Mehrbedarf Schwangerschaft

Schwangere legt Hände um BauchMehrbedarf für werdende Mütter nach der 12. SW

Dieser Mehrbedarf wird an alle erwerbsfähigen und hilfebedürftigen Mütter ab der 13. Schwangerschaftswoche gezahlt und beträgt 17% der maßgeblichen Regelleistung (geht man also beispielsweise von 409 Euro Regelbedarf aus, betrüge der Mehrbedarf 69,53 Euro monatlich. Sollte die „Erwerbsfähigkeit“ nicht gegeben sein (Sozialgeld Empfänger unter 15 Jahren) so wird der Mehrbedarf trotzdem gezahlt und berechnet sich an der altersentsprechenden Regelleistung der Schwangeren.

Anspruch und Anspruchsdauer

Um den Anspruch zu erfüllen, muss natürlich eine Schwangerschaft vorliegen. Hierzu kann das Jobcenter verlangen, dass diese durch ärztliches Attest oder eine Hebamme bestätigt wird. Der Anspruch beginnt mit Ablauf der 12. Schwangerschaftswoche, also rechnerisch mit dem 85. Tag der Schwangerschaft und endet mit dem tatsächlichen Geburtstermin.

Höhe der Leistungen

Die Höhe des Mehrbedarfs bei Schwangerschaft richtet sich zunächst nach der maßgeblichen Regelleistung. Dabei beträgt der volle Regelbedarf nach § 20 SGB II ab 2017 409 Euro.

  • Alleinstehende: 17% von der 100%igen Regelleistung (69,53 Euro)
  • volljährige Angehörige einer Bedarfsgemeinschaft: 17% der 90%igen Regelleistung (62,56 Euro)
  • sonstige erwerbsfähige Angehörige der Bedarfsgemeinschaft: 17% der 80%igen (maßgeblichen) Regelleistung (55,59 Euro)

Sinn und Zweck dieses Mehrbedarfs ist, die besonderen Kosten, die werdenden Müttern mit der Schwangerschaft entstehen, aufzufangen. Hierzu zählen beispielsweise die Körperpflege, zusätzliche Fahrtkosten sowie erhöhter Informationsbedarf. Entgegen der im Internet verbreiteten Meinung, Schwangere hätten aufgrund von Besonderheiten bei der Kost einen Anspruch auf den Mehrbedarf für Ernährung – eine Schwangerschaft ist keine Krankheit, somit steht dieser Zuschlag den werdenden Müttern nicht zu.

Weitere Leistungen

Zusätzlich können Schwangere den Sonderbedarf nach § 23 Abs. 3 SGB II zur Erstausstattungen für Bekleidung einschließlich bei Schwangerschaft und Geburt  beantragen. Weitere Informationen: Erstausstattung. Mit dieser Hilfe, die ebenfalls nur auf Antrag (ca. 2-3 Monate vor dem Entbindungstermin) gewährt wird, erhalten Betroffene Leistungen beispielsweise für Umstandskleidung, Wickelmöbel, spezielle Unterwäsche, Windeln, Hygieneartikel etc.

Nach der Geburt

Nach der Entbindung wiederum haben die Mütter Anspruch auf Kindergeld sowie das Elterngeld (wird aber in voller Höhe als Einkommen auf Hartz IV angerechnet, sofern die Mutter/ Eltern vor der Geburt des Kindes nicht erwerbstätig waren – ansonsten kann ein Eltergeldfreibetrag nach § 10 BEEG von 300 Euro geltend gemacht werden).

Übernimmt die Mutter nach der Geburt die Pflege und Erziehung alleine, hat sie zudem einen Anspruch auf den Mehrbedarf für Alleinerziehende. Zu beachten ist, dass im Falle der alleinigen Erziehung durch die Mutter der Vater des Kindes zum Kindesunterhalt verpflichtet ist, welcher sich nach der Düsseldorfer Tabelle richtet. Bis zum 3. Lebensjahr hat die Mutter sogar Anspruch auf den Betreuungsunterhalt. Allerdings wird Unterhalt in voller Höhe auf Hartz IV Leistungen angerchnet. Ausfürhliche Informationen zum Unterhalt finden Sie auf unterhalt.net.

Letzte Aktualisierung: 02.01.2017

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