Sozialpolitischer Hintergrund der 1 Euro Jobs

Im Zuge der Verabschiedung der Hartz IV-Gesetze wurden auch die so genannten Ein-Euro Jobs geschaffen (amtliche Bezeichnung: Arbeitgelegenheit mit Mehraufwandsentschädigung).

Erkl√§rtes Ziel des Gesetzgebers ist es, insbesondere Langzeitarbeitslosen die Perspektive auf eine Wiedereingliederung in den Arbeitsprozess zu er√∂ffnen. Wenngleich nach den bisherigen Erfahrungen dieser Optimismus kaum gerechtfertigt erscheint, bleibt doch unbestritten, dass den Empf√§ngern von ALG II-Leistungen zumindest die M√∂glichkeit zur aktiven Teilnahme am Arbeitsleben (wenn auch in der Regel nur vor√ľbergehend) verschafft wird, und besonders von Langzeitarbeitslosigkeit betroffene Menschen gezielt an einen strukturierten Tagesablauf neu herangef√ľhrt werden k√∂nnen.

Und gelingt auch nur in wenigen F√§llen die Vermittlung des Arbeitslosen in ein dauerhaftes neues Besch√§ftigungsverh√§ltnis mittels dieser Ma√ünahme, so bietet sie ihm immerhin einen bescheidenen Hinzuverdienst zu der staatlichen Unterst√ľtzung. Die Ein-Euro Jobs sehen sich aber auch teils vehementer Kritik ausgesetzt. Unterschiedlichste gesellschaftliche Gruppen, Einrichtungen und Verb√§nde bezweifeln in grunds√§tzlicher Weise die arbeitsmarktpolitische Tauglichkeit der Ma√ünahme, und von Seiten der Gewerkschaften und Interessenvertretungen der Arbeitslosen wird ihr stigmatisierende (sozial diskriminierende, verurteilende) Wirkung¬† unterstellt, die an der Ausnutzung von Arbeitskraft zu weit untertariflicher Entlohnung festgemacht wird.

Ein zentraler Einwand zielt ferner auf die statistische Behandlung der Ein-Euro Jobs. Betr√§gt die Arbeitszeit mehr als 15 Stunden in der Woche, wird der Ein-Euro Jobber in der offiziellen Statistik der Bundesagentur f√ľr Arbeit nicht mehr als Arbeitsloser gef√ľhrt. Ganz zu Recht begegnet diese Praxis durchgreifenden Bedenken, denn tats√§chlich l√∂st die T√§tigkeit im Rahmen dieser Ma√ünahme keine versicherungspflichtige Besch√§ftigung aus. Der Vorwurf der statistischen Besch√∂nigung der wirklichen Verh√§ltnisse ist vor diesem Hintergrund nicht von der Hand zu weisen.

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