Rückforderung der Leistungen vom Jobcenter

  • Hallo ihr Lieben,
    vielleicht kann mir ja jemand helfen!



    Ich habe im Februar diesen Jahres mein Studium beendet und habe ab April
    mit Harz lV aufgestockt, da das Geld, welches ich ab und zu
    freiberuflich verdiene eben nicht ausreicht.
    Ende Juli fand ich ein Volontariat und habe ab dem 1. August angefangen zu arbeiten.
    Ich habe mal ausgerechnet, was ich in der Zeit verdient habe, in welcher
    ich Leistungen vom Jobcenter erhalten habe (April-August). Den
    monatlichen Freibetrag von 100€ mit berücksichtigt, schulde ich dem
    Jobcenter von meinem Verdienst: 150€. Hinzu kommt das Überbrückungsgeld
    für den August (Lohn kam ja dann Ende August).
    Insgesamt schulde ich dem Jobcenter also ca. 850€ (nach MEINEN Berechnungen).



    Jetzt habe ich aber, seit dem ich meinen Arbeitsvertrag unterschrieben
    habe, auch freiberufliche Aufträge angenommen. Und so noch Geld
    verdient. Das heißt, ich habe neben meinem Lohn aus dem
    Angestelltenverhältnis (Mindestlohn) noch ein bisschen Geld mit meiner
    freiberuflichen Tätigkeit seit August verdient, also seit Einstellung
    der Leistungen vom Jobcenter.
    Der Bewilligungszeitraum beträgt ja immer 6 Monate. In meinem Fall: April bis September.
    Jetzt hat sich das Jobcenter gemeldet und will neben den Kontoauszügen
    für den Auszahlungszeitraum auch meine Kontoauszüge und Lohnabrechnungen
    vom August und September.
    Meine Frage wäre jetzt:
    Kann das Jobcenter mir das, was ich ab August zusätzlich verdient habe, wegnehmen?



    Und habe ich in folgender Sache einen Denkfehler?:
    Ich habe für 6 Monate eine Prognose abgegeben, was ich denke, was ich
    freiberuflich verdienen werde. Ich habe einen Gesamtbetrag von 200 €
    angegeben. Dementsprechend wurde berechnet, was ich monatlich vom
    Jobcenter ausgezahlt bekomme. Jetzt wurden aber die Leistungen ab August
    eingestellt ( ich bekam noch Überbrückungsgeld für den August, welches
    ich vollständig zurückzahlen muss). Das heißt, berücksichtige ich bei
    meiner Berechnung der Schulden, die durch meine freiberufliche Tätigkeit
    entstanden sind, April bis September (also den vollen
    Bewilligungszeitraum) oder April bis Juli (da ab August ich ja in einem
    Arbeitsverhältnis bin).
    Ich habe irgendwie gedacht, dass es nur für den Zeitraum gilt, in
    welchem ich Leistungen beziehe, also von April- Juli. Wäre zumindest für
    mich logisch.
    Ist das so? Oder habe ich einen Denkfehler?



    Ich danke schon mal im Voraus allen, die sich Zeit nehmen mein Anliegen durchzulesen/ und zu beantworten!

  • Hallo,

    Ich habe irgendwie gedacht, dass es nur für den Zeitraum gilt, in
    welchem ich Leistungen beziehe, also von April- Juli.

    nein. Bei einer selbstständigen Tätigkeit wird von Deiner vorläufigen EKS und den dortigen Prognosen von Dir ausgangen und das ALG II dementsprechend berechnet. Verkürzt sich nun der Bewilligungszeitraum (BWZ) z.B. durch Arbeitsaufnahme, verändert sich ja auch die Prognose von Dir, die auf einen längeren Zeitraum ausgerichtet war, was dann natürlich die Höhe des ALG II beeinflußen würde. Deswegen gilt also in Deinem Fall für die Berechnung des ALG II und ggf. Rückforderungen der Zeitraum der Prognose und nicht der BWZ, was jetzt die Einkünfte aus der selbstständigen Tätigkeit betrifft. Das Einkommen der nichtselbstständigen Arbeit kann dann allerdings nicht in die Prognose mit einbezogen werden.


    Gruß!

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  • Hallo,


    bei selbstständiger Tätigkeit schätzt du dein Einkommen für die nächsten 6 Monate und daraus wird ein Durchschnittseinkommen errechnet welches angerechnet wird.


    Wenn du z.b angibst:


    Januar 500
    Februar 600
    März 200
    April 800
    Mai 600
    Juni 600


    Macht insgesamt 3300 €. Das wird dann durch 6 geteilt also 550€ monatlich wird dir als Einkommen angerechnet und daraus ergibt sich dein ALG2 Bedarf. Mit 100 Euro Freibetrag und den 20% Freibetrag sollten das dann 360€ sein die angerechnet werden von den 550€.


    Nach 6 Monaten musst du Einkommensnachweise erbringen wie deine tatsächlichen Einnahmen aussahen. Hast du mehr erzielt als in deiner Prognose angegeben, musst du zuviel erhaltenes ALG 2 zurückzahlen. Hast du zu wenig angegeben bekommst du eine Nachzahlung.


    Wichtig ist das der komplette Zeitraum von 6 Monaten gilt und betrachtet wird.