Hartz IV: Die 10 schlimmsten Jobcenter Skandale (Teil2)

Hartz IV: Die 10 schlimmsten Jobcenter Skandale (Teil2)

In dem ersten Teil unserer Top 10 der schlimmsten Jobcenter Skandale haben Sie bereits erfahren, wie das Jobcenter Hartz IV Empfänger mit Grundschulaufgaben beschäftigt, Steuergelder zweckentfremdet, grobe Datenschutzverstöße begeht, Kritik von Innen erntet und mehrere Jahre nicht auf Anliegen von Hartz IV Empfängern reagiert. Doch es geht noch schlimmer, wie Sie auf den Plätzen 5 bis 1 erfahren werden.

Platz 5: Zeugenverhör

Das Jobcenter Ostprignitz-Ruppin unterstellte einer Familie aus Garz Sozialbetrug. Nachdem zunächst Mitarbeiter des Bedarfsermittlungsdienstes die familiäre Wohnung auf den Kopf stellten, um das Bestehen einer Bedarfsgemeinschaft zu prüfen, folgte der nächste Hammer. Nachbarn wurden wie Zeugen verhört und erhielten Briefe mit indiskreten Fragen zum Leben der ins Visier des Jobcenters geratenen Familie. Selbst der zuständige Anwalt erklärte, dass die Briefe an die Nachbarn ein „starker Eingriff in die Persönlichkeitsrechte“ seien und bezeichnet das Vorgehen als „Stasi-Methoden“.

Platz 4: Briefe an Verstorbenen

Eine Mutter verliert ihren Sohn an Krebs, der zuletzt auf Hartz IV angewiesen war. Kurz nach seinem Tod meldete die trauernde Mutter ihren Sohn beim Jobcenter ordnungsgemäß ab. Trotzdem erhält die 82-Jährige Dame über ein halbes Jahr nach dem Verlust ihres Sohnes an ihn gerichtet Briefe vom Jobcenter – dabei wohnte der kranke Mann nicht einmal bei seiner Mutter. Das Jobcenter nennt es eine „Verkettung unglücklicher Umstände“. Wir halten es jedoch für eine unverzeihbare Zumutung für die trauernde Frau.

Platz 3: Vermittlung ins Rotlichtmilieu

„Sex sells gilt nicht für Jobcenter. Niemand muss sich in den Sex-Shop vermitteln lassen, wenn er oder sie nicht will“, so die Meinung von Katja Kipping, Linken Vorsitzende. Die Realität scheint eine andere zu sein. Mal vermittelt das Jobcenter 19-Jährige an die Bar in einen Bordell oder erlegt einer Frau aus Berlin die Arbeit in einem Sexshop auf – inklusive Rechtsfolgenbelehrung, in der es heißt, dass bei Ablehnung des Jobs eine 60 Prozent Kürzung droht. Die Vermittlung ins Rotlichtmilieu ist somit anscheinend keine Ausnahme.

Platz 2: Diskriminierung von Behinderten und Kranken

Einer gehörlosen Frau keinen Dolmetscher zu stellen, ist diskriminierend. Wenn einem Rollstuhlfahrer die barrierefreie Wohnung verweigert wird, ist das mehr als nur eine Zumutung. Das Jobcenter ist des öfteren damit aufgefallen, dass es selbst Behinderte und kranke Menschen Schikanen aussetzt. Eine krebskranke Frau muss ihrem zuständigen Jobcenter immer und immer wieder erklären, dass sie aufgrund ihrer schweren Erkrankung Termine vor Ort nicht wahrnehmen kann. Auch bei kranken Kindern hat das Jobcenter kein Erbarmen und handelt weiter strikt nach Vorschrift.

Platz 1: Obdachlosigkeit gefördert

Wahrscheinlich gehört die Angst um das eigene Zuhause zu einer der schwerwiegendsten Ängste aller Hartz IV Empfänger. Denn selbst 6 Euro reichen schon aus, damit das Jobcenter die Übernahme der Miete ablehnt. Ein 60-Jähriger, stark erkrankter Bedürftiger musste so schmerzlich erfahren, dass das Jobcenter seine Obdachlosigkeit in Kauf genommen hätte. In einem anderen Fall musste ein Mann kurz vor Weihnachten wegen des Jobcenters um seine Wohnung zittern.

Plätze 10-6 verpasst? Hier können Sie die 10 schlimmsten Jobcenter Skandale (Teil 1) nachlesen!

Titelbild: pathdoc / shutterstock.com

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