ALG II Neuantrag - Fragen zur Anlage EK und Vermögen

  • Hallo zusammen


    Ich befürchte, dass meine Fragen etwas länger werden.

    Falls diese bereits ähnlich gestellt wurden, tut es mir leid. Ich habe bereits das Forum und auch Google durchsucht und habe nicht so wirklich eine konkrete Antwort auf meine Fragen erhalten.

    Kurze Vorinformationen:

    - W, 27 Jahre alt

    - wohnhaft bei meinen Eltern (Grund ist irrelevant)

    - Finanzielle Situation: Vater arbeitstätig, Mutter Hausfrau, Schwester (26) arbeitstätig, Bruder (20) Ausbildung

    - Keine sonstigen Geldbezüge außer Kindergeld wegen meines Bruders

    Am 31.03.2020 endete meine Probezeit mit einer Kündigung. Seither bin ich freigestellt und mein Arbeitsverhältnis endet offiziell zum 14.02.2020 (Kündigungsfrist 2 Wochen). ALG I steht mir demnach nicht zu.


    Beim Jobcenter habe ich mich sofort arbeitslos gemeldet, alles verlief korrekt und heute erhielt ich meine Unterlagen.

    Im letzten Jahr habe ich nach Vollendung meines Studiums für einen kurzen Zeitraum ALG II bezogen. Wie auch jetzt, war die Anlage EK dabei. Da letztes Jahr alles Neuland für mich war, wusste ich nicht, dass eine Bedarfsgemeinschaft auch nur aus einer Person besteht und habe die Anlage EK mit den Daten meines Vaters ausgefüllt.

    Der Sachbearbeiter teilte mir damals mit, dass ich Ü25 bin und somit die Daten meines Vaters irrelevant sind.

    Nun ist dem Vereinfachten Antrag die EK Anlage beigefügt. Mir erschließt sich der Sinn dieser Anlage nicht (Punkt 2 Einkommen (19) „Folgendes Einkommen wird erzielt“). Ich erhalte noch für den halben Monat Gehalt und danach entfällt es logischerweise. Muss ich mein bisheriges Einkommen eintragen? Oder lasse ich diese Anlage leer und füge mit Unterschrift hinzu? Außer mein Gehalt habe ich kein Geld erhalten.


    Kurz zum Antrag:

    - Punkt 5 (15) „Ich habe eine Behinderung“: Die liegt bei mir vor, schränkt mich in meiner Arbeit allerdings nicht ein. Ich habe einen GdB von 70. Jedoch beziehe ich keine Leistungen zur Teilhabe in irgendeiner Art und Weise. Soll ich das Feld ankreuzen oder nicht?


    - Punkt 6 (18) Einkommen „ich und/oder ein anderes Mitglied der Bedarfsgemeinschaft hat Einkommen": Ja, es beziehen alle bis auf meine Mutter Einkommen. Hier kommt wieder die Anlage EK zur Sprache. Kreuze ich an oder lasse ich es offen?


    Ich hoffe, dass all meine Fragen nicht allzu verwirrend sind, aber ich möchte es gerne korrekt machen, um mich dann wieder der Arbeitssuche zu widmen und nicht ständig mit dem Amt in Kontakt zu stehen, da Unterlagen falsch oder unvollständig sind.

    Vielen Dank im Voraus und ich wünsche einen schönen sonnigen Dienstag.

    Nory

  • Hallo,


    Kurz zum Antrag:

    - Punkt 5 (15) „Ich habe eine Behinderung“: Die liegt bei mir vor, schränkt mich in meiner Arbeit allerdings nicht ein. Ich habe einen GdB von 70. Jedoch beziehe ich keine Leistungen zur Teilhabe in irgendeiner Art und Weise. Soll ich das Feld ankreuzen oder nicht?


    Ja ankreuzen


    - Punkt 6 (18) Einkommen „ich und/oder ein anderes Mitglied der Bedarfsgemeinschaft hat Einkommen": Ja, es beziehen alle bis auf meine Mutter Einkommen. Hier kommt wieder die Anlage EK zur Sprache. Kreuze ich an oder lasse ich es offen?


    Nein ankreuzen, denn du bildest deine eigene BG



    Mir erschließt sich der Sinn dieser Anlage nicht (Punkt 2 Einkommen (19) „Folgendes Einkommen wird erzielt“). Ich erhalte noch für den halben Monat Gehalt und danach entfällt es logischerweise. Muss ich mein bisheriges Einkommen eintragen? Oder lasse ich diese Anlage leer und füge mit Unterschrift hinzu? Außer mein Gehalt habe ich kein Geld erhalten.


    Wenn du dort Platz findest, schreibe dort auf wieviel du noch etwa bekommen wirst. Ansonsten nimm einen Extra Zettel und füge diesen dem Antrag bei und unterschreibe diesen.


    Ansonsten könnte es direkt zu einer Überzahlung kommen und das ist für beide Seiten blöd.

  • Hallo zusammen


    Die Nachricht wird etwas länger, sorry im voraus.


    Ich habe vom Jobcenter die Anlage VM zugeschickt bekommen, die ich zusätzlich zum WBA einreichen muss.


    Als ich im März meinen Job verloren habe, habe ich zuvor mein Sparbuch geleert (2300€). Mein Kontostand (Girokonto) zu dem Zeitpunkt war etwas über 5000€. Vor der Antragsstellung habe ich 1500€ Privatkredit zurückgezahlt, was das Amt noch einsehen konnte.


    Nach der Antragsstellung habe ich 2000€ von meinem Konto bar ausgezahlt. Das Amt wusste also zuvor, dass ich über 5000 Euro auf dem Konto habe und machte mir da auch keinerlei Probleme, da mir ja ein Schonvermögen zusteht, was ich nicht überschritten habe.


    Nun wird in der VM Anlage nach dem Bargeld gefragt. Ich habe mein Schonvermögen ausgerechnet, hoffentlich korrekt. Mir stehen mit meinen 28 Jahren 4200€ + 750€ zu. Macht insgesamt 4950€- korrigiert mich, wenn ich im Unrecht liege. Ich habe allerdings weit über 5000€ in bar, da ich von dem gesparten Geld meinen Führerschein finanziere und Geld für ein Auto gespart habe. Muss ich nun das gesamte angesparte Bargeld angeben oder nicht?


    Ich muss einen Nachweis erbringen über meinen aktuellen Kontostand. Reicht das oder muss ich mehrere Kontoauszüge beifügen? Da das Geld letzten Monat sehr knapp war, habe ich 100€ eingezahlt. Macht das Amt deswegen Probleme?


    Ich bin auf diesem Gebiet komplett neu und mich überfordert es immens. Ich möchte nicht, dass mein Bargeld angerührt wird, denn ich habe dafür hart gearbeitet, um mir sowohl den Führerschein als auch ein Auto finanzieren zu können.


    Lange Rede kurzer Sinn: Gibt es Konsequenzen, wenn ich nicht das gesamte Bargeld angebe? Gibt es da eine Grenze, ohne dass das Amt Probleme macht?


    Ich danke im voraus für die Rückmeldung und bleibe mit den besten Grüßen


    Nory


    Altes Thema kann weitergeführt werden und Beiträge

    hinzugefügt

  • Natürlich gibt es Konsequenzen, wenn du wahrheitswidrige Angaben machst, denn dir steht ja momentan kein ALG2 zu, wenn du zuviel Vermögen hast. Du musst das verbrauchen bis auf die 4950 Euro und dann kannst du ALG2 beantragen. Finanziere doch z. B. einfach deinen Führerschein vor.


    Die Konsequenz, wenn dein Betrug aufliegt (um den handelt es sich, da du offensichtlich die Absicht hast, falsche Angaben zu machen) ist, dass du alles ALG2 zurück zahlen musst, eventuell sogar mehr, als die Differenz zum Vermögensfreibetrag, da es nach dem BSG keinen fiktiven Vermögensverbrauch gibt. Ich hatte vor Gericht selbst einen Fall mit einer Rückzahlung von 35.000 Euro, obwohl das Vermögen "nur" 15.000 Euro war.


    Dazu kommt noch ein Bußgeldverfahren, schlimmstenfalls eine Anzeige wegen Betrug.

  • Hallo Tamar


    Vielen Dank für die Rückmeldung.


    Damit ich das System eben nicht betrüge oder das Gesetz breche, informiere ich mich zunächst, bevor ich die Anträge ausfülle und beim Amt einreiche, um eben solche Konsequenzen zu vermeiden.


    Ich habe nun mein Bar "Vermögen" nochmal nachgezählt. Es sind auf den Cent genau 4527,65€. Ich habe gestern meine theoretische Führerscheinprüfung bestanden und konnte sofort die bevorstehenden Fahrstunden bezahlen. Selbst wenn ich diese nicht bezahlt hätte, wäre ich ca 150€ unter den 4950€. Falls ich mich irre, bitte ich um Korrektur.


    Noch einige Fragen:


    - Ich bekomme monatlich (seit 2 Jahren) 2x 3,50€ überwiesen, da ich mit 2 Freunden die Kosten für ein Netflixkonto teile.

    - Desweiteren habe ich von eine Rückzahlung von 15€ erhalten, da ich bei einer Bestellung ausversehen doppelt bezahlt habe.

    - Wie bereits in meiner ersten Nachricht erwähnt, habe ich vergangenen Monat 100€ (von meinem Bargeld) auf mein Konto eingezahlt, da das Geld auf meinem Konto meine laufenden Rechnungen nicht mehr abdecken konnte.

    - Auch im Juli habe ich einer Freunden Geld vorgestreckt (8€) und sie hat es mir überwiesen.


    Ist das problematisch und könnte mir das von meinem Grundbetrag abgezogen werden? Grundsätzlich würde mich interessieren, ob es Probleme gibt, wenn man Geld überwiesen bekommt, was man bspw. vorgestreckt hat. Gibt es da eine Grenze?


    Und meine letzte Frage: Muss ich dem WBA Kontoauzüge beifügen oder reicht die Angabe meines aktuellen Kontostands. Und wenn ja, von wie viel Monaten?


    Ich bedanke mich im voraus für die Rückmeldung und verbleibe mit den besten Grüßen!



  • Dauernde Zahlungseingänge oder Bareinzahlungen werden natürlich irgendwann zu Nachfragen führen und du bist in der Beweispflicht zur Herkunft.


    Ob das JC Kontoauszüge verlangt, bestimmt es in der Regel selbst. Wenn, dann werden nach den neuesten Weisungen der Agentur für Arbeit 6 Monate verlangt.