Weiß nicht, was ich jetzt tun soll...

  • Hallo und Danke für die schnelle Aufnahme!


    Kurz zu mir/uns:
    Ich habe ein abgeschlossenes Studium und bin seit ca. 2 Jahren arbeitslos, weshalb ich Hartz IV beziehe. Mein Partner hat eine Festanstellung. Ich bewohne mit meinem Partner zusammen eine Wohnung im Haus meiner Mutter (kein Mietshaus) und wir haben natürlich auch einen Mietvertrag mit meiner Mutter/Vermieterin. Mein Partner und ich bilden also eine Bedarfsgemeinschaft. Da es für die Wohnung keine eigene Zähler für Strom usw. gibt, hatten wir es bisher mit dem Jobcenter immer so gehandhabt, dass wir die Rechnungs-Kopien aller entstandenen Nebenkosten bei Antragsstellung und Weiterbewilligungsanträgen einreichten und darum baten, die Kosten durch 2 zu rechnen (also einmal für die Bedarfsgemeinschaft Partner + Ich und einmal für meine Mutter), um so die Betriebskosten zu ermitteln. Es gab diesbezüglich nie irgendwelche Probleme, alle bisherigen Bearbeiter der Leistungsabteilung waren sehr hilfsbereit, flexibel und haben unsere Wohnsituation berücksichtigt.


    Unser Problem ist (das wird ein langer Text):
    Im Juli habe ich den Weiterbewilligungsantrag gestellt. Die ausgefüllten Anträge, die Kopien der Nebenkosten-Rechnungen für das gesamte Haus (wie gesagt, wir haben keine eignenen Zähler), die Lohnnachweise meines Partners für die vergangenen Monate und die Nachweise für die von uns gezahlten Miet- und Nebenkostenbeträge brachten wir persönlich beim Jobcenter vorbei, um evtl. offene Fragen sofort zu klären. Leider ist für die Berechnung ein neuer Sachbearbeiter zuständig und dieser nahm zwar den Antrag und die Mietnachweise entgegen, verweigerte jedoch die Annahme der Nebenkostenkopien. Er forderte stattdessen von unserer Vermieterin eine genaue Aufschlüsselung der durch meinen Partner und mich entstandenen Betreibskosten bis zurück ins Jahr 2012. Wie sollte das so genau gehen??? Ohne eigenen Zähler??? Also setzte sich meine Mutter/Vermieterin hin und erstellte eine Betreibskostenabrechnung, in welcher sie alle entstandenen Nebenkosten durch 2 rechnete.


    Währenddessen errechnete unser JC-Bearbeiter, dass wir für einige Monate zuvor zuviel HartzIV bekommen haben (mein Partner arbeitet im Schichtsystem, auch an Wochenenden und Feiertagen, weshalb sein Gehalt leicht schwanken kann) und dass wir dieses Geld an das Jobcenter zurückzahlen sollen. Also bekamen mein Partner und ich jeweils einen Rückforderungsschreiben. Ok, da wir eh einen Termin hatten, um die fehlende "Betriebskostenabrechnung" einzureichen, wollten wir mit unserem Bearbeiter bei dieser Gelegenheit über die Rückzahlungsforderung sprechen. Bei dem Gespräch legten wir also die Betriebskostenabrechnung auf den Tisch, ebenso nochmals die Originalkopien der für das gesamte Haus entstandenen Nebenkostenrechnungen. Der Bearbeiter nahm die Betriebskostenabrechnung an, verweigerte zum zweiten Mal jedoch die Annahme der Originalkopien der Rechnungen. Er bräuchte diese nicht, die Aufstellung meiner Vermieterin/Mutter würden völlig ausreichen. Wegen der Rückzahlungsforderung vereinbarten wir mit dem JC-Bearbeiter, dass mein Partner seine Rückforderung in Raten abbezahlen würde und dass ich meine Rückforderung mit dem HartzIV verrechnen lassen wollte. Diese Vereinbarung können wir auch nachweisen, da wir uns immer die Gesprächsprotokolle audrucken und mitgeben lassen.
    Eine Woche später entschied mein Partner, seine Rückforderung nun doch einmalig in voller Höhe zu begleichen und nahm das nötige Geld von seinem Sparbuch. Er rief also bei der Inkasso an und fragte, ob es denn in Ordnung wäre, statt der Raten die Summe vollständig zu überweisen. Zu seiner Überraschung erfuhr er von dem Inkasso-Mitarbeiter, dass KEINE Ratenvereinbarung bei der Inkasso vorlag. Unser JC-Bearbeiter hat also schlicht die Inkasso NICHT über die Vereinbarung mit meinem Partner in Kenntnis gesetzt. Mein Partner überwies den vollen von ihm geforderten Betrag und schrieb anschließend an unseren JC-Bearbeiter eine Mail, in welcher er fragte, wie es denn sein könne, dass die Inkasso nichts von einer Ratenzahlung-Vereinbarung wusste. Eine Antwort bekam er nicht. Meine Vereinbarung war offensichtlich an die Inkasso weitergeleitet worden, denn ich bekam keinerlei Mahnungen usw.


    Einige Tage später flatterte erneut eine Rückzahlungsaufforderung ins Haus. Für den restlichen Zeitraum. Wir vereinbarten wieder einen Termin mit unserem Bearbeiter und diesmal regelten wir, dass mein Partner seine Summe vollständig zahlen würde und meine Summe auf den noch offenen Betrag aufgerechnet und weiterhin mit dem HartzIV verrechnet werden sollte. Auch hier ließen wir uns das Gesprächsprotokoll ausdrucken, auf dem die Vereinbarungen festgehalten waren. Unser Bearbeiter sagte uns zum Abschluss, dass wir ihm nicht noch einmal so eine "bitterböse" Mail schreiben sollen (er bezog sich dabei auf die Sache mit der Inkasso). Mh... Damals dachte ich mir schon, dass er uns nun auf dem Kieker hat und uns nicht leiden konnte...


    Einige Wochen später klingelte es plötzlich bei uns an der Tür. Eine Außendienstmitarbeiterin wollte sich im Auftrag unseres JC-Bearbeiters von unseren Wohnverhältnissen überzeigen. Sie war sehr nett. Nach der kleinen Führung und einem freundlichen Gespräch beruhigte sie uns, dass wir nichts zu befürchten hätten, da alle von uns gegenüber dem Jobcenter getätigten Angaben dem entsprachen, was sie bei ihrer unangemeldeten Überprüfung vorgefunden hatte. Damals dachte ich mir schon, dass unser Bearbeiter uns diese Überprüfung auf den Hals geschickt hatte, weil er uns eins reindrücken wollte. Aber nachweisen kann ich ihm das natürlich nicht.


    Einige Wochen darauf kamen an einem Tag gleich 2 Schreiben vom Jobcenter. In einem forderte uns unser JC-Bearbeiter auf, die Kopien der Nebenkosten einzureichen (dieselben, die er bereits zweimal auf seinem Tisch liegen hatte und deren Annahme er zweimal abgelehnt hatte, weil er sie angeblich nicht bräuchte). Und im zweiten Schreiben hieß es, dass aufgrund eben dieser fehlenden Unterlagen mein HartzIV vorerst eingestellt werden würde. Wie kann das sein? Ist das gerecht??? Zweimal will er diese Unterlagen nicht annehmen und drückt sie uns wieder in die Hand und plötzlich braucht er sie doch??? Und im gleichen Atemzug streicht er mir vorläufig die Leistungen, weil besagte Unterlagen nicht bei ihm vorliegen??? Ich hätte nur noch heulen können!!!


    Ich verfasste eine Fachaufsichtsbeschwerde gegen ihn, da er die Unterlagen zweimal abgewiesen hatte und mir nun aufgrund dieser fehlenden Unterlagen die Leistungen strich. Natürlich brachten wir die Unterlagen zusammen mit der Fachaufsichtsbeschwerde persönlich beim Jobcenter vorbei. Unser Bearbeiter war nicht ohne Termin zu sprechen, weshalb wir den Papierkram einer Mitarbeiterin überreichten. Diese stempelte die Fachaufsichtsbeschwerde gleich mit Eingangsdatum ab und gab uns eine Kopie mit.


    Einige Tage später lag ein Brief der Inkasso in meinem Briefkasten. Eine Mahnung samt Mahngebühren, weil der Betrag nicht gezahlt wurde. Ich rief also bei der Inkasso an und fragte, wie das denn sein konnte. Ich erfuhr, dass für die zweite Rückzahlungsforderung keinerlei Vereinbarung vorlag. Hä???? Ich hatte doch auch dafür mit unserem JC-Bearbeiter eine Vereinbarung getroffen, hatte dies sogar schriftlich. Doch er hatte diese zweite Vereinbarung NICHT weitergeleitet. So langsam erhärtete sich mein Verdacht, dass er uns damit eins reindrücken wollte. Ich einigte mich mit der Inkasso-Dame am Telefon darauf, dass diese zweite Rückforderung auf die erste Rückforderung aufgeschlagen und mit meinem HartzIV verrechnet werden sollte. Gleichzeitig erzählte ich ihr von den Schwierigkeiten und dass ich vorerst keine Leistungen bekomme. Sie war sehr entgegenkommend, erließ mir die Mahngebühren und legte die Zahlung vorerst auf Eis, bis ich einen entgültigen Bescheid über die Fortsetzung der Leistungen vorweisen könnte.


    Mich machte es dennoch sehr wütend, dass ich - aufgrund der wiederholten Versäumnisse meines JC-Bearbeiters - die Rennereien hatte. Also schreib ich eine zweite Fachaufsichtsbeschwerde, in der ich aufzeigte, dass mein JC-Bearbeiter bereits zum zweiten Male versäumt hatte, eine Vereinbarung an die Inkasso-Stelle weiterzugeben (erst bei meinem Partner, nun bei mir) und ich die Vereinbarungen sowie die Mahnung nachweisen könne. Wieder fuhren mein Partner und ich zum Jobcenter und überreichten die Fachaufsichtsbeschwerde einer Mitarbeiterin. Diese teilte uns im Vertrauen mit, dass wir allein an diesem Tag die Vierten waren, die sich über diesen Bearbeiter beschwert hatten. Spricht ja wohl für sich. Und sie sagte uns auch, dass er selbst gegenüber seinen eigenen Kollegen so ein A**** sei.


    Irgendwann Ende September kam ein Schreiben von unserem JC-Bearbeiter. Es würden noch die Lohnnachweise von August und September fehlen. Vorher könne nicht darüber entschieden werden, was mir nun zusteht. So langsam kam mir das Ganze nach Hinhaltetaktik vor. Aber wir schickten die Nachweise mit Einschreiben zum Jobcenter.


    Vor 2 Wochen erreichte uns die schriftliche Stellungnahme des Jobcenters bezüglich der ersten Fachaufsichtsbeschwerde. Darin schrieb die Team-Leiterin, dass sie keine Fehler im Vorgehen von besagtem Bearbeiter finden kann. Desweiteren wäre es fraglich, ob wir überhaupt noch HartzIV bekommen würden, da wir ja keine Miete zahlen würden... BITTE??? Wir würden angeblich nur Heizkosten und Nebenkosten zahlen, aber keine Miete??? Woher kommt denn plötzlich diese Information? Dem Jobcenter liegt doch seit Ewigkeiten eine Kopie des Mietvertrags vor, außerdem mussten wir doch nachweisen, dass wir Miete und Nebenkosten an unsere Vermieterin zahlen. Ganz im Ernst: Inzwischen bin ich fest überzeugt, dass dieser JC-Bearbeiter uns irgendwie nicht leiden kann und uns das Leben so schwer wie möglich machen will.


    Meine Mutter/Vermieterin hat daraufhin beim Jobcenter angerufen und ausdrücklich klargestellt, dass wie MIETE zahlen.


    Am Freitag kam übrigens ein Schreiben meiner Krankenkasse, dass ich seit Ende September nicht mehr richtig versichert bin. Könnt nur noch heulen. Keine Krankenversicherung (und ich bin momentan krank, kann aber nicht zum Arzt gehen), keine Leistungen, eine noch ausstehende Rückzahlungsforderung (ohne HartzIV kann ich das auch nicht mit dem HartzIV verrechnen lassen) und ein "netter" JC-Bearbeiter, der uns das Leben erschwert, wo er nur kann, weil er sich vermutlich auf den Schlipps getreten fühlt, weil mein Partner es vor Monaten gewagt hat, ihn auf sein Versäumnis per Mail anzusprechen. Und mein Antrag ist noch immer in Bearbeitung, es rührt sich nichts, ich bin wütend und weiß nicht, was wir als nächsten Schritt unternehmen sollen...


    Entweder noch eine Fachaufsichtsbeschwerde, welche die komplette Inkompetenz unseres JC-Bearbeiters offen legt. Diese würden wir an die Regionaldirektion der Bundesagentur für Arbeit für unser Bundesland schicken oder irgendwo anders hin. Oder wäre es sinnvoller, einen Anwalt aufzusuchen? Mein Partner hat eine Rechtsschutz-Versicherung. Oder sollen wir an die Öffentlichkeit gehen??? Gibt ja gewisse Medien-Formate, die sich da anbieten würden.


    Bin echt verzweifelt und einfach nur noch depressiv. Ich will endlich, dass all das voran geht, ich zu meinem Recht komme und dieser JC-Bearbeiter sich für seine Versäumnisse verantworten muss.


    Was soll/kann ich jetzt am Besten tun?


    Danke!

  • Die Anwaltskosten kannst Du Dir sparen. Geh zu einer Arbeitslosenhilfe in Deinem Ort (die haben einen Anwalt dort der sich bestens gerade mit den JC-Aktionen auskennt) und lasst Euch dort beraten.
    Da Ihr ja alles schriftlich habt (vorbildlich) wird das auch schnell gehen denke ich. Sobald die merken das da Hilfe im Rücken ist geht auf einmal alles viel schneller - werdet Ihr sehen.

  • Hallo,


    meiner Ansicht nach sind die Betriebskosten anders aufzuteilen, zwei Drittel bei euch und ein Drittel Eigentümer.


    Wegen der Schwierigkeiten mit dem Sachbearbeiter solltet ihr ein Gespräch mit dem Geschäftsführer des JC anstreben.


    wevell

  • Hallo,


    Zitat

    Also setzte sich meine Mutter/Vermieterin hin und erstellte eine Betreibskostenabrechnung, in welcher sie alle entstandenen Nebenkosten durch 2 rechnete.


    Das ist nicht glaubwürdig und plausibel. Wie wevell schon richtig schreibt


    Zitat

    meiner Ansicht nach sind die Betriebskosten anders aufzuteilen, zwei Drittel bei euch und ein Drittel Eigentümer.


    Mit Eurer Abrechnung wirtschaftet Ihr zusammen mit Deiner Mutter, was erhebliche Probleme nach sich ziehen kann.


    In Sachen Sachbearbeiter sind das ziemlich viele Vermutungen. Auch da schließe ich mich aber wevell an


    Zitat

    Wegen der Schwierigkeiten mit dem Sachbearbeiter solltet ihr ein Gespräch mit dem Geschäftsführer des JC anstreben.


    Gruß!