Jobcenter und Personalvermittlung

  • Hallo Leute,

    momentan bin ich total am grübeln...

    Es geht darum, das ich bereits vom Jobcenter mehrere Stellenanzeigen per Post erhalten habe. Darauf habe ich mich beworben, allerdings sind das keine echten Stellenanzeigen, sondern Stellen die Personalvermittlungs-Unternehmen ausgeschrieben haben.

    Meine Frage lautet nun: Kann ich derartige Stellenanzeigen vom Jobcenter ablehnen? Mit der Begründung, das ich bezüglich des Datenschutzes nicht sicher sein kann wann, wieviel, was von meinen Bewerbungsunterlagen an welche Unternehmen verschickt werden. Ich möchte selbst Kontrolle darüber haben wo ich mich bei welchen Unternehmen direkt bewerbe.

    Personalvermittlungen funktionieren ja so, das man zunächst all seine Bewerbungsunterlagen denen zuschickt und anschließend besprechen die das Vorgehen. Anschließend schicken die in meinem Namen Bewerbungen an Unternehmen raus. Aber genau das möchte ich nicht. Weil ich dann eben keine Kontrolle darüber mehr habe wo meine Daten herumfliegen.

    Kennt sich da einer vielleicht mit der Rechtslage aus? Kann ich solche Stellenanzeigen (wo ein Personalvermittler dazwischen steht) ablehnen?

    Ich bedanke mich schonmal sehr für eure Hilfe. :)

  • Personalvermittlungen streichen gewisse Stellen in den Bewerbungen, sodass die Firma bei denen du vorgestellt wirst oftmals nur Kenntnisse über deine bisheringen Erfahrungen bekommen. Also deine Daten werden mit Sicherheit nicht vollständig an irgendwelche Unternehmen weitergegeben.

    Falls du dich weigerst, dann könntest du natürlich sanktioniert werden, weil du nicht alles mögliche tust, um dich aus der Hilfebedürftigkeit zu bringen. Falls du weiterhin bedenken hast, dann rufe eine dieser Firmen an und frage was an die Unternehmen weitergegeben wird. Ich persönlich habe mit Personalvermittlungen bislang nur gute Erfahrungen gemacht, habe Stellen bekommen, die ich sonst nie bekommen hätte. Zudem bekommen Personalvermittlungen nur dann Geld, wenn sie dich vermitteln. Du wirst nur bei Unternehmen vorgeschlagen, wo es passen könnte.

  • Hey.

    Also ich kann nur sagen wie es bei mir war.

    Ich hatte mal die Erfahrung mit einer Personalvermittlung gemacht,
    wo man mich einfach dann vermittelt hat, hauptsache ich bin unter.

    Es war so:
    Ich hab mich bei denen beworben, sie schrieben mich an und stellten Fragen.
    Danach haben sie mich angerufen (Es war Freitag) und meinten,
    ich könnte Montag direkt anfangen.
    Das war in der Küche eines Altenheimes.

    Da hab ich vorher nicht die Küche gesehen, mit dem AG gesprochen, oder
    noch die Chance gehabt, das Jobcenter zu informieren.
    Ach so, und gleichzeitig schrieben sie mir 3 mal innerhalb einer Stunde,
    das ich am besten noch am Freitag den Vermittlungsgutschein aushändige.
    Noch dazu kommt, das ich erst im Betrieb erfahren habe,
    das die Stelle nur auf einen Monat befristet ist. Lecker!

    Vor kurzem genau das gleiche Spiel:
    Ich habe mich auf eine Anzeige gemeldet,
    wo sie eine Küchenkraft benötigten in einer Kaserne.
    Ich bat darum, zu sagen, das ich (Lacht jetzt bitte nicht :thumbup: ) nicht kochen kann
    und leider nur 1,46m groß bin. Er versprach mir, das abzuklären.

    Bis dato, hatte ich nur den Vornamen des Herrn und wo die Stelle sein soll.

    Dann kam eine Mail, wo der gute Herr dies hier meinte: (inzwischen bekam ich heraus, das es
    eine Personalvermittlungsagentur am andren Ende von Deutschland war)

    Ich zitiere:
    Also, den Küchenchef konnte ich nicht erreichen, um Ihre Situation bzw. Anliegen zu klären. Wir haben das Thema hier unter uns besprochen und sehen bezüglich Ihrer Größe kein Problem. Wir würden vorschlagen, dass wir mit Ihnen den Arbeitsvertrag abschließen und wenn Sie selbst von sich nach dem 1. Arbeitstag sagen, dass es nichts für Sie ist, dann können wir alles Rückgängig machen.

    Nun,
    ich bin ja nicht dumm, und geh darauf ein. Denn ich weiß genau, das ich da so leicht nicht aus dem Vertrag rausgehen hätte können. Zumal mir das komisch vorkam, das sie das untereinander besprechen.
    Der weiß ja nicht mal, wie die Küche im ungefähr 600 Km entfernten Ort aussah.

    Bevor es jetzt heißt, ich hätte keinen Bock.
    Ich wusste, welche Kaserne es war, und hab dann lieber direkt da angerufen und konnte meine Bewerbung hin senden und mich auch vorstellen. :)

    Demzufolge kann ich leider für mich nur sprechen:
    Personalvermittlungen vermeide ich nun - mit zig Zeitarbeitsfirmen hatte ich jedoch
    noch keine Probleme.

    Es ist aber tatsächlich so, wie Bass es gesagt hat:
    Schickt dir das Jobcenter eine direkte Stelle, die von einer Personalvermittlungsfirma kommt,
    und du bewirbst dich nicht, bekommst du leider wirklich Ärger, da du dann gegen die Mitwirkungspflicht verstößt. Du kannst dich höchstens mit deinem Sachbearbeiter beraten, ob das irgendwie zu umgehen ist.

    Ich schicke im Monat schon mehr als das weg, was vereinbart wurde, deshalb bekomme ich eigentlich selten Briefe.

    Alles Gute!

  • Zunächst einmal danke an euch beiden für die Informationen. :D

    Besonders deine Geschichte @Huschdeguzel ist ja ziemlich heftig xD. Ich werde darauf acht geben das ich da nicht in irgendwelche Fallen hineinschlittere. Danke sehr.

    Ich war übrigens im Arbeitslosenzentrum (ALZ) bei mir in der Stadt und ich habe mich dort genauer informieren lassen.

    Die Beraterin hat ähnliches gesagt wie @Bass386. Also scheint es tatsächlich so zu sein. Es werden nicht die gesamten Bewerbungsunterlagen verteilt sondern eher nur Teile davon, die relevant sind.
    Weiter wurde mir erzählt das ich diese Jobangebote durch Personalvermittlungen nicht ablehnen darf (sonst Sanktionen).
    Zum Schluss habe ich noch ein Internetlink erhalten, wo ebenfalls Datenschutz-relevante Informationen rund um ALG2 zu finden sind: Sozialhilfe - Grundsicherung und Arbeitslosengeld II - Fragen zum Datenschutz

    Ich werde aber noch zu Informationsveranstaltungen gehen. Also wenn ich noch mehr Informationen bekomme, dann werde ich das natürlich hier rein schreiben. :D

    Bis bald.

  • Es sollte trotzdem darauf hingewiesen werden das einige Leihfirmen, wenn es keinen Job bei Ihnen gibt, die Daten der Bewerber sammmeln und weiter verkaufen (Auch für diese Daten fliessen Gelder). Und es stehen sensible Daten darin. Deshalb sollte in jeder Bewerbung auch stehen (am besten auf einem Extrablatt) das man die Daten nur für diesen Job freigibt und diese nicht gehandelt werden dürfen.

    Ich habe schon öfter erlerbt das mich Firmen angerufen haben die meine daTEN nicht hatten (nachweisbar), aber die Mitarbeiter sich so ein paar € Nebenbei verdient haben.

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