KDU-MA Formular

  • Das Jobcenter verlangt von mir eine ausgefüllte KdU-MA die vom Vermieter ausgefüllt und unterschrieben sein soll,
    ich habe bereits den Energienachweis für die Wohnung und den original Mietvertrag vorgelegt und finde das dies ausreicht. Man sagte mir das man zur not auch meinen Vermieter anrufen oder anschreiben kann.

  • Hinweis zur Rechtslage datenschutzrechtlich, Verstoß gegen den Sozialdatenschutz
    und nicht gestattet.


    Bundessozialgericht: Jobcenter darf Vermieter nicht über Hartz IV Bezug informieren
    Das Bundessozialgericht hat mit einem Urteil (Az.: B 14 AS 65/11 R) den Sozialdatenschutz
    beim Bezug von Leistungen nach dem SGB II gestärkt.


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  • Hallo,

    Das Jobcenter verlangt von mir eine ausgefüllte KdU-MA

    was soll dieses Formular "Kdu-MA" sein? In der Liste der offziellen Formulare erscheint ein solches Formular nicht. Was also wird dort abgefragt?


    Gruß!

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  • Alleine schon die Drohung den Vermieter anzurufen ist dreist und das Formular gehört
    in den Bereich Märchenstunde einer Optionskommune. Die sehr gerne selber Formulare
    erstellen und dann verlangen, dass das auszufüllen ist.

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  • Empfehle dieses ominöse Formular mal ausreichend anonymisiert, falls notwendig, hochzuladen.
    Mir scheint, hier wird eine Beschwerde wegen Verletzung des Sozialgeheimnis fällig.


    Darf der Sachbearbeiter meinen Mietvertrag kopieren?Aus der Praxis ist bekannt, dass Mietverträge oftmals kopiert und die Kopien zur Akte genommen werden.
    Wie so oft hilft auch hier ein Blick in das Gesetz. Der Gesetzgeber erlaubt das Anfertigen von Kopien nämlich nur dann, wenn diese für die weitere Aufgabenerfüllung der Leistungsträger erforderlich sind (§ 67c Abs. 1 SGB X). Da Mietverträge jedoch oftmals eine Vielzahl von Informationen enthalten, die für das Amt nicht von Relevanz sind, vertritt das ULD die Auffassung, dass vollständige Kopien häufig nicht benötigt werden. Mit dieser Einschätzung befinden wir uns in guter Gesellschaft. So stellt die Bundesagentur für Arbeit (BA) den Jobcentern neben dem Hauptantrag auch den Vordruck „Anlage KdU – Kosten der Unterkunft“ zur Verfügung. Dieser Vordruck ist nicht von Ihrem Vermieter, sondern von Ihnen auszufüllen. Ihr Mietvertrag und/oder das letzte Mieterhöhungsschreiben werden lediglich zum Nachweis dafür benötigt, dass Ihre Angaben korrekt sind. Grundsätzlich reicht es also, dass Ihr Sachbearbeiter den Mietvertrag einsieht, diese Kontrolle in der Akte vermerkt, jedoch nicht den Mietvertrag kopiert.
    Die Anfertigung einer (Teil-)Kopie des Mietvertrags ist also nur insoweit zulässig, wie dieser leistungsrelevante Angaben enthält, die nicht in der Anlage KdU – Kosten der Unterkunft – enthalten sind.


    Ist es erforderlich, dass mein Vermieter eine Mietbescheinigung unterschreibt?
    Nein! Wie zuvor ausgeführt, ist es üblicherweise völlig ausreichend, wenn Sie den Vordruck "KdU – Kosten der Unterkunft" ausfüllen und Ihren Mietvertrag bzw. das aktuelle Mieterhöhungsschreiben vorlegen. Bedenken Sie: Wenn Sie Ihren Vermieter die Mietbescheinigung ausfüllen oder unterschreiben lassen, erfährt dieser zwangsläufig, dass Sie ALG II beantragen müssen.

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  • Danke, das habe ich mir schon fast gedacht. Ich habe jetzt nur die KDU ausgedruckt und ausgefüllt ohne Daten des Vermieters.
    Noch ne Frage die haben mir auch geschrieben das sie einen Lebenslauf von mir brauchen. Wie sieht das denn aus muss den Vorlegen.

  • Danke, das habe ich mir schon fast gedacht. Ich habe jetzt nur die KDU ausgedruckt und ausgefüllt ohne Daten des Vermieters.


    Durch die Einreichung des Mietvertrags sind die ja auch dem JC bekannt.
    Hier ging es um die Mietbescheinigung @guenther111. Nichts durcheinander
    bringen bitte und nur die normale Anlage KDU ist korrekt.


    Noch ne Frage die haben mir auch geschrieben das sie einen Lebenslauf von mir brauchen. Wie sieht das denn aus muss den Vorlegen.


    :?: Stelle bitte den Zusammenhang her! Wer möchte wofür einen Lebenslauf?
    Bitte präzise antworten!

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  • Das Jobcenter ( Jobcom Düren ) möchte von mir einen kompletten Lebenslauf / Werdegang.
    Das schreiben die mir -
    Anspruchsnachweis zum Antrag auf Leistungen nach dem Zweiten Buch SGB II -
    Grundsicherung für Arbeitssuchende und Sozialgeld

  • Geben Sie Ihre Antragsunterlagen in Ihrem Jobcenter ab.
    Damit wir Ihren Antrag so schnell wie möglich bearbeiten können, bringen Sie bitte
    alle vom Jobcenter angeforderten Unterlagen zur Antragsabgabe mit.


    Dazu gehören unter anderem:

    • Antragsunterlagen für Arbeitslosengeld II
    • Kontoauszüge (der vergangenen sechs Monate)
    • Mietvertrag, Heiz-/Nebenkostennachweis
    • Einkommens- und Vermögensnachweis

    Bitte weisen Sie sich bei jedem Termin mit Ihrem Personalausweis oder einem alternativen Ausweisdokument aus.


    Das war es und mehr nicht!

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  • Hallo,


    Nun mal langsam.


    Du hast auf meine Frage nach dem Formular "KdU-MA" nicht eingegangen, womit sich die Ursprungsfrage nicht unbedingt beantworten läßt. Ich halte es für wenig sinnvoll, nun ein völlig neues Thema zu beginnen, wenn das alte nicht mal ansatzweise geklärt ist.

    Durch die Einreichung des Mietvertrags sind die ja auch dem JC bekannt.

    Nein, das ist nicht so. Der Mietvertrag beinhaltet nur wenige Daten, die für die Berechnung der KdU notwendig sind - und vor allem bei weitem nicht alle relevanten Daten.


    Also nun zum zweiten Mal: was wird in dem Formular abgefragt?


    Gruß!

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  • Ich habe mir das Formular KDU-MA angesehen und rate @guenther111 das offizielle Formular
    der Agentur für Arbeit zu verwenden: Anlage KDU - Kosten der Unterkunft und Heizung



    Ferner rate ich dazu dieses Formular KDU-MA als Kopie an die Bundesdatenschutzbeauftragte
    zur Prüfung zu schicken:


    Die Bundesbeauftragte für den Datenschutz und die Informationsfreiheit
    Husarenstraße 30
    53117 Bonn
    Telefon: +49 (0)228-997799-0
    E-Mail: poststelle@bfdi.bund.de


    Meiner Meinung nach ist es unvereinbar mit dem Datenschutz.

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  • Bischen spät jetzt meine Antwort -
    ich habe dieses Formular nicht abgegeben sondern das "offizielle"
    nun haben die mir das Formular KdU-MA jobcenter Düren nochmals zugeschickt damit ich es ausfüllen lasse.


    dieses Formular soll mein Vermieter ausfüllen und Unterschreiben - das werde ich nicht zulassen -


    ich versuche mein bestes das Dokument hochzuladen.

  • Dein JC ist in der Tat problematisch, konnte verschiedene Sachen im Internet finden.
    Du muss dich nicht als ALG II-Empfänger gegenüber deinem Vermieter outen.



    Es ist völlig ausreichend, den Vordruck "KdU – Kosten der Unterkunft" ausfüllen und Mietvertrag
    vorzulegen. Was noch fehlt, wenn was fehlt, ist bei dir in erster Linie zu erfragen.


    Wiederhole meinen Rat:


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  • Es gibt hier ein Urteil vom Bundessozialgericht:


    Der 14. Senat des Bundessozialgerichts hat am 25. Januar 2012 im Verfahren B 14 AS 65/11 R fest­gestellt, dass das beklagte Jobcenter durch sein Schreiben an den Haus- und Grundbesitzerverein E. sowie durch seine Telefongespräche mit diesem und mit dem Ehemann der früheren Vermieterin der Kläger unbefugt Sozialgeheimnisse der Kläger offenbart hat, indem er den Leistungsbezug der Kläger mitgeteilt hat. Nach den auch für das SGB II geltenden datenschutzrechtlichen Vorschriften hat jeder Anspruch darauf, dass die ihn betreffenden Sozialdaten von den Leistungsträgern nicht unbefugt er­hoben, verarbeitet oder genutzt werden. Der Beklagte kann das Offenbaren der Sozialdaten hier nicht damit rechtfertigen, dass dies erforderlich gewesen sei, um die eigenen Aufgaben zu erfüllen. Er musste in jedem Fall die schutzwürdigen Interessen der Kläger beachten und hätte deshalb vor einer Kontaktaufnahme mit Dritten zunächst das Einverständnis der Kläger einholen müssen.


    Das passiert durch das Formular KDU-MA auch und ist m.M. nach nicht zu rechtfertigen.
    Die Daten, die durch die Anlage KDU ALG II fehlen, sind bei dir zu erheben.



    Es besteht jedoch keine gesetzliche Verpflichtung für den Vermieter, die Mietbescheinigung auszufüllen. Damit ist die Erfüllbarkeit der Anforderung der Mietbescheinigung von der Kooperationsbereitschaft des Vermieters abhängen. Sollte der Vermieter des Ausfüllen der Mietbescheinigung verweigern, wird Ihnen die Vorlage beim Jobcenter unmöglich. Aus diesem Grund kann die Vorlage einer vom Vermieter ausgefüllten Mietbescheinigung nicht zu Ihren Mitwirkungspflichten gezählt werden.


    Des Weiteren ist mit einer Verpflichtung zur Vorlage der Mietbescheinigung ebenfalls eine Verpflichtung zur Offenlegung des Sozialleistungsbezuges des Betroffenen gegenüber dem Vermieter verbunden. Es ist jedoch davon auszugehen, dass die mit einer Vermieterbescheinigung erhobenen Daten auch auf andere Weise erhoben werden können. Die Preisgabe des Sozialleistungsbezuges ist daher nicht erforderlich. Die Verpflichtung der Betroffenen, zu einer nicht erforderlichen Preisgabe ihres Sozialleistungsbezuges, stellt eine Überschreitung der Grenzen der Mitwirkungspflichten nach § 65 Absatz 1 Nr. 1 SGB I dar.
    Bezüglich der Erhebung von Mietbescheinigungen bei der Wohnungssuche gelten die gleichen gesetzlichen Voraussetzungen wie für ein bestehendes Mietverhältnis. Die Mietbescheinigung kann auch hier nur als freiwilliges Angebot angesehen werden.

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  • :!: Aber achte darauf, dass das JC alle erforderlichen Angaben zur Berechnung der
    Angemessenheit für die Kosten der Unterkunft bekommt. Melde dich wieder! Mich
    interessiert sehr, wie die Bundesdatenschutzbeauftragte auf die Beschwerde wegen
    dem ominösen Formular KDU-MA reagiert.

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  • Da bin ich auch gespannt, ob diese Outung mit KDU-MA gegenüber dem Vermieter
    tatsächlich erzwungen werden darf trotz Urteile. Da würde der Sozialdatenschutz
    ausgehebelt. Kann eigentlich nicht sein, weil selbst die Bundesagentur für Arbeit
    darauf verweist, dass die Anlage KDU reicht.

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  • Hallo nochmals melde ich mich zum Thema,


    die Bundesbeauftragte hat bisher noch nicht geantwortet und eine Eingangsbescheinigung habe ich auch noch nicht erhalten.


    Aber gestern habe ich einen Brief von der jobcom bekommen und fühle mich immer mehr genötigt und gedemütigt.
    Man verlangt weiterhin das ich das Formular KDU-MA vom Vermieter ausfüllen lasse. Ein Formular das es offiziell nicht einal gibt - selbst erstellt von der jobcom. Dabei habe ich die KDU abgegeben und den Mietvertrag vorgelegt ( da stehen alle Datzen drin ), den Mietbvertrag haben die ohne mich zu fragen als Fotokopie zu meinen Akten gelegt. Man droht mir mit nichtbewilligung von Leistungen und/oder deren Kürzung weil ich ja die Mitwirkungspflich verweigere. Das kann doch nicht sein das mich der Angestellte der jobcom so nötigt und unter Druck setzt, mit mit dem Entzug meiner Existenzgrundlage und der meines Kindes droht, wenn ich nicht genau das tue was er von mir verlangt. Wo Lebe ich denn.
    Ich würde am liesten den Sachbearbeiter verklagen, aber das geht wohl in Deutschland nicht.
    Ich lade das Schreiben einfach mal hoch vieleicht wisst ihr ja eine Lösung.