Ablehnungsbescheid

  • Hallo,

    ich habe zu später Stunde ein recht großes Problem was mich nicht schlafen lässt. Im September habe ich einen Weiterbewilligungsantrag gestellt. Dieser wurde im Oktober abgelehnt, mit der Begründung das gegen mich eine anonyme Anzeige vorliegt darüber das der Kindsvater bei mir leben soll. Ich habe versucht in einem persönlichem Gespräch den Sachverhalt zu klären. Zu diesem Termin wollte der "Ermittler" augenblicklich mit zu mir kommen. Dieses Anliegen musste ich ablehnen, da ich meinen Sohn krank (!!!) an diesem Tag trotzdem zur Tagesmutter bringen durfte, um den Jobcentertermin in ruhe wahrnehmen zu können - unter der Prämisse ihn vor dem Mittag, also gleich nach Termin, wieder abzuholen. Das Kranksein könnte meine Tagesmutter bestätigen.

    So, nun flatterte erneut Post ins Haus ich solle die Lohnunterlagen meines Partners und Kindsvaters offenlegen und sämtliche mitgeschickte Bögen über sein Einkommen abgeben.

    Ich verfüge nicht über diese Unterlagen, der Kindsvater wohnt alleine und ist nicht gewillt mir diese auszuhändigen. Er möchte das das Amt sich bei ihm meldet. Dazu muss gesagt sein das er für mich und den Sohn Unterhalt zahlt, zur Berechnung dessen wurde er damals angeschrieben. Ich bin erneut schwanger, habe nächste Woche ET - er Kindsvater. So dumm es ist, für eine Beziehung hat es nie gereicht..Wie Kinder entstehen weiss jeder. Nichts desto trotz kümmert er sich um seinen Sohn.

    Nun kam also die erneute Ablehnung, gegen die ich Widerspruch eingelegt habe. Zwischenzeitlich hat mich die Kk schon angeschrieben, da deren Beiträge ja auch nicht mehr gezahlt werden...Es ist zum heulen - so ein Theater kurz vor dem Krankenhaus.

    Ich habe das Gefühl mich hört keiner richtig an - die Rezeption im Jobcenter nicht, die Telefonhotline nicht. Dürfen die mir komplett alles streichen? Was soll ich tun wenn ich nicht über die erforderlichen Unterlagen verfüge - selbst wenn ich mich auf den Kopf stelle!? Das heutige Telefonat mit der Arge ergab: " Widerspruch dauert bis zu 3 Monate ". Bis dahin sind dann mein Sohn und ich verhungert, obdachlos und nicht krankenversichert!!!

    Ich hoffe ihr versteht den Sachverhalt, bin beim Google auf euch gestoßen und eigentlich sehr müde fie .

    Liebe grüße

    Steffi

  • Das Jobcenter darf die Leistungen nicht so einfach einstellen, egal ob eine anonyme Anzeige vorliegt oder nicht. Ein sofortiger Besuch mit einem Außendienstmitarbeiter muss auch nicht hingenommen werden.

    Hinzu kommt, dass du nicht verpflichtet bist Unterlagen Dritter beim Jobcenter einzureichen und für deren Fehlen mit Leistungsentzug bestraft werden darfst.


    In diesem Fall hilft nur der Gang zum Sozialgericht mit allen Unterlagen bzw. die Beauftragung eines Rechtsanwalts, um zumindest deutlich unter 3 Monaten an Leistungen zu kommen.

  • Vielen Dank für deine Antwort!

    Im Nachhinein ärgere ich mich nicht einfach mit dem "Ermittler " zu mir gefahren zu sein, ich habe ja nichts zu verbergen aber die Tatsache das mich hier, in meiner geliebten Nachbarschaft, wohl jemand angezeigt hat, dann das Versprechen gegenüber der Tagesmutter das ich meinen Sohn schnellstmöglich wieder abhole (der ist am Vortag mit dem Auge auf den Griff eines Plastikmopeds gefallen und war wirklich lädiert und schlecht drauf), dieses Bedrängnis das er sofort mit in meine Wohnung will, hat mich schlichtweg überfordert. Mit solchen Methoden hätte ich nicht gerechnet. Weitere Angaben zur Anzeige konnte er mir nicht geben, angeblich gab es nicht viele Infos dazu..

    Nun sitze ich hier, Rechnungen türmen sich und Kindergeld ist noch nicht in Sicht. Kann ich da jetzt nicht irgendetwas beim Amt erwirken? Barauszahlung? Die können mich doch jetzt nicht nach sowieso schon1 1/2 Monaten weiter ohne Geld sitzen lassen + das Drama mit der KK! Normalerweise muss ich Medikamente nehmen, sollte mit Zuzahlung einen Beckengurt bekommen etc -konnte ich mir nun alles nicht holen. Wie gesagt, der Widerspruch liegt seit zwei Wochen dort. Der Unterhalt des Vaters deckt gerade die Miete und heute früh hat er mir geschrieben das das Amt sich noch nicht bei ihm gemeldet hat.

    Die Dame vom Callcenter hat mir gestern für den 17.11. einen Termin bei der Arge eingetragen. Nett gemeint aber da ist ET und zu der Uhrzeit Frauenarzttermin, die Fahrtzeit zur arge eine halbe Stunde und ich kann nicht fahren wegen starker Symphysenlockerung (für die ich auch keinen Beckengurt habe!). Ich bin 32, echt nicht auf den Mund gefallen aber das macht mich wirklich mürbe.

    Edit: selbst wenn ich mit der KK kläre das ich den Mindestbeitrag selbst zahle, damit ich wenigstens versichert bleibe, sind das glaube ich um die 180 Euro - die habe ich nicht.

  • Das Jobcenter kann die Zahlungen für maximal zwei Monate einstellen. Fällt innerhalb dieser zwei Monate keine abschliessende Entscheidung, wird das Geld automatisch nachgezahlt.

  • Ich habe gerade mit der KK telefoniert, die Dame sagt ich soll Ihnen schriftlich mitteilen das ich im Widerspruchsverfahren mit der Arge bin. Gegebenenfalls wegen der nahenden Entbindung selbst Beiträge zahlen. Von was? dash Sagt mir jetzt nicht das ich die Krankenhausrechnung selbst zahlen muss. Beim Jobcenter habe ich heute niemanden erreicht, außer die Ansage das ich eine E Mail schreiben könnte.

  • Akut wird man vermutlich nur mit dem Jobcenter reden können, denn der Gang zum Sozialgericht würde mehrere Wochen, wenn nicht gar Monate in Anspruch nehmen.

    Also am besten die Tage ins Jobcenter und notfalls den Team- oder Amtsleiter verlangen.

    Die Krankenkassenbeiträge würden natürlich vom Jobcenter nachgezahlt werden und das wissen auch die Mitarbeiter der Krankenkasse.

    Hast du denn ein Schreiben bzgl. der Leistungseinstellung erhalten?

  • Zitat von Schippenstiel

    Gegebenenfalls wegen der nahenden Entbindung selbst Beiträge zahlen.


    Du zahlst keine Beiträge selbst. Wovon auch?

    Du bist in der gesetzlichen Krankenversicherung pflichtversichert, egal ob du aktuell Beiträge zahlst oder nicht. Bis notwendige medizinische Leistungen, die nicht auf akuten Zuständen beruhen eingestellt oder nicht angeboten werden und ein Krankenhaus / Arzt davon Kenntnis erlangt, dauert es lange. Sehr lange.

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