Arbeit anfängt.


    Du hattest diese Sache doch schon mit deinem SB besprochen und trotzdem Schwierigkeiten bekommen. Mündliche Aussagen sind nichts wert. Man sollte sich so etwas schriftlich geben lassen.


    wevell

  • Hallo Wevel,
    ja das stimmt. Aber meine vorige Sachbearbeiterin hatte die Akte wohl tatsächlich so hinterlassen, dass man es als Willkür auslegen müsste, wenn die neue Sachbearbeiterin sich da so einfach darüber hinwegsetzen würde.
    Ich habe auch schon den schriftlichen Bescheid zur Berechnung. Es ist also amtlich so. Aber danke noch mal. Es stimmt, man muss sich eigentlich alles schriftlich geben lassen.


    MfG