Neue Hartz IV Erhöhung kommt 2018

Neue Hartz IV Erhöhung kommt 2018

Ab kommenden Jahr erhalten Bezieher von Hartz IV höhere Regelleistungen ausgezahlt. Am heutigen Mittwoch beschloss das Bundeskabinett den Regelsatz, der ab 01.01.2018 gelten soll. Für Bedürftige steigt der Regelbedarf von derzeit 409 Euro um 1,7 Prozent monatlich auf 416 Euro.

7 Euro Hartz IV Erhöhung

Für alleinstehende Hilfebedürftige steigt der Hartz IV Regelsatz von derzeit 409 Euro um 7 Euro auf insgesamt 416 Euro. Partner in einer Bedarfsgemeinschaft erhalten künftig anstatt 368 Euro insgesamt 6 Euro mehr und somit monatlich 374 Euro.

Auch für Kinder werden ab 2018 höhere Leistungen gezahlt.

Dem Beschluss des Bundeskabinettes muss der Bundesrat noch zustimmen, was allerdings als sicher gilt. Voraussichtlich wird dies Anfang November 2017 erfolgen.

Hartz IV Regelbedarf Übersicht

Bedarfbis
31.12.2017
ab 01.01.2018
Regelbedarf für Alleinstehende/ Alleinerziehende409 €416 €
Volljährige Partner innerhalb einer Bedarfsgemeinschaft368 €374 €
RL unter 25-Jährige im Haushalt der Eltern /  Strafregelleistung für ohne Zustimmung  ausgezogene U 25’er327 €332 €
Kinder 0 bis 6 Jahre237 €240 €
RL für Kinder von 6 bis unter 14 Jahre291 €296 €
Kinder 14 bis unter 18 Jahre311 €316 €

Berechnungsmethode in der Kritik

Kaum wurde die Erhöhung bekannt, hagelte es auch gleich Kritik. Sozialverbände, die Grünen sowie Linken sehen die Erhöhung als zu gering an und fordern eine neue Berechnungsmethode. Derzeit werden die Anpassung der Hartz IV Sätze am Preisindex (zu 70%) sowie den (unteren) Gehältern zu 30% bemessen. Der Kritik hält Bundesarbeitsministerin Andrea Nahles (SPD) entgegen. Die Anpassung der Regelsätze erfolge „nach einem klaren und transparenten Mechanismus“, so die Ministerin. Gleichzeitig lobte sie die deutsche Grundsicherung als leistungsstark, die zudem in Europa und der Welt seinesgleichen suche.

Linkspartei fordert 556 Euro monatlich

Die Fraktionschefin der Linken, Sahra Wagenknecht, kritisierte die Anpassung als „Mini-Erhöhung“, die die Armut von Millionen Menschen und Familien zementiere. Mit 1,7 Prozent Erhöhung liege die Anpassung unter der Preissteigerungsrate in diesem Jahr, so die Politikerin.

„Wir wollen keine menschenunwürdige Zwangsmühle, die Lohndumping befördert, indem sie Erwerbslose in Billigjobs und Leiharbeit zwingt“,

erklärte Wagenknecht weiter. Sie fordert einen Hartz IV Regelsatz von 556 Euro im Monat.

Auch der Paritätische Wohlfahrtverband moniert die niedrige Anhebung. Bei korrekter Berechnung müssten die Hartz IV Regelleistung von derzeit 409 Euro um mindestens 120 Euro auf insgesamt 529 Euro erhöht werden.

9 Kommentare

  1. Angela 3 Wochen vor

    Kann es sein, dass es 1.1.2018 heißen muss ?

    • Autor
      hartziv.org Team 3 Wochen vor

      Hallo Angela,
      ja…vielen Dank. Wir haben die Tabelle nun angepasst 😉

  2. Rene 3 Wochen vor

    Ist das ein lach 1.7%

  3. erich 3 Wochen vor

    es zeigt sich wieder, die Absicht der Agenda 2010 bzw. Hartz-Reformen ist und war es einen Teil der Bevölkerung ins Prekariat zu verwandeln, quasi eine Art Baumwollpflücker des 21 Jahrhunderts um mit Osteuropäischen und 3.Welt-Ländern auf Personalkostenebene konkurieren zu können. Auf der einen Seite Beschäftigte mit Tarifvertrag, Urlaubs- und Weihnachtsgeld, Vermögenswirksame Leistungen u.a. auf der anderen Seite hire&fire immer am wirtschaftlichen und sozialen Abgrund entlang.

  4. Annett Lorenz 3 Wochen vor

    Und wann kommt die Anpassung vom UVG an das BGB?…
    Da steht: „jeder ist vor dem Gesetz gleich…“
    UVG ist ein Gesetz! Aber macht zwischen Neu-Verheirateten und Alleinerziehenden unterschiede…
    Das ist doch einer der Hauptgründe warum überhaupt Hartz IV in Anspruch genommen werden muss….

    Zum Aufstocken- trotz arbeiten!

    Denkt mal drüber nach!

    MfG A. Lorenz

  5. Ines 2 Wochen vor

    Man sollte nicht den Regelsatz angeben , sondern endlich damit Schluss machen, dass Kindergeld als Einkommen der Kinder anzurechnen. Bald soll es wieder eine Erhöhung geben und dann wird es vom Hartz wieder abgezogen und 1 Monat muss man den Differenz Betrag zurück zahlen.
    Was soll das? Für was die Erhöhung?
    Nur bei Hartz wird das Kindergeld als Einkommen gerechnet. Unterhalt kann ich Nachvollziehen aber nicht das Kindergeld.

  6. Dieter 2 Wochen vor

    7 Euro mehr ist ja wahnsinn !! 😀 Reicht ja auch, dass man nicht verhungert. Das z.B. Strom immer teuerer wird, interessiert die da oben ja nicht. Die Leuts, welchen den Regelsatz erstellt haben, sollten mal selbst davon Leben. Wenn ich das Lese (dieses Studium dazu), dass einem nur eine Tasse, Topf, Pfanne usw. zusteht, da fragt man sich, wie vereinbart sich das mit Stromkosten sparen. Aufwasch ohne Ende. Wenn Besuch kommt muessen die sich eine Tasse mitbringen oder was, laut lach.

  7. Dagmar 2 Tagen vor

    Wir arbeiten beide. Nach Abzug der Kosten pro Monat für Miete, Strom, Wasser und Heizung haben wir pro Person weniger als den Regelsatz. Wie kann das sein? Wer gibt uns den Rest dazu? Vielleicht sollten die Politiker mal erklären, dass Hartz IV eine Hilfe ist und nicht ein perfektes Einkommen. Bei der Höhe braucht man ja nicht mehr arbeiten. Da kann man gut von leben. Traurig wenn die Hartz IV Bezüge höher sind als die Einkünfte von ehrlicher Arbeit. In Deutschland werden die Faulenzer unterstützt und die Arbeitnehmer bestraft.

    • erich 17 Stunden vor

      in solchen Kommentaren erkenne ich die Absicht, diejenigen, die wenig haben, gegen die die noch weniger haben gegenseitig auszuspielen, das finde ich perfide und peinlich! stehen sie in Verbindung mit Bertelsmann-Stiftung oder der INSM?

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