Hartz IV Mehrbedarf für Warmwasser

Mehrbedarf dezentrale Warmwasseraufbereitung

Warmwasser - Durchlauferhitzer - BadezimmerWird Warmwasser in Hartz IV Haushalten dezentral aufbereitet, also mittels eines Durchlauferhitzers, Warmwasserboilers, Gastherme etc., sind diese Kosten hierfür nicht im Regelbedarf enthalten. Stattdessen erhalten Haushalte zur Deckung der Kosten für die dezentrale Warmwassererzeugung ein Mehrbedarf, der zusätzlich zur Regelleistung gezahlt wird.

Höhe des Mehrbedarfs

Die Höhe der Pauschale ergibt sich aus dem maßgeblichen Regelbedarf nach § 20 SGB II sowie den dazugehörigen Prozentsätzen aus § 21 Abs. 7 SGB II, die vom Alter des Leistungsbeziehers abhängig sind oder es sich um eine Bedarfsgemeinschaft handelt.

Wird der Regelsatz erhöht, so erhöhen sich auch dementsprechend die Zuschläge. Demnach kann für die Warmwasserkosten eine Mehrbedarf Pauschale in folgender Höhe beantragt werden (ausgehend vom Regelbedarf ab 2017 – 409 Euro):

RegelbedarfWer?ProzentsatzPauschale
409 €Volljährige/ Alleinstehende2,30%9,41 €
368 €volljährige Partner der Bedarfsgemeinschaft2,30%8,46 €
327 €Volljährige unter 25 Jahren2,30%7,52 €
311 €Kinder 15 – 18 Jahre1,40%4,35 €
291 €Kinder 7 – 14 Jahre1,20%3,49 €
237 €Kinder 0 – 6 Jahre0,80%1,90 €

Beispiel: Eltern und 2 Kinder (11 und 15 Jahre alt)

Vater: 368 Euro x 2,30% = 8,46 Euro
Mutter: 368 Euro x 2,30% = 8,46 Euro
Kind 1: 311 Euro x 1,40% = 4,35 Euro
Kind 2: 291 Euro x 1,20% = 3,49 Euro

Insgesamt hat die Familie einen Anspruch auf einen monatlichen Mehrbedarf für Warmwasser in Höhe von 24,76 Euro.

Die Mehrbedarfszuschläge sind allerdings geringer als die realen Kosten, die für Energie zur Warmwasseraufbereitung aufgewendet werden müssen, wie dieser Artikel beispielhaft erläutert.

Hintergrund des Warmwasserzuschlags

Sofern die Heißwasseraufbereitung lokal in der Wohnung (und nicht zentral) des Hartz IV Leistungsbeziehers erfolgt, werden diese Kosten nicht über die Leistungen der Unterkunft und Heizung nach § 22 SGB abgedeckt, mit der Folge, dass der Leistungsbezieher diese aus dem Regelbedarf bestreiten müsste, da Strom und Gas bereits in diesem eingerechnet sind.

Voraussetzungen für den Zuschlag

Diesen Mehrbedarf für die dezentrale Warmwasser Aufbereitung können nur Hartz IV Leistungsempfänger erhalten, bei denen die Warmwasserkosten nicht bereits mit den Kosten der Unterkunft und Heizung (KdU) abgedeckt sind.

Es bedarf eines schriftlichen Antrags, bei dem auch eine Bescheinigung des Vermieters beigelegt ist, dass die Warmwasseraufbereitung in der Wohnung dezentral und nicht über die Zentralheizung erfolgt.

Ferner muss der Leistungsbezieher diese selbst mit dem Versorger (Stromanbieter, Gaswerk), und nicht über die Nebenkosten an den Vermieter, abrechnen, denn Miete und Nebenkosten werden üblicherweise direkt vom Jobcenter an den Vermieter gezahlt.

Abweichender Bedarf zum Mehrbedarfsanspruch

Dass die Kosten niedriger als der Mehrbedarfszuschlag sind, ist zwar möglich aber auch aufgrund der gestiegenen Energiepreise recht unwahrscheinlich. In der Regel werden die tatsächlichen Kosten der dezentralen Warmwasseraufbereitung aber höher sein, als die o.g. Pauschalen abdecken. Einzellfallabhängig kann also der tatsächliche Verbrauch zugrunde gelegt und vom Jobcenter erstattet werden.

Allerdings gestaltet sich hier der Nachweis als sehr schwierig, da der Leistungsbezieher hier die Kosten anhand von Werten für die Warmwasseraufbereitung vorlegen müsste. Der genaue Verbrauchswert für Strom bei einem Durchlauferhitzer oder Boiler – Gas bei einer Gastherme – müsste gemessen und mitgeteilt werden.

Grundsicherung im Alter und Hilfe zum Lebensunterhalt

In diesem Fall wird der Mehrbedarf für dezentrale Warmwassererzeugung nicht nach dem SGB II gewährt. Die Regelungen für diesen Personenkreis finden sich im § 30 Abs. 7 SGB XII. Die Höhe sowie die sonstigen Voraussetzungen sind denen bei Hartz IV Bezug identisch.

Letzte Aktualisierung: 03.01.2017

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