Strompreise steigen schneller als Hartz IV Satz

Strompreise steigen schneller als Hartz IV Satz

Die Strompreise sind beim Bezug von Hartz IV Leistungen ein sehr brisantes Thema, da es hierfür keine extra Leistungen vom Jobcenter gibt. Stattdessen müssen die Stromkosten aus dem Hartz IV Regelsatz bezahlt werden. Leider wird dieser nur in homöopathischen Dosen angepasst, während die Steigerungsraten der letzten Jahre beim Strom deutlich höher sind.

Als Hartz IV im Jahre 2005 eingeführt wurde, lag der Strompreis bei durchschnittlich 18,66 Cent/ kWh. Der Hartz IV Eck-Regelsatz bei 345 Euro (331 Euro West). Im Jahr 2017 liegt der durchschnittliche Strompreis laut Bundesverband der Energie- und Wasserwirtschaft e.V. (BDEW) bei  29,16 Cent/ kWh. Ein Anstieg um über 56 Prozent, während die Regelleistung im selben Zeitraum nur um 18 Prozent (24 Prozent Ost) gestiegen ist. Der Anteil für Haushaltsenergie im Hartz IV Regelsatz ist dabei seit Jahren fix.

Steigerung Strompreise und Hartz IV Regelsatz 2005 bis 2018

Im folgenden Diagramm können Sie entnehmen, wie sich der Strompreis (orange Linie) in den Jahren 2005 bis 2017 entwickelt hat. Die Preissteigerung für 2018 ist eine Prognose. Im Vergleich dazu die prozentuale Entwicklung des Hartz IV Eck-Regelsatzes (graue Linie).

Summiert ist der Strompreis um 56 Prozent gestiegen, während der Hartz IV Regelsatz im selben Zeitraum nicht einmal um die Hälfte angehoben wurde.

Stromverbrauch senken

Immer mehr Stromsperren

Die steigenden Strompreise können zunehmend weniger Menschen stemmen. Dabei betrifft dies nicht nur Empfänger von Hartz IV Leistungen sondern auch beispielsweise Geringverdiener und Rentner. Alleine im Zeitraum von 2011 bis 2015 haben die vollzogenen Stromsperren um über 15 Prozent zugenommen. In Zahlen ausgedrückt: Bei einem Kilowattpreis von 25,23 Cent wurde im Jahr 2011 bei 312.059 Haushalten der Strom abgestellt. 2015 waren es bereits 359.319 Haushalte, bei denen es abends dunkel blieb. 6,2 Millionen Haushalten drohte im selben Jahr eine Stromsperre. Im Jahr 2016 war die Zahl der Stromsperren im Vergleich zum Vorjahr leicht rückläufig, dennoch wurde noch in über 330.000 Haushalten der Strom gesperrt.

Umlagen machen Strom teurer

Während der Grundpreis für Strom in den vergangenen Jahren nur moderat anzog, sind die Steuern, Abgaben und Umlagen gestiegen, die auch der Preistreiber für die Energiekosten sind. Während der reine Grundpreis für Strom ohne Abgaben, Umlagen und Steuern im Jahr 2007 nach Angaben des Zentrums für Europäische Wirtschaftsforschung GmbH (ZEW) in einer Studie vom 12.10.2016  bei 0,12 Euro je Kilowattstunde lag, stieg dieser bis ins Jahr 2015 nur auf fast 0,14 Euro. Inklusive aller Zusatzkosten aber von durchschnittlich 0,20 Euro auf 0,30 Euro/ kWh.

Strompreise regelmäßig vergleichen

Den teuersten Strom haben in der Regel die Grundversorger am Wohnort. Zwar kann man sich der flächendeckenden Steigerung der Strompreise nicht entziehen. Dennoch gibt es Möglichkeiten bares Geld zu sparen, indem man jedes Jahr die Strompreise von verschiedenen Anbietern vergleicht. Zwischen dem teuersten und günstigsten Anbieter sind häufig mehrere hundert Euro Unterschied auf ein ganzes Jahr gerechnet. Wir raten jedoch von Anbietern ab, bei denen beispielsweise ein pauschaler Betrag für den Stromverbrauch im Voraus zu zahlen ist. Hier sollte man sich auch nicht von einem all zu günstigen Angebot locken lassen. Zudem sollte man die Bedingungen, beispielsweise für Bonuszahlungen etc. vor Abschluss eines neuen Vertrages durchlesen.

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1 Kommentar

  1. erich 3 Wochen vor

    in diesem Zusammenhang ist die manipulierte und schöngerechnete Arbeitslosenstatistik ist nicht anderes als eine Argumentations- und Rechtfertigungshilfe für die Politik bzw. dem System, um ein krankes, korruptes, das Millionen keine reguläre auskömmliche Teilhabe am Arbeitsmarkt mehr bietet (aufgrund sinkenden Arbeitsvolumens, durch z.B. massenhafte Verlagerung von Arbeitsplätzen und weite Teile der Wertschöpfungskette in andere Länder, Rationalisierung, Automatisierung u.a.), nur noch einer Minderheit, einschließlich den Politiker selbst, dienendes Politik und Wirtschaftssystem am Leben zu erhalten. Um die Ursache für Altagsarmut und Altersarmut die unweigerlich auf, nicht ein Paar Tausend, sondern mehrere Millionen Bürger konfrontiert und zu kommen wird zu rechtfertigen, nach dem Motto, sieh her die Arbeitslosenzahl ist und war niedrig also muss der Umstand das du arm bist, wirtschaftlich und sozial ausgegrenzt und am Abgrund lebst an dir selber liegen.
    Viele Deutsche erhalten überhaupt keine Unterstützung mehr, denn die Mittelschicht muss erst zur Unterschicht werden, dh. ihr kleines Vermögen aufbrauchen, um überhaupt vom Staat Hilfe zu erhalten.
    außerdem kürzlich war zu lesen:
    „Das ganze System Hartz IV ist darauf ausgelegt, es den Menschen möglichst schwer zu machen, Geld vom Staat zu bekommen“, sagt Steidl. „Man nennt das ,vertreibende Hilfe’. Das bedeutet, die Hürde, die man überwinden muss, um Unterstützung zu bekommen, ist so hoch, dass viele Leute es gar nicht erst versuchen.“
    Laut einer Meldung (basierend auf einer Berechnung des Instituts für Arbeitsmarkt- und Berufsfoschung) verzichten 3,1 – 4,9 Millionen Antragsberechtigte auf Hartz IV und leben so in verdeckter Armut.

    kürzlich war zu lesen:

    Die Zahl der Vollzeitstellen in Deutschland ist in den vergangenen Jahren stark zurückgegangen. Das schreibt die „Saarbrücker Zeitung“ und beruft sich dabei auf Daten des Instituts für Arbeitsmarkt- und Berufsforschung. Danach wurden im zweiten Quartal dieses Jahres knapp 24,2 Millionen Vollzeitbeschäftigte gezählt. 1991, kurz nach der Wiedervereinigung, waren es noch 28,9 Millionen, also 4,7 Millionen mehr.
    Hohe Beschäftigung liegt an Teilzeitjobs
    Eigentlich erlebt Deutschland seit Jahren einen Beschäftigungsboom. Die Zahl der Beschäftigten wächst ungebrochen. Erst im Sommer meldete das Statistische Bundesamt einen neuen Rekord. Im zweiten Quartal zählte es 43,5 Millionen Beschäftigte.
    Dieser Beschäftigungsboom geht offenbar auf Teilzeitjobs zurück. Denn seit 1991 hat sich die Zahl der Teilzeitarbeiter mehr als verdoppelt. Sie stieg von 6,3 auf gut 15 Millionen. Zu dieser Gruppe zählen neben den Arbeitnehmern mit einem versicherungspflichtigen Job auch geringfügig Beschäftigte und Ein-Euro-Jobber.
    Parallel dazu ist das Arbeitsvolumen geschrumpft. Die Gesamtsumme aller geleisteten Arbeitsstunden ist im gleichen Zeitraum von knapp 52 Milliarden auf rund 50 Milliarden zurückgegangen.

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