Anspruch auf finanzielle Unterstützung nach Ausbildungsabbruch (U25)?

  • Hallo,
    vor drei Monaten sind meine Freundin (20, Ausbildung diesen Monat abgebrochen, auf der Suche nach Ausbildungsfortsetzung) und ich (20, Student, kein Anpspruch auf BAföG) zusammen in die Nähe ihres Arbeitsplatzes und meines Studienortes gezogen. Jetzt hat Sie ihren Ausbildungsplatz aufgeben müssen da der Chef alle Mitarbeiter entlassen und die unkündbaren Azubis rausgeekelt hat. Es kam zum Aufhebungsvertrag, eine Anzeige bei der Kammer ist geplant.


    Nun stimmt natürlich die Finanzplanung vorne und hinten nicht mehr und wir müssen uns, solange sie keinen neun Ausbildungsplatz oder Nebenjob hat, nach anderen Möglichkeiten umgucken. Arbeitslosengeld I kommt nicht in Frage da Sie weniger als ein Jahr in dem Ausbildungsbetrieb gearbeitet hat. Beim Hamburger "Team Arbeit" haben wir uns Infos über ALG2 geholt bzw, eine Checkliste erhalten. Dort steht auch, dass die Finanzsituation beider Elternpaare dargelegt werden müssen. Mindestens von ihren Eltern wenn wir getrennte Haushalte führen, was wir aber nicht tun (Der Mitarbeiter meinte "Dann müssten Sie auch zwei Pakete Butter im Kühlschrank haben und aus unterschiedlichen Flaschen trinken").


    Bei welchem Einkommen beider oder ihres Elternpaares haben wir überhaupt Chance auf Unterstützung? Während ihrer Ausbildung hatte sie kein Anspruch auf Bafög da ihre Eltern "zu viel" verdienen. Wird auch beim ALG2 bzw. Wohngeld nicht berücksichtigt wenn die Eltern zwar eigentlich genug verdienen, aber dieses Geld nicht zur Verfügung steht da es zur Abbezahlung des Hauses herangezogen werden muss? Kindergeld gibt es nach meiner Info nun auch nicht mehr, stimmt das?


    Mit freundlichen Grüßen
    Jannes :)

  • Du selbst hast als auswärtig untergebrachter Student einen Unterhaltsanspruch von 640€, den deine Eltern als Barunterhalt decken müssen. Dass die Finanzsituation der Eltern dargelegt werden muss, liegt daran, dass sie für den Unterhalt aufkommen müssen. Also auch das, was z.B. die ARGE an Hartz IV bewilligen würde, würde sie sich an anderer Stelle von den Eltern zurück holen.


    Warum sollte es kein Kindergeld geben? Für dich gibt es weiterhin Kindergeld, bis 25 und bis zu einem Einkommen von 7.680€. Wenn deine Freundin nicht mehr in Ausbildung ist, wird es hier erstmal gestrichen. Es sei denn, sie meldet sich beim Arbeitsamt ausbildungssuchend, dann wird es weiter gewährt.

  • Vielen Dank für Deine Antwort.


    Momentan teilen wir uns die Miete je zur Hälfte. Mich unterstützen meine Eltern ausreichend (Mein Mietanteil + Taschengeld). Ihren Eltern ist das aber nicht ohne weiteres möglich und war dank Azubigehalt auch nicht nötig. Was könnte Eintreten wenn wir nun die Finanzen offen legen? Könnten die auch sagen dass wir nicht Förderungsbedürftig sind weil meine Eltern mehr als 50% der Miete zahlen könnten? Wie verhält sich das bei Wohngeld? Ist es sinnvoll das zu beantragen oder entstehen mehr Nachteile als Vorteile oder hat es in unserem Fall von vornherein keine Aussicht auf Erfolg? Mich wundert das etwas, weil das Geld ist echt knapp.


    Irgendwie hab ich ein bisschen die Befürchtung, dass man viel zu viel ins rollen bringt wenn man es beantragt ohne eine richtige Beratung bekommen zu haben. Was könnt Ihr uns empfehlen?

  • Was meinst du, die Finanzen offen legen? Wenn ihr Leistungen beantragt, dann werden eure Eltern überprüft, weil sie eine Unterhaltspflicht zu erfüllen haben. Förderungsberechtigt bist du ja weiterhin, weil deine Eltern mit der Übernahme der Miete und Taschengeld ihrer Unterhaltspflicht nachkommen. Damit sind die Leistungen deiner Eltern bei dir als Einkommen anzusehen.


    Fakt ist, dass eine Menge Formulare auf euch zukommen werden, ihr euch davon aber nicht entmutigen lassen solltet.