Weggang vom Jobcenter - Wie

  • Hallo ihr!


    Ich habe eine Frage bezüglich der "Kündigung" beim Jobcenter und hoffe hier dafür die richtige Stelle im Forum gefunden habe.


    Zu erst einmal die Rahmenbedingungen. Wir, meine Freundin und ich, beziehen zur Zeit als Bedarfsgemeinschaft ALGII. Ich bin seit einigen Monaten krankgeschrieben (u.a. Angststörung), meine Freundin verdient mit ihrem Kleingewerbe im Nebenerwerb ein wenig Geld (also sie ist "hauptamtlich" sozusagen auch beim Jobcenter).


    Um nun weiter gesundheitlich voran zu kommen, ist es mir sehr wichtig meine "Selbstständigkeit" zurück zu gewinnen und nicht weiter dieser Willkür, Überheblichkeit und unfairen Bedingungen unterlegen zu sein. Kurzum: für meinen Weg, meine Genesung und mein Leben ist es besser, mein Leben nicht durch Fremdbestimmung der mehrfach überheblich und abwertend auftretenden Tanten des Jobcenters bestimmen zu lassen. Aus der neuen "Freiheit" heraus ist es ohne den Druck irgendwelche unpassenden Jobs, Kurse etc. machen zu müssen viel einfacher gesund und glücklich zu werden. Unter den aktuellen Rahmenbedingungen ist das jedenfalls nicht für mich möglich. Nun gut, endlich zur eigentlichen Frage:


    Wir wollen beide vom Jobcenter weg, also komplett ohne ALG-II Zahlungen, Vermittlungsvorschläge, Weiterbildungen, aber somit auch ohne KV und RV. Wie läuft das ab bzw. was muss ich tun? Muss ich eine Verzichtserklärung vom ALG-II abgeben? Der Eingliederungsvereinbarung widersprechen? Gründe angeben? Müssen wir beide "kündigen"? Reicht es wenn einer das macht oder beide? Also jeder für sich oder beide in einem Schreiben? Geht das überhaupt?


    Über die Konsequenzen sind wir uns bewusst und diese bin ich aber gerne bereit zu akzeptieren. Dadurch kommen auf uns 2x Krankenversicherungsbeiträge zu und die Rentenversicherung fällt weg. KV sind dann ohne Einkommen für mich ca. 170€, richtig? RV ist, soweit ich das richtig verstanden habe, freiwillig. Diese würde dann wohl, auch wenn es vermutlich eine denkbar miese Idee ist, für die Übergangszeit wegfallen. Die Übergangszeit werden wir jedenfalls gut schaffen, um das finanzielle soll es an dieser Stelle ja aber sowieso nicht gehen, sondern um den letzten Abschnitt mit der "Kündigung".


    Ich hoffe, dass uns jemand ein paar Tipps geben kann, das würde ungemein weiterhelfen! Vielen Dank schonmal dafür und beste Grüße!

  • Hallo,


    ein formloses Schreiben, daß ab sofort auf ALG II verzichtet wird, ist ausreichend.


    Allerdings halte ich den Plan für sehr gewagt - zumal es bei Aufnahme einer selbstständigen Tätigkeit entsprechende Zuschüsse geben kann.


    Gruß!

    Zu Risiken und Nebenwirkungen meiner Beiträge fragen Sie bitte Ihren Rechtsanwalt oder Steuerberater. Rechtsanwälte und Steuerberater sind allerdings berechtigt, sich die Beantwortung Ihrer Fragen bezahlen zu lassen.

  • Vielen Dank für diese erste Antwort!


    Dann am besten wohl im Namen beider Mitglieder der Bedarfsgemeinschaft unterzeichnen, oder? Ist mit diesem formlosen Schreiben denn die "Akte" der Bedarfsgemeinschaft geschlossen, dh. keine Einladungen mehr, keine Verpflichtungen denen gegenüber?


    Ja, natürlich ist das gewagt, das ist uns durchaus bewusst! Aber wie bereits erwähnt, irgendwann muss man abschätzen ob es das einem Wert ist oder nicht. Und wenn die Gesundheit darunter leidet bzw. sich nicht verbessert, dann ist diese auf dem ersten Blick bescheidene Lösung mit vielen Steinen im Weg am Ende doch vielleicht die bessere! Der Entschluss dazu ist ja nicht von heute auf morgen gekommen, sondern schon lange durchdacht mit allen Hürden die damit einhergehen.


    Die Zuschüsse sind a) für mich z. Zt. nicht interessant, da ich kurzfristig nicht absehen kann wohin die Reise geht. Wenn doch Bedarf sein sollte, dann gibt es ja einen Weg zurück. Und b) besteht die Selbstständigkeit meiner Freundin ja schon länger. Zuschüsse hat sie keine bekommen, da "nicht nötig". Da dann zuletzt auch im Vorfeld zugesicherte (!!) Ausgaben auf einmal ohne Rücksprache gestrichen wurden und Einkünfte "falsch" angerechnet wurden ist die Hilfe die man (zumindest hier bei uns) erwarten kann nichts Wert. Wenn dann im Gespräch die zuständige Betreuerin erstmal völlig unverfroren sinngemäß sagt "oh, sowas hätte ich ihnen gar nicht zugetraut, da bin ich ja positiv überrascht" (und das, ohne jemals vorher ein Wort persönlich mit besagter Person gewechselt zu haben), ist jegliches Vertrauen aufgebraucht.

  • Hallo,

    Wenn doch Bedarf sein sollte, dann gibt es ja einen Weg zurück.

    nein, den gibt es nicht, was Gründungszuschüsse betrifft.


    Gruß!

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