56-jährige Hartz IV Empfängerin sollte Pflastern!

56-jährige Hartz IV Empfängerin sollte Pflastern!

Pflasterarbeiten Hartz IVWeil sich eine 56-jährige Neubrandenburgerin weigerte, Pflasterarbeiten auszuführen, wurde sie mit einer 30-prozentigen Hartz IV Sanktion belegt. Wie Barbara K. berichtet, war beim Einstellungsgespräch nur von Garten- und Reinigungsarbeiten die Rede. Als sie allerdings vom Arbeitgeber, einer Sanitär- und Heizungsinstallationsfirma mit der Pflasterarbeiten beauftragt wurde, musste sie den Job verständlicherweise hinschmeißen.

„Die Finger waren ganz kaputt, die Knie und das Kreuz schmerzten, ich kam bald nicht mehr hoch. Diesen Job packe ich nicht […] nicht mal Handschuhe und Knieschutz gab es“, erzählte die wütende 56-Jährige im Interview mit dem „Nordkurier“. Das Jobcenter hatte kein Verständnis dafür, dass die Hartz IV Empfängerin, die seit 20 Jahren jede Tätigkeit vom Arbeitsamt angenommen hatte, den Job nicht mehr ausführen wollte.

Die Neubrandenburgerin erinnert sich noch an ihre Tätigkeit zu DDR-Zeiten im Hotel „Vier-Torte“ (heute Radisson Blu), wo sie Wirtschaftsgehilfin gelernt und später als Beiköchin und danach in der Agrotechnik gearbeitet hatte.

„Nach der Wende wurde ich nicht mehr gebraucht, hatte nur mal befristete Arbeit und Ein-Euro-Jobs.“

30-prozentige Hartz IV Sanktion

Da Barbara K. körperlich nicht in der Lage war die Tätigkeit bei der Haizungsbaufirma zu bewältigen, insbesondere die Pflaster-Arbeiten auszuführen, rief sie bereits am ersten Tag beim zuständigen Jobcenter an und machte deutlich, dass sie die Arbeit nicht mehr schafft. Es folgten Sanktionen, so dass der Hartz IV Regelsatz der Frau um 30 Prozent gekürzt wurde.

Die Behörde ist anderer Meinung und hätte angeblich genau geprüft, ob die Arbeiten für Barabara K. zumutbar sind. Der Sachbearbeiter sei davon ausgegangen, dass verschiedene Tätigkeiten auszuführen sind, die sich aus den genannten Reinigungs- und Gartenarbeiten sowie Pflastern zusammensetzen. Gleichzeitig erklärte das Jobcenter, der Arbeitgeber hätte versichert, dass Arbeitshandschuhe vorhanden gewesen seien.

Nun hat Barbara K. Widerspruch gegen den Sanktionsbescheid eingelegt, der vom Jobcenter geprüft wird.

14 Kommentare

  1. Petra Englert 4 Jahren vor

    Das Jobcenter kann von einer 56-jährigen absolut nicht verlangen, dass sie Pflasterarbeiten macht.

    • chrissi 3 Jahren vor

      Ich bin echt mal gespannt wann 60 bis 67 jährige für solche arbeiten von amt verdonnert werden. Es ist ein Hohn, junge Leute sitzen auf Lebenszeit auf hz4 fest und immer ältere Menschen werden von hz4 amt, zu immer härteren körperlichen Arbeiten gezwungen. So kann man gezielt die alten abbauen, die in naher Zukunft unserer Rente Kasse belasten

  2. Winfried 4 Jahren vor

    Das geht wenn sie das nicht kann, aber das Arbeitsamt macht was sie wollen mit den Leuten ??

  3. Frank 4 Jahren vor

    ich glaub ich hab den knall nicht gehört,solche arbeiten sollten nur gelernte Kräfte machen.wegen unterbau ,splitt usw.ich führe auch keine arbeit aus wo ich keine Ahnung von habe.meine klage wäre sicher.

    • Barbara 4 Jahren vor

      Leider muß man auch das Geld haben um zu Klagen,denn da gibt es keine Rechtsbeihilfe.

      • IchbinIch 4 Jahren vor

        Barbara das ist falsch. Die Klage läuft vor dem Sozialgericht, also keine Kosten und die Anwaltskosten werden über PKH übernommen, ebenso die Beratungskosten über Beratungsschein

  4. Gudrun 4 Jahren vor

    das ist doch voll typisch sollen die mal die Arbeiten verrichten die sie der Frau gaben dann wüssten die wovon sie reden,lebte auch unter den Schikanen des Jobcenters typisch fürs Jobcenter.
    Mein Sachbearbeiter war auch voll übel

  5. Ulrich B. Gaukel 4 Jahren vor

    So weit ist es nun schon gekommen mit dem Bundes-Reichsarbeitsdienst – eine Frau wird dazu gezwungen, körperlich anstrengende Männerarbeit zu verrichten und bekommt statt dem Tariflohn (Fliesenlegearbeiten sind ein Handwerk!) lediglich die Aufwandsentschädigung von einem Euro. Die Verantwortlichen, insbesondere auch unsere Bundes (oder besser Reichs-) Regierung sollten sich für diese Zustände schämen.

  6. Hardy Klag 4 Jahren vor

    Da sieht man mal wie bekloppt die Mitarbeiterim Jobcenter sein müssen. Das weis doch schon ein Schuljunge, das sowas absolut nicht geht. Und da werden die Hartz IV Empfänger noch als Kunden verhöhnt. Dem ganzen System müsste ganz gewaltig in die Fresse gehauen werden. Wann kommen Proteste, wie in Thailand endlich hier her?

  7. loslegen 4 Jahren vor

    Also gibt es doch Zwangsarbeit in unserem Land. Menschen unwürdig zu behandeln, zu demütigen und zu erniedrigen reicht ja schon lange nicht mehr aus.

  8. Michael 4 Jahren vor

    Liebe Leser(innen)
    bitte lest diesen Artikel sehr sorgfältig…

    Die Frau sollte Pflasterarbeiten durchführen, war aber bei einer Sanitär- und Heizungsinstallationsfirma angestellt. Was hat eine solche Firma mit Pflasterarbeiten zu tun????

    Ob wirklich alles so war, wie in dem Artikel beschrieben wurde, darf angezweifelt werden…

    • Justav 4 Jahren vor

      @Michael

      Sanitär und Heizungsinstallation arbeitet gerne mal im Boden, in der Erde bei den verlegten Sanitär und Heizungsrohren? Nach Ende der Arbeit müssen die weggeräumten Pflastersteine wieder verlegt werden?

      So ungefähr.

  9. Bamberg 4 Jahren vor

    wenn in dem Arbeitsvertrag steht Garten und Reinigungsarbeiten – dann ist der Jobcenter im Unrecht – denn keiner kann mich zu einer Arbeit verpflichten die nicht im Vertrag steht.
    Sonst könnte ich ja für eine Sanitär- und Heizungsfirma Pakete ausfahren

  10. MarcoW75 3 Jahren vor

    Ich frag mich ja,wie groß eine Sanitär/Heizungsfirma sein muss,damit sich ein eigener Gärtner lohnt.

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