Anhörung zu Überzahlungen: Erstattungssumme höher als Nettolohn

  • Hallo,


    ich schildere "kurz" meine Situation:


    Ich habe Juni und Juli 2019 Teilzeit gearbeitet. Der Lohn für diesen Zeitraum beträgt 628,10€ und habe alles im Juli ausgezahlt bekommen und nicht aufgeteilt in Juni und Juli. Sonst hätte ich für den Juni 400€ und Juli 228,10€ bekommen. Im September 2019 habe ich aufgrund eines Fehlers noch 83€ bekommen. Für diesen Job habe ich also insgesamt netto 711,10€ verdient, was ich auch auf den Konto bekommen und denen nachgewiesen habe.


    Nun habe ich vom Jobcenter ein Schreiben bekommen für eine Anhörung zu Überzahlungen. Die Aufhebungssumme für den Juli 2019 beträgt 357,53€. Was mich mehr irritiert ist, dass Aufhebungssumme für den August mein gesamter Bedarf (Regelbedarf + Miete) beträgt. Insgesamt muss ich also 1240,53€ Überzahlung erstatten. Das ist fast doppelt so viel als ich verdient habe.


    Ist das ein Fehler von denen? Keine Ahnung wie die auf diese Summe gekommen sind. Selbst wenn man mein Bruttolohn nehmen würde wäre das noch weniger als die Aufhebungssumme. Vom Freibetrag war auch noch nicht die Rede. Habe irgendwie das Gefühl, dass die meine Lohnabrechnung nicht ganz verstanden haben. Weil auf meiner Lohnabrechnung und Nachzahlung steht mein steuerpflichtiger Bezug den ich verdient habe. Also insgesamt 1865,5€, wenn man beide Lohnabrechnung nimmt. Sieht so aus als hätten die mein Bruttolohn doppelt genommen. Nur so kann ich mir die Aufhebungssumme erklären.


    Oder habe ich da einen Denkfehler gemacht? Blicke da sonst nicht durch, da die Berechnung nicht transparent ist und auch kein Freibetrag erwähnt wird. Ich bin bisher auch davon ausgegangen, dass nur der Nettolohn zählt.


    Was soll ich jetzt machen? Falls das der vermutete doppelt gemoppelt Fehler ist. Soll ich im Antwortschreiben genau das erklären? Würde es Sinn machen da mal anzurufen?


    Vielen Dank.


    MfG

  • Das ist kein Berechnungsbogen. Das sind Bruchstücke eines Aufhebungs- und Erstattungsbescheides.

    Achso. Dachte das wäre das Relevante, weil im Berechnungsbogen steht eigentlich mein Gesamtbedarf. Das steht doch auch in dem was ich geschickt habe (Regelbedarf + KdU). Trotzdem hier nochmal der Berechnungsbogen. Scheint aber aktuell zu sein und nicht zum damaligen Zeitpunkt.

    Dateien

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  • Das ist der Berechnungsbogen für Juli und August 2020. Und nicht für 2019. Bitte stell das Richtige ein, das nervt jetzt langsam.

    Entschuldigung, aber das ist alles was ich in diesen Bescheid bekommen habe. Einen Berechnungsbogen für 2019 war NICHT dabei. Unterschied von 2019 zu 2020 müsste eigentlich nur der Regelbedarf sein, der 2019 424€ war.

  • Ich habe vor diesem Bescheid nur die Aufforderung bekommen meinen Lohn nachzuweisen und ansonsten war kein Berechnungsbogen o. Ä. dabei. Von einer Anhörung war nur im jetzigen Bescheid die Rede. Ich gehe aber davon aus, dass der Berechnungsbogen 2019 derselbe war mit 424€ Regelbedarf. Im Erstattungsteil ist auch vom 424€ Regelbedarf die Rede für den Zeitraum.

  • Es muss eine Berechnung geben ohne Einkommen (vor dem Job) und eine mit dem Einkommen, denn aus der Differenz wird ja die Rückforderung ermittelt.


    Wenn der nicht dabei war, solltest du ihn dir abfordern. Oder sind die zuerst geposteten Schnipsel noch kein Bescheid, sondern erst die Anhörung?


    Wobei es mir langsam egal ist, denn mit den Infos haben wir das 2025 noch nicht geklärt.

  • Ich habe doch im Titel und Anfangstext geschrieben, dass ich ein Schreiben für eine Anhörung wegen Überzahlung bekommen habe. Diese Schnipsel waren im Bescheid dabei. Fix ist noch nichts und ich muss mich zunächst erst einmal dazu äußern. Ansonsten entscheiden die alles. Deren angeforderte Rückforderungist ist höher als das was ich verdient habe (Netto als auch Brutto), was für mich unverständlich ist. Deshalb frage ich hier wie ich vorgehen soll. Ich möchte im jeden Fall vorbereitet sein und nichts Falsches machen.


    Entschuldigung für das ganze hinundher hier, aber ich gebe nur das wieder was ich habe und weiß. Wenn ich mal was anderes reinschreibe als man hier von mir will, dann weil ich es nicht kenne und davon ausgehe, dass es im aktuellen Bescheid ist. Tut mir Leid, wenn das Ganze nervig ist, aber gewollt ist es nicht.

  • Es wird doch wohl auch Text in der Anhörung gestanden haben, wieso es zur Überzahlung kam. Einfach nur irgendwelche Schnipsel hochzuladen oder Berechnungsbögen von einem Jahr danach, das kostet nur Zeit und bringt niemanden weiter. Meine Zeit ist mir für sowas zu kostbar.

  • Es kam zur Überzahlung, weil ich Juni und Juli 2019 Teilzeit gearbeitet habe und dabei 711,10€ verdient habe. Deshalb kommt es zu Kürzungen meines Bedarfs bzw. zur Rückzahlung, die laut dem Bescheid 1240,53€ beträgt. Genau das stand im Bescheid und habe alles so am Anfang zusammengefasst. Die Schnipsel sind die einzigen Berechnungen die dort waren. Wollte mit den Schnipsel eigentlich nur das ganze noch kompakter machen, weil es alle Informationen enthält, worauf man auf die Rückerstattungssumme kommen könnte. Mehr als ich hier geschrieben habe steht im Schreiben nicht und habe alles zum Sachverhalt hier reingeschrieben.


    Meine Hauptfrage ist, wie man von 711,10€ auf 1240,53€ Erstattung kommen kann mit allen Daten die ich dazu habe und wie ich es dem Jobcenter am besten mitteilen soll, wenn das ein Fehler ist, wovon ich jetzt ausgehe. Das Jobcenter hat mir schon einmal Probleme gemacht wegen diesem befristeten Teilzeitjob und haben mir schon die Bezüge gestrichen, weil die dachten das wäre ein langfristiger Job. Diese Angelegenheit habe ich aber schon vor längerer Zeit erledigt. Meine Vermutung ist daher, dass die wieder einen Fehler gemacht haben und irgendwie Juni und Juli 2019 mit dem selben vollen Lohn berechnet haben. Ansonsten ist die Rückerstattungssumme unverständlich für mich.


    Reichen diese Informationen aus um zu sagen, wie ich nun vorgehen soll? Mein nächster offizieller Schritt laut demist es mich zum o. g. Sachverhalt zu äußern per Antwortbogen. Die Frage ist nur wie. Würde es Sinn machen dort mal anzurufen und es zunächst telefonisch abzuklären oder reagieren darauf allergisch und bestehen auf den schriftlichen Antwortbogen?

  • In der Anhörung steht im Normalfall immer eine Begründung, wieso es zur Überzahlung kam. Ohne das komplett zu sehen, äußere ich mich nicht weiter.


    Wenn du meinst, dass im August keine Überzahlung erfolgt ist, dann äußert man ganz einfach "Ich hatte im August kein Einkommen und kann demzufolge im August nicht zu Unrecht ALG2 bezogen haben."

  • Ich habe das komplette Schreiben hier. Lohn habe ich Juli 2019 und die Nachzahlung September 2019 bekommen.

    Dateien

    • 1234.pdf

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  • Da steht sogar auf der zweiten Seite in der Mitte "Die Einzelheiten der Berechnung können Sie dem beiliegenden Berechnungsbogen entnehmen."


    Wo ist der denn nun?!


    Ansonsten bleibt es dabei: wenn du meinst, dass du im August gar kein Einkommen erzielt hast, dann schreibe das in den Antwortbogen.

  • Der Berechnungsbogen ist der, den ich hier schon reingestellt habe (Juli/August 2020). Einen für 2019 bzw. zum damaligen Zeitpunkt lag NICHT dabei.


    Soll ich im Antwortbogen auch schreiben, dass Rückerstattungssumme nicht nachvollziehbar sei, weil diese höher ist als mein Nettolohn? Irgendwie macht alles keinen Sinn aus dem Schreiben.

    Dateien

    • dok.pdf

      (43,7 kB, 3 Mal heruntergeladen, zuletzt: )
  • Ist für die Anrechnung von Einkommen auf den Bedarf der Netto- oder Bruttolohn maßgebend? Das würde etwas helfen die Situation besser einzuordnen, wenn die Unterlagen die ich bisher bekommen habe für Genaueres nicht geeignet genug sind.

  • Für den Freibetrag ist der Bruttolohn ausschlaggebend, für die Anrechnung das Netto. Wie das weiterhilft, wenn es angeblich um den August geht, der ohne Einkommen gewesen sein soll, erschließt sich mir nicht.