Eingliederungsvereinbarung und Fragen zu deren Inhalt

  • Hallo,


    ich bin seit dem 1.12.20222 ALG 2 Empfänger und habe eine Eingliederungsvereinbarung vorgelegt bekommen, die ich abgelehnt habe zu unterschreiben (u.a. zu viele Bewerbungen, besonders, weil ich demnächst schon eine neue Stelle habe, dann soll die Eingliederungsvereinbarung rückwirkend gelten und damit die 1. Sanktionne gültig usw. -Habe ich dem Jobcenter auch schriftlich mitgeteilt). Daraufhin gab es jeden Tag Telefonanrufe von meiner Sachbearbeiterin, die nicht so nett waren (von morgens um 7 bis 18 Uhr verteilt, mit gemecker, wieso ich nicht gleich ans Telefon gehe usw. Außerdem soll ich immer für sie telefonisch erreichbar sein (also Arztbesuche etc. nur am Samstag, was praktisch aber nicht möglich ist). Nachdem ich vor 2 1/2 Wochen beim Reaktionsmanagement nett nachgefragt habe, ob ich z.B. wirklich nicht mehr werktags zum Arzt darf und ich deshalb einen OP Termin verschoben habe gab es (wie erwartet sofort eine Antwort, dass ich nicht telefonisch erreichbar sein muss und Arztbesuche gemacht werden dürfen (und nicht aufgeschoben werden sollten, für den Tag X, wenn man einen Job hat).


    Seit dem wundert es mich aber, dass meine Sachbearbeiterin 0 Meldungen von sich gibt (weder Anrufe noch Mails, was sonst täglich statt fand). In Urlaub ist sie definitiv nicht (sie geht ans Telefon, wenn man anonym anruft und ihr Diensthandy ist lt. Handy Ortung ab und zu bei ihr Zuhause).


    Frage: Besteht die Chance, dass ich die "gute Frau" los bin? Was ist mit der Eingliederungsvereinbarung? -Ich habe die wegen den Fehlern nicht unterschrieben (und wie gesagt schriftlich auf die m.M. nach Fehler hingewiesen woraufhin als Antwort kam, dass das immer so gemacht wird und nix verändert wird). Wird diese trotzdem irgendwann gültig oder muss ich aufm Verwaltungsakt warten (wenn dieser nicht von der Sachbearbeiterin sondern von Jemanden anderen kommt und er den Mailverkehr liest müsste dieser die Fehler m.M. nach bemerken).


    Dann noch 1 dumme Verständnissfrage zur Eingliederungsvereinbarung: Wenn dort z.B. drin steht, man soll 10 Bewerbungen schreiben und bei Verstößen kann es bis zu 10% Sanktioniert werden und man nur sagen wir mal 7 Bewerbungen verschickt bedeutet dass dann bis zu 10 oder 30% Sanktionen?


    Danke schon mal

  • Frage: Besteht die Chance, dass ich die "gute Frau" los bin?


    Ja/Nein/Vielleicht.



    Was ist mit der Eingliederungsvereinbarung?


    Sie ist weiterhin nicht unterschrieben.



    bedeutet dass dann bis zu 10 oder 30% Sanktionen?


    10% maximal im Zeitraum, für den 10 Bewerbungen gefordert wurden. Also 10 pro Monat, dann kann bei weniger nur 10% sanktioniert werden. Im nächsten Monat wieder weniger = wieder 10%.

  • Hallo,


    ich habe ein vielleicht komisches oder aber auch Standardproblem mit dem Jobcenter.


    Und zwar: Ich habe eine Eingliederungsvereinbarung vorgelegt bekommen, mit der ich nicht einverstanden war (u.a. zu viele Bewerbungen, Datum der Gültigkeit war rückwirkend, bei Verstößen sollte ich sanktioniert werden, wie besprochen aber es wurde nix besprochen und auch bei Nachfrage wurde mir nur gesagt:"Wie üblich" -Was mir nicht weiterhilft, weil ich nie sanktioniert wurde und der Begriff sehr dehnbar ist). Dann gab es einen Verwaltungsakt, wo ich Einspruch eingelegt habe und ich bekam Recht, weil auch das Gericht meinte, dass alles genau erwähnt werden muss und "Sanktinen hat nichts mit einer Rateveranstaltung zu tun" _Zitat vom Richter.


    Nun das Problem: Ich habe beim Jobcenter angerufen und mitgeteilt, dass ich ab 15.03. einen neuen Job habe und gesagt, dass die das im PC eintragen sollen. Daraufhin sagte man mir, dass ich nun einen ganz neuen Sachbearbeiter habe, der leider seit ewig Krank ist aber der Sachbearbeiter in Vertretung sagte, dass ich trotzdem verpflichtet bin 10 Bewerbungen/Monat wie es in der Eingliederungsvereinbarung stand (die ich nie unterschrieben habe!) schreiben muss, weil ich sonst evtl. bis zum 15.03. sanktioniert werden könnte. Ich will Ärger vorab ausm weg gehen, deshalb meine Frage, ob ich tatsächlich dann noch sanktioniert werden kann oder der Sachbearbeiter falsch liegt (vielleicht auch sauer ist, weil die ex Sachbearbeiterin, die die Eingliederungsvereinbarung schrieb von mir auch eine Beschwerde beim Vorgesetzten bekommen hat und telefonisch ist dort nur ein "Kein Anschluss unter dieser Nummer"


    Oder wenn ich bis zum 15.03. Bewerbungen schreiben muss, kann ich dann auch "sinnlose Bewerbungen" schreiben, wo man sowieso nicht genommen wird (z.B. Bewerbung als Arzt im Krankenhaus mit Text wie: Ich habe zwar kein Medizinstudium, kann aber mit einem Pflaster umgehen und bewerbe mich auf diese Stelle, weil das Jobcenter es so will... :rofl


    Danke schon mal

  • Ich will Ärger vorab ausm weg gehen, deshalb meine Frage, ob ich tatsächlich dann noch sanktioniert werden kann oder der Sachbearbeiter falsch liegt


    Wenn es keine gültige Eingliederungsvereinbarung gibt, hast du hinsichtlich Bewerbungen auch keine Pflichten. Trotzdem solltest du schauen, ob du im Zeitraum bis Mitte März nicht wenigstens einen Hilfsjob (Auspacken im Supermarkt oder so) findest.


    Was anderes gilt natürlich für Vermittlungsvorschläge mit Rechtsfolgenbelehrung. Da wirst du ja über mögliche Sanktionen belehrt und dann musst du dich bei Zumutbarkeit auch bewerben. Es kann natürlich sein, dass es zeitlich nicht mehr zu einer Sanktion kommt. Aber, es kann auch sein, dass du den neuen Job schnell los bist und du wieder ALG 2 benötigst, dann kann ggf. die Sanktion noch umgesetzt werden.