ALG II Kosten der Unterkunft - Kein Anspruch auf Miete und Nebenkosten

  • Hallo,


    Ich lebte früher mal von Hartz4. Damals betrug der Regelsatz 409 Euro. Ich wohne zusammen mit meiner Mutter in einem Haus, welches meiner Mutter gehört. Meine Mutter sagte zu mir, dass ich ihr 300 Euro abgeben soll für Nebenkosten und für Sie Miete.


    Ich sagte dann zu ihr, dass ich ihr keinen einzigen Cent abgeben kann, weil ich die 409 Euro für Einkäufe und sonstige Anschaffungen brauche. Sie sagte dann, dass das so nicht geht und dass ich zum Amt gehen soll, um Miete und Nebenkosten zu beantragen.


    Das habe ich dann auch gemacht, aber das wurde beides abgelehnt. Als Grund wurde angegeben, dass ich in derselben Wohnung lebe. Ich hätte also in einer eigenen geschlossen Wohnung leben müssen. Aber ich kenne einen Bekannten von mir, der lebt auch bei seiner Mutter in ein und derselben Wohnung und der bekommt schon die Miete und die Nebenkosten vom Amt.


    Dann kenne ich noch einen, der wohnt bei seinem Freund, der Zugleich sein Vermieter ist, auch in ein und derselben Wohnung und der bekommt auch Miete und Nebenkosten vom Amt. Wie ist jetzt das eigentlich. Hätte ich damals Anspruch auf Miete und Nebenkosten gehabt?

  • Hallo,


    wie alt warst Du damals?


    Gruß!

    Zu Risiken und Nebenwirkungen meiner Beiträge fragen Sie bitte Ihren Rechtsanwalt oder Steuerberater. Rechtsanwälte und Steuerberater sind allerdings berechtigt, sich die Beantwortung Ihrer Fragen bezahlen zu lassen.

  • Hallo,


    dann wurde damals offensichtlich angenommen, daß Ihr zusammen wirtschaftet und Du hast dieser Regelvermutung nicht widersprochen.


    Gruß!

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  • Lass mich die magische Frage stellen:


    Hast Du denn Deiner Mutter jeden Monat die Miete gezahlt bzw. hat sie Dich abgemahnt wegen Deiner Mietschulden und dann rausgeschmissen?

  • Dann ist die Ablehnung meiner Meinung nach zurecht.

  • Positiv betrachtet: Du hast nach Deiner Darstellung damals kein Geld "verpasst".



    Etwas vereinfacht dargestellt:


    Mietkosten zwischen Familienangehörigen können nach dem Zweiten Sozialgesetzbuch nur übernommen werden, wenn sie auf einem ernsthaft gemeinten Vertrag wie unter Fremden üblich beruhen und wirklich anfallen.


    Du hast aber nie Miete gezahlt. Du wirst also nicht erfolgreich argumentieren können, dass Du überhaupt Kosten hattest.


    Deine Mutter hat Dich auch nie wie einen fremden Mieter behandelt. Der wäre nämlich gemahnt, gekündigt, verklagt und rausgeworfen worden, wenn er die Miete nicht gezahlt hätte. Daher kann man auch nicht wirklich realistisch davon ausgehen, dass Du einen ernst gemeinten Mietvertrag hattest, auf den Du hättest zahlen müssen. Die Umstände widerlegen das rückblickend.

  • Aber warum ist es dann bei meinem Bekannten möglich? Da kassiert die Mutter die Miete und das Amt zahlt. Bei meinen anderen Bekannten, der mit seinem Freund in ein und denselben Haus wohnt, das gleiche.

  • Aber warum ist es dann bei meinem Bekannten möglich?


    Das hat Schorsch dir erklärt. Kurz, wenn die Mutter nur während des Leistungsbzeugs Miete möchte, übernimmt das Amt diese nicht. Man könnte dies vielleicht auch Ausnutzung von Sozialleistungen oder Ausbeutung des Sozialsystems nennen.