Mehrbedarf für Behinderte

Person im RollstuhlBehinderte, erwerbsfähige Hilfebedürftige können den Mehrbedarf erhalten, sofern sie Leistungen zur Teilhabe am Arbeitsleben nach § 33 SGB IX, Eingliederungshilfen nach § 54 Abs. 1 S. 1 bis 3 SGB XII oder sonstige Hilfen zur Erlangung eines geeigneten Arbeitsplatzes erhalten.

Da es sich hierbei um einem ausbildungsbedingten Bedarf handelt, haben behinderte Auszubildende, deren Ausbildung nach dem BAföG oder nach den Leistungen zur Förderung der Berufsausbildung (§§ 60 bis 62 SGB III) förderungsfähig ist, keinen Anspruch auf diesen Mehrbedarf, da sie nach § 7 Abs. 5 SGB II ausgeschlossen sind.

Eine Behinderung liegt vor, wenn die körperlichen Funktionen, die geistigen Fähigkeiten oder der seelische Zustand des betroffenen um sechs Monate vom typischen Alter abweichen. Ein Grad der Behinderung (GdB) von 50% muss nicht nachgewiesen werden, es obliegt vielmehr dem Jobcenter, den GdB von Amts wegen zu ermitteln.

Höhe des Mehrbedarfs

Gehen wir vom aktuellen Regelbetrag nach § 20 SGB II vom 409 Euro aus, der ab 01.01.2017 gilt, so ergeben sich folgende Beträge:

  • Alleinstehende: 35% von der 100%igen (maßgeblichen) Regelleistung – 143,15 Euro
  • volljährige Angehörige einer Bedarfsgemeinschaft:35% der 90%igen (maßgeblichen) Regelleistung – 128,84 Euro
  • sonstige erwerbsfähige Angehörige der Bedarfsgemeinschaft (§ 20 Abs. 3 S. 1 SGB II):35% der 80%igen (maßgeblichen) Regelleistung – 114,52 Euro

Voll erwerbsgeminderte Leistungsempfänger

Handelt es sich bei Leistungsbezieher um eine voll erwerbsgeminderte Person oder bezieht diese Sozialhilfe (Hilfe zum Lebensunterhalt) nach SGB XII UND ist im Besitz eines Schwerbehindertenausweises mit dem Merkzeichen „G“ (eingeschränkte Bewegungsfähigkeit im Straßenverkehr, Gehbehinderung), so beträgt der Mehrbedarf bei dieser Behinderung 17% des maßgeblichen Regelbedarfs, bei voller Leistung also 409 Euro x 17 Prozent = 69,53 Euro.

Barbetrag (Taschengeld) in stationären Einrichtungen

Ist der behinderte Leistungsempfänger in einer stationären Einrichtung untergebracht, beträgt der Mehrbedarf (sog. Barbetrag oder Taschengeld) mindestens 27% des maßgeblichen Regelbedarfs. Bei 409 Euro ab 2017 also 110,43 Euro monatlich (bis 2016: 404/ 109,08 Euro).

Letzte Aktualisierung: 03.01.2017

1 Stern2 Sterne3 Sterne4 Sterne5 Sterne
3,49 von 5 Punkten, basierend auf 43 abgegebenen Stimmen.
Loading...