Urlaubssemester wegen Krankheit - Termin Amtsarzt - finanzielle Not

  • Hallo,


    das ist mein erster Post, daher so lang...


    Ich bekomme momentan Hartz 4, da ich aus gesundheitlichen Gründen im Urlaubssemester bin. Hat seelische und körperliche Ursachen.

    Nun soll ich zum ärtzlichen Gutachter und so einen Bogen ausfüllen. Ich möchte mir allerdings die Möglichkeit offen halten bis zu 100 Euro verdienen zu können. Habe echt viele Kosten wegen meiner gesundheitlichen Probleme, durchschnittlich 150 Euro im Monat. Ich habe kaum noch Ersparnisse und muss Winterkleidung etc nun davon zahlen. Die Gesundheitskosten werden eher mehr als weniger und es ist nicht absehbar wann das endet. (Krankenkasse übernimmt das meiste nicht.) Ich konnte absolut nicht mehr weiter studieren oder arbeiten. Inzwischen geht es langsam bergauf.


    Allerdings kann ich nur unregelmäßig mal eine Stunde oder so was machen (ob es dann tatsächlich schon klappt weiß ich nicht) und möchte gerne selbstständig arbeiten, was auch mit meiner Branche (Design, Kunst) zu tun hat. Unter anderem um nicht völlig raus zu kommen aus dem Studium, der Einstieg wird sonst noch schwerer. Auch kann ich die meiste Zeit nur von Zuhause aus arbeiten, da ich schnell durch äußere Reize überfordert bin und benötige viel Ruhe, lange Wege ist auch schwer, etc. Überhaupt zu viel Druck wirkt sich sehr negativ aus und habe Angst, dass JC zwingt mich was zu tun, was ich nicht möchte... Ich möchte selbst entscheiden können. Alles andere würde meinen Zustand verschlechtern.


    Meine größte Angst ist, dass ich eben nichts dazu verdienen könnte und später meine Mittel nicht mehr leisten kann, was wirklich schlimme Folgen hat!!! Bzw meine Ersparnisse immer weiter nutzen zu müssen und noch mehr finanzielle Sorgen zu haben und so weiter!


    >>>

    Kann auf meine ganzen Bedürfnisse Rücksicht genommen werden? Darf ich selbstständig arbeiten?

    Kann man mich zwingen iwas machen zu müssen?

    Was könnte auf mich zukommen? Habe von Maßnahmen, Kürzungen und haufenweise Bürokratie gelesen.


    Bisher habe ich es so verstanden: Hartz4, bis 100 Euro anrechnungsfrei oder: Grundsicherung und alles wird angerechnet. Stimmt das so?

    Mal angenommen ich würde dann Grundsicherung bekommen, wie schwer ist es wieder normales Hartz 4 zu bekommen, um bisschen was verdienen zu können? Muss man dann diese drei Stunden am Tag arbeiten können oder reicht auch weniger?

    Wird man mir einfach Grundsicherung zahlen, obwohl ich ja bisschen arbeiten möchte später?


    Wann ich arbeiten kann, weiß ich noch nicht genau. Habe schon angefangen, aber so richtig durchstarten das klappte bisher nicht. Oberste Priorität hat meine Gesundheit... aber Geld für die wichtigsten Dinge brauche ich halt auch... Bei der Diakonie könnte ich vll noch fragen...

    >>> Tips für Finanzierung könnte ich auch gebrauchen. Zur Tafel gehe ich schon. Bin sehr sparsam, nur für Essen gebe ich viel aus, aber achte schon auch drauf.


    Was muss ich noch wissen und beachten?

    Weder Amt noch Anwalt können mir da groß Auskunft geben...


    Auch musste ich vor einem Monat in eine ruhigere Wohnung/Gegend ziehen, seitdem geht es mir etwas besser. Das war allerdings ein spontaner Glücksgriff und es konnte in der kurzen Zeit nicht vom Amt bewilligt werden. Sie haben das Attest vom Hausarzt nicht akzeptiert. Das Ganze regelt nun mein Anwalt (Umzugskosten, erhöhter Bedarf durch den Umzug und Anrechnung einer verspäteten Bafögzahlung) Ich war damit total überfordert... diese ganzen finanziellen Ängste und Briefe haben mich seelisch noch kränker gemacht... auch jetzt komme ich kaum hinterher, aber möchte es auch nicht völlig in fremde Hände geben. Werde versuchen mit Attest eine Zeit lang nicht erreichbar sein zu können und dass in der Zeit keine Kürzungen etc gemacht werden. >>>Wenn da jemand Tips hat, bitte schreiben! Weiß nur, dass ich ein Attest brauche und einen formlosen Antrag stellen muss. Wird vermutlich eh darauf hinauslaufen, dass ich wieder zum Anwalt muss, weil es abgelehnt wird...


    Hoffe ich habe es verständlich geschrieben.


    Liebe Grüße :)

  • Hallo,

    Nun soll ich zum ärtzlichen Gutachter und so einen Bogen ausfüllen. Ich möchte mir allerdings die Möglichkeit offen halten bis zu 100 Euro verdienen zu können.

    der Amtsarzt entscheidet darüber, ob Du erwerbsfähig bis oder nicht. Erwerbsunfähigkeit bedeutet, daß Du nicht mehr als drei Stunden am Tag arbeiten kannst, bedeutet aber nicht, daß Du eben diese 3 Stunden am Tag nicht arbeiten darfst. Wenn Du also einen Job findest, bei dem Du diese Stundenzahl nicht überschreitest, kannst Du durchaus etwas dazu verdienen (was Dir aber u.U. auf Sozialleistungen angerechnet wird).

    oder: Grundsicherung und alles wird angerechnet. Stimmt das so?

    Die Grundsicherung ist wohl nicht das Problem. Bei einer Erwerbsunfähigkeit kommt erstmal die Sozialhilfe in Betracht, bevor die Rentenversicherung über eine dauerhafte Erwerbsminderung entscheidet, was Jahre dauern kann. Einkommen wird bei der Sozialhilfe ohne Freibeträge angerechnet. Auch ist die Unterhaltspflicht von Verwandten ersten Grades zu beachten.

    Werde versuchen mit Attest eine Zeit lang nicht erreichbar sein zu können und dass in der Zeit keine Kürzungen etc gemacht werden.

    Schlechte Idee. Weder wirst Du ein für ein Amt relevantes "Attest" bekommen, was Dich "nicht erreichbar" macht noch daß keine Kürzungen erfolgen, wenn Du Meldeaufforderungen nicht nachkommst. Es wäre über eine gerichtliche Betreuung nachzudenken, wenn Du tatsächlich all diese Probleme hast.


    Gruß!

    Zu Risiken und Nebenwirkungen meiner Beiträge fragen Sie bitte Ihren Rechtsanwalt oder Steuerberater. Rechtsanwälte und Steuerberater sind allerdings berechtigt, sich die Beantwortung Ihrer Fragen bezahlen zu lassen.

  • Es muss doch irgendeine Möglichkeit geben. Gibt es bei der Grundsicherung auch "Vermögensumwandlung"? Ich habe mehrere Kartons aussortiert, was ich über die Zeit, so wie ich halt kann, verkaufen möchte.


    Ich habe schon mehrere Erfahrungsberichte gelesen, wo diese Nichterreichbarkeit durchgesetzt werden konnte und denjenigen ging es dadurch besser. Versuchen werde ich es evtl. Erstmal muss ich diesen Bogen ausfüllen... die Frist konnte ich leider nicht einhalten und melde mich da diese Woche.

  • Hallo,

    die Frist konnte ich leider nicht einhalten

    womit schon mal die erste Sanktion droht.


    Gruß!

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  • Das weiß ich... Mein Anwalt hat es mir auch zu spät überreicht. In einer Woche schaffe ich sowas nicht. Letzte Woche war ich auch krank, da ging gar nichts.


    Ich gehe da Donnerstag hin und kläre das. Es ging ja erstmal nur um den Bogen.

  • Wie läuft das genau mit dieser gerichtlichen Betreuung? Wird da abgesprochen, was gemacht wird? Also kann ich immer noch selbst entscheiden?

    Habe da etwas Bedenken bei, dass etwas passiert was ich nicht möchte.

    Dachte wenn ich zum Anwalt gehe habe ich weniger um die Ohren. Nun folgen aber noch mehr Fristen und alles. Das nimmt einfach kein Ende!

  • Hallo,

    Also kann ich immer noch selbst entscheiden?

    ja.


    Gruß1

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  • hallo,


    ich habe doch noch Fragen zu diesem Gesundheitsbogen.

    Da es bei mir unter anderem seelische Gründe hat und ich nicht ein völlig offenes Buch sein möchte, würde ich gerne meine Ärzte nicht von der Schweigepflicht befreien, sondern ein Attest von meiner Hausärztin vorlegen. Allerdings weiß ich nicht, ob das reicht. Ich war auch in Therapie bis vor einem Jahr. Ich glaube nicht, dass er da was schreiben wird zu, hat er damals schon abgelehnt bei einer anderen Sache.

    Das äußert sich natürlich auch durch viele psychosomatische Beschwerden, aber ich frage mich halt, was nun genau nötig ist und was ich vorlegen muss.

    Nach meiner Einschätzung reicht ein Attest, um zu zeigen, dass ich nicht arbeiten kann. Eine körperliche Krankheit wurde bisher nie festgestellt. Daher sehe ich da wenig Sinn drin.

    Reicht das vom Hausarzt?

    Wenn nicht kann ich ja immer noch zum Psychiater oder so.


    Grüße

  • Hallo,

    würde ich gerne meine Ärzte nicht von der Schweigepflicht befreien, sondern ein Attest von meiner Hausärztin vorlegen. Allerdings weiß ich nicht, ob das reicht.

    nein, das reicht nicht. Damit der Amtsarzt über eine Erwerbsunfähigkeit entscheiden kann, reicht ein Attest eines Hausarztes absolut nicht aus. Kein Hausarzt wird über eine Erwerbsunfähigkeit entscheiden können.

    Nach meiner Einschätzung reicht ein Attest, um zu zeigen, dass ich nicht arbeiten kann.

    Deine Einschätzung spielt nun absolut keine Rolle und ist in diesem Zusammenhang vollkommen uninteressant (und das auch aus gutem Grund). Nochmal: es geht um eine Erwerbsunfähigkeit, was nichts mit einer Arbeitsunfähigkeit zu tun tun hat.

    Wenn nicht kann ich ja immer noch zum Psychiater oder so.

    Was nichts daran ändern würde, daß auch dann erst ein Amtsarzt über die Erwerbsunfähigkeit entscheiden kann und wird.


    Ehrlich gesagt würde ich Dir nochmals dringendst dazu raten, über eine Betreuung nachzudenken. Ich lese aus Deinen bisherigen Fragen und Antworten, daß Du nicht nur überfordert sein könntest, sondern auch die Schuld dafür bei anderen wie Deinen Rechtsanwalt siehst. Beispiel gefällig?


    Mein Anwalt hat es mir auch zu spät überreicht.

    Oder auch

    Dachte wenn ich zum Anwalt gehe habe ich weniger um die Ohren. Nun folgen aber noch mehr Fristen und alles.

    Auch suchst Du nach Möglichkeiten, möglichst keine Verpflichtungen (wie die Meldepflicht) einzugehen, dennoch aber möglichst sanktionsfrei Leistungen zu erhalten. Dabei verläßt Du auf irgendwelche obskuren Internet-Beiträge:

    Ich habe schon mehrere Erfahrungsberichte gelesen, wo diese Nichterreichbarkeit durchgesetzt werden konnte und denjenigen ging es dadurch besser.

    Du kannst mir es glauben: solche "Erfahrungsberichte" sind vollkommener Blödsinn. Nicht nur, weil sie kaum überprüfbar und belastbar sind, sondern auch weil heutzutage leider jeder Idiot irgendwas im Internet schreiben kann. Von daher würde ich auf solche angeblichen "Erfahrungen" absolut nichts geben und vor allem nicht mein eigenes Verhalten danach richten. Die Sanktionen bekommst nur Du zu spüren - nicht aber die in ihrer eigenen "Welt" lebenden Verfasser irgendwelcher blödsinnigen "Erfahrungsberichte".


    Fazit: mach Dich nicht selbst verrückt. Bleibe so, wie Du bist - werde aber kritischer gegenüber angeblichen Erfahrungen anderer. Du bist Du - und kein anderer hat gleiche oder ähnliche Erfahrungen wie Du. Du selbst entscheidest, wie es mit Dir weiter geht. Du kannst auch weiterhin auf irgendwelche Erfahrungen von außen eingehen und damit Sanktionen riskieren. Du kannst auch weiterhin auf einen Rechtsanwalt oder auch Betreuer vertrauen, denen Du dann bewußt oder unbewußt die Schuld zuschiebst. Du kannst aber auch mal versuchen, Dein Leben selbst in den Griff zu bekommen - ohne irgendwelche Wunschvorstellungen in Sachen "Attest vom Hausarzt", ohne die Suche nach Ausfluchtmöglichkeiten im und Einflüsterungen vom Internet. Dann auch gerne zum Beispiel mit einem Betreuer, dem Du vertraust.


    Ich weiß: es ist ein schwerer Weg. Ich selbst bin gerichtlich bestellte Betreuerin und erlebe tagtäglich, mit welchen Ängsten, Sorgen und Problemen die von mir betreuten Menschen zu tun haben. Das schöne an meinen ehrenamtlichen Job ist aber, daß sehr viele dieser betreuten Leute es dann doch schaffen, sich und ihr Leben selbst zu gestalten.


    Es liegt also an Dir - Ängste weiter aufbauen oder die eigenen Ketten abschmeißen.


    Gruß

    Zu Risiken und Nebenwirkungen meiner Beiträge fragen Sie bitte Ihren Rechtsanwalt oder Steuerberater. Rechtsanwälte und Steuerberater sind allerdings berechtigt, sich die Beantwortung Ihrer Fragen bezahlen zu lassen.