Entmutigt auf der Suche nach Rat

  • Hallo,
    sehr geehrte Forenmitglieder und Mitleser,


    ich habe zur zeit einige Probleme und suche Rat, Beistand oder einfach ein wenig Hilfe in Form von sachkundigen Mitmenschen. Ich versuche euch meine Situation sehr detailliert zu schildern, damit der gesamte Zusammenhang für euch logischer/nachvollziehbarer erscheint.


    Vorwort:
    Ich wohne mit meiner Mutter zusammen, die seit Jahren leider arbeitslos ist und auch keine zufriedenstellende Lösung in den nächsten Wochen/Monaten/Jahren (Man sieht ich habe die Hoffnung in der Richtung aufgegeben) zu erwarten ist.


    1.
    Ich habe nach meiner Schule (Fachabitur) nicht direkt eine Ausbildung gefunden und war nun satte 7 Monate arbeitslos, daraufhin entschied ich mich dazu einen 400 Euro Job anzunehmen und war in diesem Betrieb knapp 2 Monate beschäftigt, weil Zeitarbeit. Geblieben sind mir 160 Euro, ihr wisst sicherlich wieso (100 Euro Freibetrag, jede weitere 100 Euro bleiben mir also 20). 160 Euro für 12 Wochenstunden, ganz angenehm möchte ich meinen!


    2.
    Ca. 1 Monat nach meiner Kündigung entschied ich mich für ein FSJ (Freiwilliges soziales Jahr) beworben und eine Woche später stand ich nun auch mit auf der Matte. Der Plan - Bewerbungen schreiben - "Traumanstellung" im Bürobereich finden. So ungefähr 2 Monate vorm Ende meines FSJ passiert es dann. Vorstellungsgespräch und direkt eine Zusage bekommen. Ich war endlos glücklich nun etwas gescheites aus meinem Leben machen zu können, während meiner Arbeitslosigkeit gab es meinerseits nämlich einen kleinen Hang zu Drogen und wir sprechen da nicht nur über das ganz harmlose Zeug. Geblieben sind mir im FSJ 175 Euro. Nettoverdienst war 370 Euro. Im FSJ bleiben einem Bube, so wie ich es bin gesetzlich festgelegt diese 175 Euro, vollkommen Wurst, ob der Verdienst nun also bei 200 Euro oder 370 Euro liegt.


    3.
    Vor 2 Monaten war es dann soweit. Ich fahre zur Ausbildung mit Bus. Macht schonmal ein monatliches - von knapp 110 Euro. Die Arbeitszeiten sind eine echte Belastung, die Arbeit gefällt mir allerdings sehr gut. Genau mein Ding. Nun aber zum eigentlichen Problem.


    Ich verdiene also 340 Euro Netto. Mir bleiben nach dem Abzug also ca. 140 Euro. Minus die 108 Euro bleiben mir also tatsächlich monatlich 32 Euro?! Ich gehe volltags arbeiten. Stehe um 06:00 Uhr morgens auf, bin abends um 19:00 Uhr zu Hause.
    Kann ich irgendetwas machen? Muss ich nun wirklich 3 Jahre lang so leben? Weniger verdienen als jeder, der in seiner Wohnung sitzt und sich um nichts bemüht? Muss ich nun wirklich 3-6 Monate für eine Klamotte sparen, die ich mir kaufen möchte?


    Habt ihr Rat? Jemand Erfahrung? Ähnliche Situation?


    Ich bin fast zu dem Entschluss gekommen meine Ausbildung auf dem Aschehaufen zu werfen, möchte allerdings nicht ohne Hilfe das sinkende Schiff verlassen. Ich freue mich über Impressionen eurerseits.


    Vielen Dank!

  • Stichwort: Aufstocken (falls das geht bei einer Ausbildung), oder Umzug würde ich vorschlagen.
    Selbst wenn die Kosten mit der Fahrerei gedeckt werden (durch anschliessende Hilfe durch das Amt) wäre es doch einfacher man zieht zur Arbeits/Ausbildungsstelle.

  • Hallo TaPi,


    erstmal vielen Dank für deine Antwort.


    Ich habe übernächste Woche vor mich mal bei meinem "Sozialarbeiter/Zuständigen" zu melden. Nennt man das so?
    Problem ist das ich mich vorab schon darüber informiert habe und der Umzug zum Ausbildungsort erschwert sich enorm durch die dort herrschenden Wohnungsmieten.
    WG wäre nicht so meins, ich bin/war schon immer lieber alleine. Wäre das möglich durchzusetzen? Mit der recht "laschen" Begründung?

  • Ich denke man wird Dich nicht zwingen können mit jemand Fremden eine WG zu gründen - so viel dazu. Da ist das auch keine "lasche Begründung".
    Aber die Kosten einer eigenen Wohnung hängen auch von Deinem Alter ab. Das ersieht man hier ja nicht. Des weiteren würde ich das Wohnungsthema mal mit meinem Chef besprechen. Immerhin ist der ja wohl schon lange vor Ort und kennt Leute oder Gegebenheiten besser. Es wäre ja auch in Seinem Interesse wenn der Mitarbeiter ausgeruht beim Job/Ausbildung ist weil Er nicht vor und nach der Arbeit stundenlang unterwegs Heim ist.


    Zum "Zuständigen": Das sind einfache Sachbearbeiter (Fallmanager genannt) und das JobCenter ist auch "nur" ein Dienstleister. Wenn man mit denen ordentlich redet kommt meist auch etwas vernünftiges dabei raus. Evtl. nimmst Du einen Bekannten als Zeugen mit (das darfst Du) und lässt Dir Zusagen sofort schriftlich geben. Es gibt Fälle da sagt der Fallmanager zu etwas "Ja", und anschliessend weiss niemand davon.
    Und ich weiss auch nicht genau ob das JobCenter oder das Arbeitsamt dafür zuständig ist, aber Dir steht auf jeden Fall etwas zu. In meinem Fall hieß das seiner Zeit "Ausbildungsbeihilfe". Ich weiss nicht ob das heute noch so heisst, aber auf jeden Fall steht Dir viel mehr zu.

  • Hallo,


    Zitat

    Geblieben sind mir im FSJ 175 Euro. Nettoverdienst war 370 Euro. Im FSJ bleiben einem Bube, so wie ich es bin gesetzlich festgelegt diese 175 Euro


    Falsch. Bei einem FSJ verbleiben Dir 200 €.


    Gruß!