JC fordert Aufgabe der Selbstständigkeit

  • Aus der EGV geht aber nicht hervor, dass du deine Selbstständigkeit aufgeben sollst. Hast du dies mündlich mitgeteilt bekommen?


    Wenn du zumutbare Stellenangebote ablehnst, ist Kostenersatz zu prüfen. D.h. du musst, sobald es dir möglich ist, ALG II Leistungen ganz oder teilweise zurückzahlen. Auch bist du dazu verpflichtet, deine Hilfebedürftigkeit zu mindern bzw. diese durch Aufnahme eines Vollzeitsjobs zu beenden.


    Ich verstehe nicht, warum du dich so sehr an deine Selbstständigkeit klammerst und dies mit der finanziellen Sicherheit begründest. Dies passt meiner Meinung nach nicht zusammen. Fällt ein weiterer Kunde weg, schreibst du monatlich rote Zahlen und diese wird das Jobcenter nicht übernehmen.

  • Ich verstehe nicht, warum du dich so sehr an deine Selbstständigkeit klammerst und dies mit der finanziellen Sicherheit begründest. Dies passt meiner Meinung nach nicht zusammen. Fällt ein weiterer Kunde weg, schreibst du monatlich rote Zahlen und diese wird das Jobcenter nicht übernehmen.

    Ich würde diese tatsächlich aufgeben wenn ich nicht dann in den Schulden ertrinken würde.

    Wenn ich eine Vollzeitstelle habe kann ich meine Selbstständigkeit nicht mehr ausüben weil mir dann die Zeit tagsüber fehlt.

    Und die Schulden ca. 10.000 EUR die dann auflaufen bekomme ich auch bei einer Vollzeitstelle nicht bezahlt. Gekündigt sind die meisten Verträge bereits.

    Sprich ich würde in ca. einem Jahr dann Privatinsolvenz anmelden müssen.

  • Habe aber auch in 11 Tagen wieder ein Termin beim Jobcenter

    Ich habe deine EGV gelesen.

    Hast du denn bisher Stellenangebote/Vermittlungsvorschläge vom JC bekommen?

    Hast du schon Eigenbemühungen unternommen und kannst Bewerbungen vorweisen?


    Fazit der Rechtslage gem. § 31 SGB II (das sind die *Rechtsfolgen*)

    Wer zumutbare Stellenangebote ablehnt ohne wichtigen Grund und wer keine in der EGV vereinbarten Eigenbemühungen nachweist, der verletzt seine Pflichten , der erhält eine Sanktion in Höhe von 30% des maßg. Regelbedarfs für 3 Monate.


    Ausnahme ist die schärfere Sanktion, falls du U25 bist.

    Einmal editiert, zuletzt von Ameise ()

  • Hast du denn bisher Stellenangebote/Vermittlungsvorschläge vom JC bekommen?

    Hast du schon Eigenbemühungen unternommen und kannst Bewerbungen vorweisen?

    Hallo,


    ja ich habe ein Stellenangebot bekommen. Dies konnte ich allerdings nicht annehmen da die Arbeitsstelle sehr abgelegen liegt und mit öffentlichen Verkehrsmitteln nicht erreichbar ist (vor allem nicht um 5:30 morgens). Denn ich habe zwar einen PKW aber das ist mein betrieblicher PKW den ich natürlich nicht mehr habe wenn ich meine Selbstständigkeit aufgeben "muss".


    Nein, ich habe bisher keine Nachweisbaren Eigenbemühungen unternommen. Ich habe lediglich versucht etwas druck bei meiner Teilzeitstelle aufzubauen um mit den Stunden ggf. etwas höher zu kommen (25 Std. /Woche) - das wäre sogar möglich unter der Voraussetzung das ich dann auch länger dort tätig sein werde und nicht in 2-3 Monaten dann kündige. Was ich aber nun mal nicht versprechen kann wegen der Verpflichtung mir eine Vollzeitstelle zu suchen.


    Ich werde nun am 18. wohl genauer erfahren was nun Sache ist.

    Im Gespräch war auch mir eine Zertifizierung zu bezahlen (wollte meine SB unbedingt) diese ist aber nur Vollzeit möglich (70 Tage) und kostet knapp 7000 Euro)

  • Denn ich habe zwar einen PKW aber das ist mein betrieblicher PKW den ich natürlich nicht mehr habe wenn ich meine Selbstständigkeit aufgeben "muss".

    Ein PKW wäre aber durch die Arbeitsvermittlung förderbar.


    Wie weit ist die Arbeitsstelle denn entfernt?


    Nein, ich habe bisher keine Nachweisbaren Eigenbemühungen unternommen. Ich habe lediglich versucht etwas druck bei meiner Teilzeitstelle aufzubauen um mit den Stunden ggf. etwas höher zu kommen (25 Std. /Woche) - das wäre sogar möglich unter der Voraussetzung das ich dann auch länger dort tätig sein werde und nicht in 2-3 Monaten dann kündige. Was ich aber nun mal nicht versprechen kann wegen der Verpflichtung mir eine Vollzeitstelle zu suchen.

    So argumentiert man nicht vor einem Arbeitgeber und schon gar nicht im Jobcenter. Wenn du die Stunden erhöhst, wäre das Jobcenter vielleicht ein wenig gutmütiger gestellt.


    Zuerst argumentierst du, dass du durch die Aufgabe der Selbstständigkeit evtl. 10.000 € verlieren würdest und dies begründest du mit der finanziellen Sicherheit. Dann kannst du ein Jobangebot nicht annehmen, weil du keinen PKW zur Verfügung hast. Die Stunden kannst du aber auch nicht erhöhen, weil du nicht weisst, ob du nicht in evtl. zwei oder drei Monaten woanders arbeiten wirst. Wenn du so vor dem Sachbearbeiter oder Arbeitsvermittler im Jobcenter argumentierst, dann kommt es als Ausrede rüber. Dies solltest du unbedingt sein lassen.

  • Wie sollte ich denn sonst argumentieren? Es ist ja nichts gelogen oder erfunden?!


    Das mag auch so stimmen, nur könnten Sachbearbeiter oder Arbeitsvermittler dies anders sehen.


    ca. 27 km


    Das wäre mit dem Fahrrad oder zu Fuss zu weit. Du solltest dem Arbeitsvermittler auch sagen, dass du ggf. ein Auto benötigen wirst und anfragen ob dies gefördert werden kann.



    Am besten wäre es für dich, wenn du deine Selbstständigkeit in einem geregelten Rahmen aufgibst, ohne dich zu Verschulden. Eventuell kannst du hier Unterstützung vom Jobcenter bekommen. Frage dort einfach mal nach.


    Wie ich gelesen habe, hast du bereits einige Verträge gekündigt.

    #1 Hast du alle gekündigt?

    #2 Wieviele Verträge müssen überhaupt gekündigt werden?

    #3 In was für einem Bereich bist du tätig? Was machst du?

  • Wie ich gelesen habe, hast du bereits einige Verträge gekündigt.

    #1 Hast du alle gekündigt?

    #2 Wieviele Verträge müssen überhaupt gekündigt werden?

    #3 In was für einem Bereich bist du tätig? Was machst du?

    Zu 1.: Nein ich habe noch nicht alle gekündigt. Ich habe lediglich die gekündigt die eine längere Laufzeit haben und demnächst verlängert werden müssten.

    Zu 2.: Ich habe eine Auflistung aller Verträge erstellt. Es sind 21 Einzelverträge.
    Zu 3.: Ich betreibe IT-Dienstleistungen für Unternehmen. Pflege, Wartung, Reparatur rund um die IT eines Unternehmens.

  • Ich würde vorschlagen dass du erstmal den Termin im Jobcenter abwartest, aber dort deine aktuelle Situation nochmals schilderst. Hierfür führst du alle anfallenden Kosten bei Aufgabe der Selbstständigkeit auf und legst diese vor. Eventuell kannst du dir damit ein wenig "Luft" verschaffen. Und frage dort nach, ob du ggf. Hilfestellung bei Aufgabe der Selbstständigkeit erhälst, damit du nicht in die Schuldenfalle rutscht.

  • Hallo,


    Irgendwie stören mich die Diskrepanzen bei Deiner Selbstständigkeit. Du schreibst etwas von 10.000 € Schulden bei Aufgabe der Selbstständigkeit und nun von

    Es sind 21 Einzelverträge.

    Wenn ich mir diese Zahlen ansehe und dann lese

    selbstständig mit mäßigem Einkommen (150-200 EUR /Monat)

    kommen mir diese ganzen Zahlen nicht nachvollziehbar vor. Vielleicht sieht daß das Jobcenter auch so und fordert deshalb die Aufgabe.


    Gruß!

    Zu Risiken und Nebenwirkungen meiner Beiträge fragen Sie bitte Ihren Rechtsanwalt oder Steuerberater. Rechtsanwälte und Steuerberater sind allerdings berechtigt, sich die Beantwortung Ihrer Fragen bezahlen zu lassen.

  • Die Anzahl von Einzelverträgen sagt ja noch nichts über die Höhe der Kosten oder die Einnahmen aus. Zumal auch ein Großkunde vor geraumer Zeit abgesprungen ist. Die Verträge basieren ja auf Beziehungen zu dem ehemaligen Kunden und es besteht eine gewisse Laufzeit.

  • Hallo,


    mag sein. Aber dennoch stimmen m.M. die Relationen nicht. Aber das ist eigentlich auch egal...


    Gruß!

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  • Hallo zusammen hier nun eine neue EGV (siehe Anhang).


    Nur auf die schnelle! Unterschrieben habe ich nix


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    Grace

  • Du bist nach dem SGB II dazu verpflichtet, alles zu tun, um deine Hilfebedürftigkeit zu senken oder ganz aus der Hilfebedürftigkeit zu fallen. Auf nichts anderes ist die Eingliederungsvereinbarung ausgelegt.


    Aus der Eingliederungsvereinbarung geht auch nicht hervor, dass du deine Selbstständigkeit aufgeben sollst oder aufgeben musst.