Winterreifen als Darlehen

  • Hallo,


    ich soll demnächst ein ein 4-wöchiges Praktikum mache, dass dann wohl auch in einem Job enden wird. Dazu muss ich jeden Tag 65 km hin und wieder zurück fahren. Miit Bus und Bahn eher unrealistisch, weil zu lang. Nun sind meine Winterreifen ziemlich runter und ich habe das Jobcenter nach einem Darlehen gefragt. Dieses wurde abgelehnt, weil es nicht zu einem Thema gehört das in der Regelleistung enthaten wäre.


    Ih kann es nicht nachvollziehen. Erstens gehöre ich mit meine 54 Jahren eh schon zu einer schwer vermittelbaren Gruppe. Trotz meiner hohen Qualifikation hat mir das Jobcenter in den letzten 5 Jahren nur einen Helferjob im Lager und als Korbflechter angeboten. Natürlich habe ich mich selbst bemüht. Hat ja nun auch mal offensichtlich geklappt. Aber so etwas Simples wie ein Satz Winterreifen, der ja nun ganz klar wichtig ist um meine Maßnahme/Job zu erreichen, der kann nicht finanziert werden?


    Hat da jemand einen Rat für mich, bei dem ich nicht straffällig werden muß oder eine Sanktion riskiere?


    Für jeden sinnvollen Rat bin ich dankbar.


    Gruß
    teamlead

  • Hallo,

    ich soll demnächst ein ein 4-wöchiges Praktikum mache, dass dann wohl auch in einem Job enden wird.

    Der springende Punkt ist das "wohl". Wegen eines 4wöchigen Praktikums allein sehe ich kaum Chancen auf ein Darlehen auf einen Gebrauchsgegenstand, der tatsähchlich nicht in den Regelleistungen enthalten ist. Zumal dann, wenn Du den Praktikumsört per ÖPNV erreichen kannst.


    Du kannst natürlich Klage erheben - allerdings sind die Erfolgaussichen eher gering.


    Gruß!

  • Bahn und Bus unrealistisch? Wieso? So weit ist das nicht.


    Ich schätze das wird sogar teurer als mit dem Auto, aber wird wohl übernommen.
    Evtl. kann man ja das Geld für die Fahrkarte in Reifen investieren, ob das erlaubt ist weiss ich allerdings nicht. Also, ob es deshalb Ärger geben kann. Ggf. muss man es zurück zahlen, was aber wieder einem Darlehen (was ja auch nur gewollt war) gleich käme.
    Aber Fahrtgeld brauchst Du ja im Voraus weil es aus dem Hartzsatz nicht wirklich zu bestreiten ist. Hinzu käme bestimmt noch ein Mehraufwand wegen verpflegung etc. .



    Mal ganz abgesehen vom Thema: Ich finde es unmöglich vom JC das, wenn ein PKW vorhanden ist, dieser jedes mal beim Gespräch mit dem SB mit in Bewerbungsvorschläge einbezogen wird (Entfernung zum Bewerbung etc), aber bei den Kosten für den PKW gibt es nur auf Antrag 20Cent/KM aus dem Gesamtsatz der einem hierfür zur Verfügung steht. Das ist als wenn die planen was ich zB mit dem Auto machen soll und es selbst bezahlen soll. Bei uns hiess es immer: "... Sie haben ja ein Auto, also kein Problem ...".

  • Hallo,

    Evtl. kann man ja das Geld für die Fahrkarte in Reifen investieren, ob das erlaubt ist weiss ich allerdings nicht.

    In der Regel weren die Fahrkosten nach Vorlage der Fahrscheine gezahlt.

    Bei uns hiess es immer: "... Sie haben ja ein Auto, also kein Problem ...".

    Eine solche Aussage wäre falsch und wurde von mir immer sehr resolut abgewiesen. Zumindest an meinem Wohnort wären nämlich die Kosten für die Fahrt mit einem Pkw inklusive der Parkplatsuche wesentlich teurer als eine Fahrkarte. Kann natürlich auf dem flachen Land anders aussehen...


    Gruß!

  • Hier war die Fahrt zum JC 6,40€ mit dem Auto, 10,20€ mit der Bahn (pro Person).


    Aber mich ärgert eben das man den "Bewerbungsumkreis" mit dem Auto hoch einstuft (100km vom Wohnort) und jetzt wo ich auf Bus & Bahn angewiesen bin sehr niedrig (15km/Umkreis).

  • Die Fahrt mit der Bahn ist nur bedingt möglich. Fahrzeit mindestens zwei Stunden und drei Mal Umsteigen, PKW 45 - 60 Minuten. Will sagen sehr viel Potential den Anschluß nicht zu kriegen. Im Winter schon fragwürdig und noch eher fahren geht schlicht nicht mangels Verbindung so früh. Es geht auch darum, dass ich innerhalb von zwei Wochen für eine Woche nach Erding muss. Da ist die Verbindung ebenfalls schlecht. Was mich schlicht ärgert, ist das ich Fahrgeld bekomme. Auch eine Weiterbildung für fast 20.000 € ist kein Thema, aber ein Darlehen für 350 € geht nicht. Das ist doch Schwachsinn.


    Selbst wenn es nichts werden würde, müßte ich ja für weitere Bewerbungen und oder Vorstellungsgespräche mobil bleiben. Und wie gesagt: "Darlehen", kein Geschenk.

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  • Hallo,

    Auch eine Weiterbildung für fast 20.000 € ist kein Thema, aber ein Darlehen für 350 € geht nicht. Das ist doch Schwachsinn.

    Ansichtssache. Andere, deren Anträge auf eine Umschulung abgelehtn werden, wären froh, auch nur 2.000 € für eine Weiterbildung zu erhalten. Davon mal abgesehen: es handelt sich bei Dir ja eben nicht um eine Weiterbildung und eine solche würde einen Arbeitslosen zumindest in der Theorie fit machen für den Arbeitsmarkt.


    Bei Dir geht es darum, daß Du ein Praktikum machst, von dem nicht sicher ist, ob das zu einer Festanstellung führt und der Praktikumsort mit dem ÖPNV erreichbar wäre.


    Wie bereits geschrieben: Dir bleibt eine Klage natürlich offen.


    Gruß!

  • Sorry aber das sehe ich anders. Dieses System krankt an allen möglichen Stellen. Ich finde man kann nicht immer diese Fehler damit entschuldigen, dass es andere ja noch härter trifft.


    Der Job ist schon ziemich sicher. Man hat mir erst versprochen, dass mir der Umzug bezahlt wird. 3 Angebote einholen und der günstigste kriegt den Auftrag. Jetzt heißt es einen Leihsprinter und 5€ je Stunde für die Helfer. "Für Mineralwasser und Kartoffelsalat". Und natürlich nur solange wie ich Leistungen beziehe. Das heißt im wirklichen Leben, dass ich innerhalb von 2 Monaten eine passende Wohnung finden muß (was schon quasi unmöglich ist) den Umzug stemmen muß und wenn es dumm läuft eine Wohnung renovieren muss von Geld was ich dann noch garnicht habe. Dafür gebe ich dann meine Freunde und Bekannte auf und eine Umgebung in der ich mich sehr wohlfühle.


    Es wird einfach Zeit das Menschen in diesem doch schönen Land zumindest die Leistungen bekommen, damit sie in der Lage sind die Vereinbarungen mit dem JC auch zu erfüllen. Das kann ja wohl kaum sein, dass man einerseits zu allen möglichen (oft unsinnigen) Dingen schon regelrecht genötigt wird, aber dann die einfachsten Leistungen nicht erhält um genau diese Leistungen zu erfüllen.


    Und nur falls es untergegangen ist, ich will kein Geschenk nur ein Darehen um die Vereinbarung mit dem JC zu erfüllen. Das kann und darf m.E. kein oneway-Ticket sein.

  • Naja, so darf man das nicht sehen.
    Wir sind zwar alle Einzelfälle, aber bei ??? mio von Einzelfällen muss eine Linie gezogen werden, so viel steht fest. Und das diese Linie oftmals im Einzelnen dann ungerecht läuft ist wohl jedem klar.


    Tatsache ist doch, das wenn Du einen Job dort hast, Du den Umzug selbst stemmen kannst wenn Gehalt gezahlt wird. Zumindest im Gegensatz zum Hartz4empfänger.
    Und das Ämter sparen wo sie können sollte auch jedem klar sein. Sollte man Dir nun alles zahlen, dann würden andere hingehen und fragen weshalb Sie das nicht auch bekommen. Hier gilt das Solidaritätsprinzip. Das ist evtl nicht immer gerecht, aber irg-wo muss man die Grenzen ja setzen.


    Immerhin hast Du in den letzten 5 Jahren die Miete und Deinen Unterhalt ohne Murren vom JC bekommen. Das das nicht viel ist, ist klar. Aber immerhin konntest Du sogar noch das Auto damit unterhalten. Das ich bei dem Thema etwas sauer auf´s JC bin, ist aber eine andere Richtung. Deshalb sag ich mal nichts weiter dazu.


    Ich sage auch nicht, das es leicht ist nach Jahren im Bezug nun wieder Fuss zu fassen, aber leichter wird´s mit Job auf jeden Fall. Und Hartz4 soll eben nur das Nötigste abdecken. Und mehr als einen Leihwagen wird man kaum bezahlen. Auch das man Freunde mit für den Umzug einspannen soll. Dafür kann man aber auch Sachen wie Herd/Waschmaschine usw vom Fachmann anbringen/anschliessen lassen. Würde auch übernommen. Das man seine eigenen Möbel schlürrt war und ist für mich schon immer selbstverständlich. Auch als ich noch im gut bezahlten Job gestanden habe. Wenn da jemand sagt das es dazu finanzielle Unterstützung gibt ist das schon prima.


    Einen Tip könnte ich Dir geben, weil der Job ja für eines recht günstig für Dich fällt:


    Es ist ja jetzt eig. die Zeit der Nebenkostenabrechnungen. Evtl. musst Du ja nachzahlen und wenn das noch in die Zeit vom Leistungsbezug fällt wird auch das noch vom Amt übernommen.
    Sollte es etwas zurück geben, musst Du dem Amt nichts davon zurück geben wenn Du nicht mehr im Bezug stehst.
    In beiden Fällen eine "win/win-Situation" für Dich. Hier trifft dann das Solidaritätssystem wieder gut für Dich ein.

  • Ich weiß was Du meinst und gebe Dir im Prinzip Recht was dieses "Linie ziehen" angeht. Allerdings habe ich immer wieder mit Genehmigung des JC jeden noch so beschissenen verfügbaren Nebenjob angenommen und habe dem JC so einen Teil des Geldes das ich bekommen habe, auf die Art wieder zurück gegeben. Nur so konnte ich den Wagen auch unterhalten, den ich überwiegend für diese Jobs und Vorstellungsgespräche nutze.


    Deshalb habe ich in dem Fall Winterreifen, vielleicht eine etwas andere Sichtweise.;-) Aber so wie es aussieht,muß man ich mal wieder selber helfen.


    Danke für eure Kommentare und Anregungen.

  • Beim Thema Winterreifen stehe ich ja voll hinter Dir.


    Evtl. ergibt es sich ja, das Du während des Praktikums schon einen Vertrag unterschreiben könntest. Dann würde ich VOR Vertragsunterzeichnung noch mal einen Antrag stellen.


    Das hilft Dir zwar nicht während des Praktikums, aber wäre evtl. eine Chance.

  • Hallo,


    Zitat aus den fachlichen Weisungen der Arbeitsagentur - der Fettdruck entstammt dem Originaldokument:


    "Eine Übernahme weiterer Kosten ... (z.B.Anmeldegebühren, Reparaturen, Versicherungen, Steuern, Winterreifen) ist nicht möglich. Eine Übernahme als Darlehen ist nicht möglich."


    Zitat aus einem Urteil des Landessozialgerichtes Bayern (L 7 AS 41/10 B ER:


    "Auch Winterreifen und Reparaturen für den Pkw sind kein unabweisbarer Existenzbedarf, zumal der Beschwerdeführer im Bereich des Personennahverkehrs M. wohnt. Ein konkretes Angebot einer Arbeitsstelle, für die die Nutzung eines eigenen Pkw unverzichtbar wäre, existiert nicht, so dass auch an eine Leistung zur Eingliederung nach § 16 SGB II nicht zu denken ist."


    Auf den letzten Satz bezieht sich meine Aussage aus #2

    Der springende Punkt ist das "wohl".

    Würde eine konkrete Übernahmezusage vorliegen, sähe die Sache vielleicht ganz anders aus.


    Tut mir leid...


    Gruß!